Für eine gewisse Ernücherung sorgte in der letzten Sitzung des Gemeinderats Sand eine Nachricht zum Sand- und Kiesabbau im Gemeindegebiet: Die Firma hielt sich beim Abbau der Rohstoffe offensichtlich nicht an den vorgeschriebenen Mindestabstand zum Main. Mehr als die Hälfte des Abstands wurde unterschritten, die Arbeiten durch das Bergamt eingestellt.


Der Argwohn erhielt Nahrung

Der Kiesabbau ist in der Gemeinde umstritten, es hat sich eine Bürgerinitiative ("Sand bleibt!") formiert, die in der Vergangenheit massiv einen weiteren eventuell geplanten Sand- und Kiesabbau in der Nähe des Sander Gemeindeteils Wörth kritisiert hat und auch die Gemeinde aufgefordert hat, den Kiesabbau strengstens im Auge zu behalten und gegebenenfalls etwaige neue Abbaugebiete zu verhindern. Der Argwohn der Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative ist jetzt genährt worden.
Der Sprecher der Bürgerinitiative, Mark Werner, hatte das Bergamt (und die Gemeinde) verständigt, nachdem er feststellen musste, dass bis zu zwölf Meter an den Main herangebaggert wurde. Die Behörde in Bayreuth ließ den momentanen Sandabbau im Bereich des Nordufers des Baggersees am 4. April einstellen. Mindestens bis zum 15. April, wie Mark Werner unserer Zeitung mitteilte. Der Abstand von Krone zu Krone zwischen Baggersee und Main muss nämlich in der Hochwassersaison mindestens 60 Meter betragen und darf nur nach dem 15. April kurzzeitig auf 30 Meter verringert werden - so lauten die Vorgaben.


Deutlich zu nahe am Main

Der Abbau fand in den letzten Wochen teilweise bis auf nur zwölf Meter statt, wie Mark Werner dokumentiert hatte.
In der Sitzung des Gemeinderats tauchte das Thema unter dem letzten Punkt Verschiedenes aus. Bürgermeister Bernhard Ruß informierte über die Kiesausbeute nordöstlich von Sand und berichtete, dass nach Eingaben der Gemeinde und der Bürgerinitiative an das Landratsamt und das zuständige Bergamt in Bayreuth ein Vertreter des Bergamtes vor Ort war und mehrere Missstände aufdeckte.


Vertrauen verspielt

Bernhard Ruß erklärte, in die Sache sei Bewegung gekommen. Im Gemeinderat wurden Stimmen laut, die von verspieltem Vertrauen gegenüber der Kiesausbeutefirma sprachen.
Eigentliches Thema der Sitzung war die schon lange besprochene Neugestaltung des Umfeldes des Kriegerdenkmals in Sand, das aufgewertet werden solle, wie es hieß. Nachdem die Hecken abgeholzt wurden, erscheint jetzt das Areal an der Gabelung Knetzgauer/Zeller Straße größer. Bernhard Ruß erläuterte das weitere Vorgehen. Wurzelstöcke und reparaturbedürftige Gehwege fliegen raus, dann wird das tiefer liegende Gelände insgesamt etwas aufgefüllt und neue Gehwege angelegt. Das Areal soll nicht mehr eingeengt werden. Laut Ruß soll das Vorhaben bis zur Kirchweih fertig sein.
Der "Verkehrsüberwachung Maintal-Haßberge" hat sich neben anderen Kommunen auch die Gemeinde Sand angeschlossen. Los geht es am 1. Juli. Jetzt wird die korrekte Verkehrsbeschilderung überprüft. Paul Hümmer regte an, die Parkflächen auf dem Rathausplatz besser kenntlich zu machen.
Des weiteren erklärte Bürgermeister Ruß, dass man das Geschwindigkeits-Überwachungsgerät weiterhin an verschiedenen Stellen im Ortsbereich aufstellen wird, um sich einen Überblick über die Zeit und Stärke der Verkehrsbelastung sowie über das gefahrene Tempo zu verschaffen. ab/kra