Einen Drogeriemarkt, einen Unverpackt-Laden, ein Bastelgeschäft, angesagte Modeketten und ein erweitertes Gastronomie-Angebot - das wünschen sich die Haßfurter für ihre Innenstadt. Zumindest wenn es nach den Antworten geht, die Facebook-Nutzer jüngst bei einer Umfrage des Fränkischen Tags zu Protokoll gaben.

Die Innenstadt sei "nicht unattraktiv", sagt Haßfurts Bürgermeister Günther Werner (WG). Im Gegenteil: "Es werden auch immer wieder Geschäfte neu besetzt." Man sei offen für Menschen mit einer Geschäftsidee, die sich in der Innenstadt ansiedeln wollen, betont Werner. Für junge Unternehmen etwa, die einen soliden Businessplan vorweisen können, bestehe das Angebot, sich von der Stadt in den ersten drei Monaten bei der Miete unterstützen zu lassen.

"Riesenspanne" bei den gewerblichen Mieten in der Haßfurter Innenstadt

Die Mieten, die Geschäftsleute in der Kreisstadt zahlen müssen, sind indes dem freien Markt unterworfen, wie der Rathauschef erklärt. Es ergebe sich dabei mitunter eine "Riesenspanne", berichtet Werner. Die Kaltmieten pro Quadratmeter lägen etwa zwischen 4,50 und 14 Euro. Früher hätte den Ladenbesitzern meist auch das Haus gehört. Das sei heute oft anders.

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Die Stadt selbst besitzt keine Häuser entlang der Haßfurter Hauptstraße, wie Werner berichtet. Sie zählt vielmehr auch zu den Mietern und hat zwei Geschäftsräume in der Innenstadt angemietet - für die Tourist-Info und das Smart-City-Projekt.

Was die Ansiedlung großer Ketten - wie etwa "H&M" oder "C&A" - betrifft, ist Werner realistisch. "Wir würden uns natürlich offen zeigen. Aber diese Geschäfte haben eine ganz andere Vorstellung, was die Kundenfrequenzen betrifft." Der Bürgermeister berichtet, dass man vor wenigen Jahren ein Gutachten habe anfertigen lassen. Etwa 34 000 Personen zählt die Stadt Haßfurt demnach zu ihrem Einzugsbereich.

Rückkehr eines Drogeriemarkts in die Innenstadt unwahrscheinlich

Auch die Rückkehr eines Drogeriemarkts in die Innenstadt scheint unwahrscheinlich. Das hänge schlussendlich an den Anbietern, so Werner. "Schlecker" zum Beispiel sei immer gern in die Innenstädte gegangen. Anfang 2012 meldete die Drogeriemarktkette für ihre Filialen in Deutschland Insolvenz an.

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Mit "dm" und "Müller" sitzen bereits zwei Anbieter in der Stadt, wenn auch etwas weiter außerhalb. Mögliche andere Anbieter hätten da natürlich die Wettbewerbssituation im Blick, erklärt Werner. Nicht zuletzt seien die Verkaufsflächen in der Innenstadt begrenzt, oftmals aber Flächen von mehr als 800 Quadratmetern gefragt.