Mehr Flexibilität im Job? Bundesregierung über das Ende des 8-Stunden-Tages

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Die Bundesregierung will den klassischen 8-Stunden-Tag abschaffen – was das für Arbeitnehmer und Betriebe bedeutet, liest du hier.

  • Die Bundesregierung prüft flexiblere Arbeitszeiten statt des starren 8-Stunden-Tags
  • Betriebe sollen Arbeitszeiten individueller und an Produktionsspitzen anpassen können
  • Arbeitnehmer könnten künftig an einzelnen Tagen länger arbeiten, dafür aber mehr freie Tage bekommen
  • Gewerkschaften warnen vor einer Entgrenzung der Arbeitszeit und gesundheitlichen Risiken

In Deutschland steht ein Wandel im Arbeitszeitgesetz bevor: Die Bundesregierung diskutiert über das Ende des starren 8-Stunden-Tags. Damit sollen flexiblere Arbeitsmodelle Einzug in die Betriebe halten. Unternehmen versprechen sich davon mehr Produktivität und Anpassungsfähigkeit an moderne Arbeitswelten. Arbeitnehmer blicken dagegen mit gemischten Gefühlen auf die Änderungen, denn sie fürchten eine Ausweitung der täglichen Arbeitszeit. Gewerkschaften warnen vor den Risiken für Gesundheit und Freizeit.

Gewerkschaften laufen Sturm: "Kämpfen für Arbeitszeitgesetz"

Gegen die Abschaffung beziehungsweise "Flexibilisierung" des 8-Stunden-Tages sind diverse Gewerkschaften. Sie stemmen sich mit deutlichen Worten gegen die Reformpläne der Bundesregierung, die "flexiblere Arbeitszeiten" durchaus als Hebel sehen, damit in Deutschland mehr gearbeitet wird. Unter dem Motto "Mit Macht für die 8!" wollen Gewerkschaften auf die Straße gehen und planen Protestaktionen, wie unter anderem die Bild am Donnerstag (29. Januar 2026) berichtet.

Besonders in der Tourismus-Branche will das Wirtschaftsministerium das "starre Modell des 8-Stunden-Tages lockern". Arbeitnehmer sollen so länger am Stück arbeiten können. Aus der Politik heißt es, dass dies einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf diene. 

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, erläuterte auf Anfrage der Bild, dass durch die Pläne der Regierung Arbeitgebern "ein Freibrief ausgestellt" würde, um aus überlasteten Arbeitnehmer noch das "Letzte rauszuholen".

Forderung der NGG: Arbeitsbedingungen verbessern, nicht die Stunden erhöhen

"Wir sind bereit, für den Erhalt des Arbeitszeitgesetzes zu kämpfen – in den Betrieben und auf der Straße", so Werneke. Eine ähnliche Stellung beziehen auch die IG Bau, die IG Metall und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler betont hier: "Wer den Personalmangel ernsthaft bekämpfen will, muss Arbeitsbedingungen verbessern, statt Arbeitstage auf bis zu 13 Stunden auszudehnen."

Vorschaubild: © Marco/AdobeStock