Schon am 1. August hat Dr. Hartmut Hopperdietzel seine neue Stelle angetreten, jetzt ist er auch offiziell Direktor der Dr. Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt. Am Freitag fand seine Amtseinführung durch den Ministerialbeauftragten Karlheinz Lamprecht statt.

Die Anwesenheit vieler Schulleiter-Kollegen, aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft unterstrich die Bedeutung der größten von vier Realschulen im Landkreis Haßberge. Für rund 600 Schüler zeichnet der neue Direktor verantwortlich.

"Veronika, der Chef ist da", jubilierten die "Vier Vokalisten" und das Schulorchester bespielte den "Californian Dream" - ein Traum sei es wirklich, so Landrat Wilhelm Schneider (CSU), dass die Realschule ohne Vakanz einen neuen Direktor erhielt.
"Noch dazu einen recht jungen, tatkräftigen - und noch dazu ein Franke".
Die Realschulen im Kreis seien von hoher Bedeutung für das Bildungswesen und die Wirtschaft in de Region, betonte der Landrat. 2165 Kinder und Jugendliche besuchen derzeit Realschulen im Haßbergkreis und sie seien begehrte Bewerber bei der heimischen Wirtschaft.

Die Mittlere Reife sei der Abschluss eines großen Teils der Leistungsträger in der Gesellschaft. So hätten 70 Prozent der Landratsamts-Mitarbeiter eine Realschule besucht. Und was für den Landrat einer ländlichen Region wichtig ist: "Realschüler bleiben meist in der Region".


Neuausrichtung kostet

Der Landkreis Haßberge und der Zweckverband Schulzentrum würden die Realschulen und ihre Schulleiter nach besten Kräften unterstützen, betonte Schneider. So trage der Schulträger die Neuausrichtung des pädagogischen Konzepts an der Haßfurter Realschule mit. Dadurch werde die Generalsanierung zwar teurer, doch genau das Bemühen um mehr Flexibilität und Pädagogik sei auch zentrales Anliegen des Kreises und des Zweckverbandes. 7,3 Millionen Euro wird die Generalsanierung kosten und für den neuen Direktor und seine Schule ab dem kommenden Jahr rund 20 Monate Baustelle bedeuten.

Hartmut Hopperdietzel ist sich dieser Herausforderung durchaus bewusst, hat sich aber unter anderem wegen des engagierten Kollegiums, das dieses Konzept mit dem Landkreis als Schulträger erarbeitet hat, für Haßfurt entschieden.

Anstelle einer Antrittsrede und mehrerer Grußworte moderierte Franz Ziegler eine Talkrunde, in der sich der neue Direktor den Fragen der Schülesprecherin Laetitia Colacicco, der stellvertretenden Elternbeiratsvorsitzenden Melanie Geuppert, des Geschäftsführers des Zweckverbandes Schulzentrum Horst Hofmann, des Ministerialbeauftragten Karlheinz Lamprecht, des Gymnasial-Direktors Max Bauer und von Wilhelm Stuhlfelder vom Personalrat stellte. Aus Hopperdietzels Antworten wurde deutlich, dass für ihn Teamwork und die Pädagogik im Vordergrund stehen: "Die Frage lautet nicht, was sollen wir in die Schüler reintun, sondern was soll der Schüler nach zehn Jahren draufhaben".

Die gemeinsame Nutzung des "Silberfisch", wo die Einführung stattfand, nimmt er symbolisch für die Zusammenarbeit mit allen Schulen am Zentrum. Warum er sich nach Haßfurt beworben habe, war eine wichtige Frage, denn die neue Stelle bedeutet für ihn täglich viel Zeit auf der Autobahn. Doch die Antwort war überzeugend: "Der Landkreis Haßberge ist in der Shell-Bildungsstudie bundesweit auf Platz 1. Also warum nicht zu den Besten gehen, wenn die einen nehmen?".

Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Unterfranken, Karlheinz Lamprecht, betonte in seiner Amtseinführungsrede die Bedeutung eines Direktors für das Klima an einer Schule. Schule insgesamt stehe vor gewaltigen Herausforderungen durch die gesellschaftlichen Entwicklungen. Den neuen Schulleiter bezeichnete der Ministerialbeauftragte als optimal vorbereitet für die neue Aufgabe. Hopperdietzel, 1969 in Kulmbach geboren, verheiratet, zwei Kinder, studierte Lehramt für Religion, Deutsch und Informatik in Erlangen-Nürnberg und auf den Philippinen. Seine erste Planstelle hatte er in Ansbach, dann war er an die Universität Bayreuth abgeordnet an den Lehrstuhl für Schulpädagogik. Promoviert hat Hopperdietzel in pädagogischer Psychologie. Die letzten fünf Jahre war er als Lehrer an der Realschule II Bayreuth und Sachbearbeiter beim Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Oberfranken sowie Ganztagskoordinator für die Realschulen. Lamprecht bezeichnete Hopperdietzel als Fachmann für Ganztag und Inklusion und bescheinigte ihm eine klare Werteorientierung.
Die Realschul-Theatergruppe "Stage Divers" erfreute die Gäste und nach dem offiziellen Teil wurden sie von der Schülerfirma bewirtet.