Es klingt zunächst paradox. Aber: Eine neue Gemeinderatsliste soll die Lagerbildung der politischen Kräfte in der Gemeinde überwinden helfen und Gräben zuschütten, die sich seit der Abwahl des CSU-Bürgermeisters vor fast sechs Jahren aufgetan haben. Dieses Ziel haben sich der bisherige CSU-Gemeinderat Georg Kundmüller (48) und Michael Lang (44) gesetzt, die mit den "Unabhängigen Kandidaten" eine ganz neue politische Gruppierung ins Leben gerufen haben. "Die Liste ist im Entstehen.

Es gibt viele Sympathisanten. Wir haben mit vielen Leuten gesprochen, die die Idee eines freien Zusammenschlusses von unabhängigen Bürgern durchaus gut finden."
Deswegen liegt ab Mitte Januar eine Unterstützerliste in der Verwaltungsgemeinschaft in Ebelsbach auf. 60 Unterschriften sind notwendig, damit die "Unabhängigen Kandidaten" auch ins Rennen gehen können.
Einen Bürgermeister-Kandidaten wird es nicht geben.

Keine Konkurrenz

"Wir betrachten uns nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Listen von Freien Wählern, CSU und Bürgernaher Liste, sondern vielmehr als neutrale Instanz, die die Lagerbildung auflösen und den Gemeinschaftsgeist beleben will", sagte der Polizeibeamter Lang im Pressegespräch. Lang: "In so einer kleinen Gemeinde kennt doch jeder jeden. Deshalb sollte auch der Gemeinderat als ein Team auftreten."

Deshalb ist es eine Vision von Kundmüller und Lang, dass es in sechs Jahren bei der nächsten Gemeinderatswahl nur eine einzige gemeinsame Liste geben wird. "24 ernsthafte Kandidaten reichen als Pool." Das Schlagwort der "Unabhängigen": "Alle Bürger unter einem Dach".

"Muss es denn Parteilisten geben?", fragt Georg Kundmüller. Der Bauingenieur ist nach eigener Aussage vor sechs Jahren nur deshalb auf der CSU-Liste gelandet, weil " ich von dieser Seite halt angesprochen worden bin".

Kein Lagerdenken

Diesem Abhängigkeitsverhältnis will Kundmüller nun entfliehen. "Wenn ich mich in einer Sachfrage zu etwas bekenne, will ich nicht gleich einem bestimmten Lager zugeordnet werden." Daher gelte es den Charakter der reinen Persönlichkeitswahl zu unterstreichen.

Ausdrücklich betonen die beiden Listenführer, dass sie sich nicht als Protestpartei sehen, sondern vielmehr "ein zusätzlichen Kandidatenangebot" stellen möchten. Wie die Personalien dabei aussehen, soll Anfang Januar feststehen. "In diesem Zeitraum planen wir die Nominierungsversammlung." Bis dahin soll auch die notwendige Anzahl an Unterstützungsunterschriften eingesammelt sein.