Einen besseren und eindrucksvolleren Rahmen hätte es für die Wahl zur "Miss Unterfranken" nicht geben können. Der Marktplatz war bis auf den letzten Platz und bis hinauf auf die Kirchentreppen besetzt. Auf der Bühne präsentierten sich 15 hübsche und eloquente Bewerberinnen.

Moderator Lutz Riemenschneider verstand es, den Bewerberinnen ihre "Mega-Aufgeregtheit" zu nehmen, aber auch die Zuschauer stets pointiert in das Geschehen einzubeziehen und zusammen mit "Miss-Germany" Lena Bröder dann die 17-jährige und jüngste Bewerberin Vanessa Wegmann als neue "Miss Unterfranken" ins Rampenlicht zu stellen.

Die Stimmung auf dem Marktplatz war bestens, was auch an Moderator Lutz Riemenschneider lag. Schon mit den ersten Worten zog er das Publikum auf seine Seite, als er sagte "ich kannte Eltmann bisher nur vom Tunnel auf der Autobahn, aber nicht den Marktplatz. Aber der ist ja wirklich schön und sehenswert.
Es ist heute wirklich eine Premiere in der sehr langen Geschichte der Miss-Germany-Wahlen, dass sie in einer Outdoor-Location stattfinden." Bei der Anfahrt habe es noch geschüttet, nun sehe man blauen Himmel über Eltmann.


Geheimnis gelüftet

Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler lüftete auch das Geheimnis, wie es zu diesem Mega-Event gekommen sei. Die Agentur "Fisher`s House" sei seit einiger Zeit in Eltmann, im Stadtteil Eschenbach, angesiedelt, aber deutschlandweit aktiv. "Wir sind stolz darauf und bei einem Gespräch mit Katharina Fischer habe ich die Meinung vertreten, dass solche Veranstaltungen nicht immer in Städten wie Würzburg oder Aschaffenburg stattfinden müssten, sondern auch einmal in einer schönen Kleinstadt wie Eltmann", sagte Ziegler. So kam es dazu, dass nun zum ersten Mal die "Schönheitskönigin" und "Miss Unterfranken" in Eltmann gewählt wurde.

Als "Stargast" kam dazu auch "Miss Germany" Lena Bröder auf die Bühne und zog alle Blicke auf sich. Sie stellte sich in ihrer natürlichen Art auch sofort den Fragen des Moderators, der nach ihren schönsten Erlebnissen in diesem Amt fragte. "Natürlich gehörte die Audienz bei Papst Franziskus dazu. Ich bin von der Führung durch den Vatikan sehr beeindruckt gewesen. Beim Empfang hat er all die Menschen geküsst oder ihnen die Hände geschüttelt und keine Berührungsängste gezeigt."


Im Plausch mit dem Papst

Das sei auch bei ihr so gewesen. "Er spricht ja auch deutsch. Ich habe ihm mein Buch überreicht, kurz nach einem Selfi gefragt und er hat sich sofort gestellt." Zum ersten Male seit Bestehen des Wettbewerbs im Jahr 1927 war eine Miss Germany von einem Papst eingeladen worden und auch der Moderator war neugierig, welche Fragen man in einer solchen Situation an den Papst richte. "Der Papst redet nicht viel, aber er nimmt einen in seine Arme. Ich sagte zu ihm, dass er doch auch einmal nach Deutschland kommen soll und habe ihm dann einfach mein Buch überreicht."

Bröder gab auch den Bewerberinnen ein paar Tipps mit auf den Weg. "Wichtig ist es, sich nicht zu verstellen, sondern natürlich zu bleiben und nicht mit zu viel Locken oder Maske auf die Bühne zu gehen. Man kann einen Schlüssel oder ein Handy verlieren. Hier kann man nicht verlieren, sondern nur gewinnen, auf jeden Fall Erfahrung."

In der Zwischenzeit herrschte in den Räumen des "Ritz" schon eine gewisse Aufgeregtheit unter den 15 Bewerberinnen und das Personal aus einem Schönheitsstudio sorgte für die richtige Frisur und auch das Schminken. Zuvor hatten die jungen Damen schon ein Briefing für die Präsentation auf der Bühne erhalten, bei denen auch Worte fielen wie "Bauch rein, Brust heraus und das eine Bein vorstellen." Unter großem Beifall betraten dann die Bewerberinnen, die im Alter von 17 bis 26 Jahren waren, in ihren Kleidern die Bühne und konnten in einer ersten "Interview-Runde" aus ihrem bisherigen Leben erzählen und dabei auf die Fragen des Moderators auch ihre Schlagfertigkeit, aber auch ihre Ausstrahlung beweisen. Interessant war dabei oft ihre berufliche Ausbildung, die von einer Schülerin und Grundschullehrerin über Feinwerkmechanikerin bis hin zur Flugbegleiterin und Schauspielerin reichte. Ähnlich verhielt es sich mit den Hobbies, bei denen das Reiten, verschiedene Sportarten, Musik und Motorrad fahren im Vordergrund standen.


Bewerberin aus Kreis Haßberge

Auffallend war auf jeden Fall, dass die meisten Bewerberinnen aus dem Raum Nürnberg und Mittel- und Oberfranken kamen. Sandra Ott aus Greßhausen/Gädheim war die einzige Bewerberin aus dem Landkreis Haßberge. "Dabei gibt es in Eltmann und im Landkreis so viele schöne Mädchen. Aber vielleicht trauen sie sich beim nächsten Mal eine Bewerbung zu", meinte Katharina Fischer.

Die Jury hatte es bei all dem nicht leicht. Die Jury-Mitglieder "Miss Germany" Lena Bröder, Katharina Fischer, Andreas Spanheimer, Bürgermeister Michael Ziegler, Margret Cramer, "Mister Franken 2015" Chris Brückner und Martin Sage hatten sichtlich Wohlgefallen an den Bewerberinnen, mussten aber ihre Punkte richtig vergeben und das machte ihnen zu schaffen. Die Auswertung ließ deswegen länger auf sich warten. Aber mit einem richtigen Paukenschlag wurde es dann bekanntgegeben und inzwischen standen alle Bewerberinnen in schönen Dirndeln auf der Bühne.

"Miss Unterfranken" wurde die 17-jährige Vanessa Wegmann aus Nürnberg, die gerade ihr Abitur abgelegt hat. Sie erhielt 270 Punkte. "Vize Miss Unterfranken" wurde die 23-jährige Yasmin Schmidt, Musikerin und Schauspielerin aus Nürnberg, die auf 240 Punkte kam und den dritten Platz erreichte die 21-jährige Flugbegleiterin Julia Prokopy aus Dormitz. "Miss Germany" Lena Bröder setzt der "Miss Unterfranken" die Krone auf und Christian Fischer von "Fishers House" und Bürgermeister Michael Ziegler überreichten dem Sieger-Trio ihre Preise.


Unterfranken repräsentieren

Der neuen "Miss Unterfranken" Vanessa Wegmann merkte man noch ihre Anspannung an. "Es ist unglaublich toll und ich habe ein super Gefühl, das ich erst noch verarbeiten muss. Ich freue mich natürlich über diese Auszeichnung und bin stolz, in nächster Zeit Unterfranken repräsentieren zu dürfen."

Die Begeisterung unter den Zuschauern war groß. Die Vorsitzende des Fremdenverkehrsverein Margret Cramer bezeichnete es als ein tolles Event und auch eine Ehre, dass "Miss Germany" nach Eltmann kam. Auch Bürgermeister Michael Ziegler zog eine positive Bilanz. "Die Wahl war ohne Zweifel ein große Bereicherung unserer Biertage und hat ihre Anziehungskraft auch mit vielen Besuchern von auswärts gezeigt."