"Des wärd doch nix" - "Warum hört man denn nix mehr voo dera Direktion?" So oder ähnlich unken viele Eberner über die Anfang März angekündigte Verlagerung der bislang bei der Autobahndirektion-Nord in Nürnberg angesiedelten Landesbaudirektion, einer bayerischen Behörde, die für Bauten des Bundes im Freistaat zuständig ist. 120 Dienstposten mit hochqualifiziertem Personal.

Trotz der scheinbaren Ruhe hat sich hinter den Kulissen seit der Ankündigung von Heimat- und Finanzminister Markus Söder (CSU) schon viel getan, wie eine Nachfrage unserer Redaktion im Innenministerium ergab. Dabei ging es zunächst um personalrechtliche Fragen.

Die wichtigste Nachricht aus München lautet aber: Erste Abteilungen der Landesbaudirektion sollen ab 2017 ihre Arbeit in Ebern aufnehmen, teilte Pressesprecherin Kathrin Fändrich jetzt aktuell mit.


Konzept steht bis zum Herbst

Wo dieser "Brückenkopf", so die Sprachregelung im Ministerium, im Stadtgebiet landen wird, ist noch nicht entschieden. "Die Frage der Unterbringung in Ebern kann erst konkret geklärt werden, wenn das Verlagerungskonzept steht", heißt es aus München. Dieses Verlagerungskonzept soll bis zum Herbst fertig sein.

Derweil wird über mehrere Standorte spekuliert. Federführend dabei ist die Stadt. Im Rathaus hält man sich aber (noch) bedeckt, um die Verhandlungen nicht zu belasten (und die Preise möglicherweise unnötig in die Höhe zu treiben). Als ein Aspekt wurde bisher die Nähe zum Bahnhof genannt, um vielen Direktions-Beschäftigten ein Pendeln zum Arbeitsplatz mit der Bahn zu ermöglichen.

Mobilität betrifft aber auch einen anderen Gesichtspunkt: Es wird auch Platz benötigt. Zum Fuhrpark gehören mehrere Dutzend Dienstwagen, weiß Landtagsabgeordneter Steffen Vogel (CSU), dessen gute Kontakte zu Heimatminister Söder und zu Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) das Feld zur Entscheidung im Ministerrat zu Gunsten von Ebern ebneten.

Eck hatte seinen (Innen-)Minister Joachim Herrmann (CSU) von der Notwendigkeit, eine Behörde in den Landkreis Haßberge zu verlagern, überzeugt. "Wenn Du im Zuständigkeitsbereich unseres Ministeriums so eine Behörde findest, machen wir das", soll Herrmann seinem Staatssekretär versprochen haben. Und so fiel die Wahl auf die Direktion, die bislang im Herzen Nürnbergs angesiedelt ist.

Eine Botschaft, die im Landratsamt wie im Eberner Rathaus für einen Überschuss an Glückshormonen sorgte. Waren im Bewerbungs-Exposé des Landkreises zunächst die Kirchner-Kompaniebauten in der einstigen Kaserne als Standort-Vorschlag aufgeführt, tauchten schnell weitere Neubau-Varianten in der Diskussion auf.

So der Acker zwischen Mittelschule und Glöcknerhaus, das Mangold-Anwesen sowie das Areal des einstigen Aktiv-Marktes in Sandhof. Eine Entscheidung, die durchaus auch noch andere Standorte betreffen kann, fällt laut Auskunft der Ministeriumssprecherin frühestens im Herbst, wenn eben das Verlagerungskonzept steht.