Mit der Sanierung der Schulsportanlagen, der Entwicklung des Bibliotheks- und Informationszentrums (Biz) und der Notfall-Unterbringung von Flüchtlingen in den Turnhallen Ost und West in Haßfurt befassten sich die Mitglieder des Zweckverbandes Schulzentrum Haßfurt in ihrer Sitzung am Donnerstag. Der Zweckverband ist Träger des Schulzentrums; der Landkreis Haßberge und die Stadt Haßfurt bilden ihn.


Vor Ort umgesehen

Vor Beginn der eigentlichen Sitzung hatten sich die Verbandsräte ein Bild von den angelaufenen Sanierungsarbeiten an den Freisportanlagen des Schulzentrums gemacht. Vor allem die Tartan-Beläge müssen saniert werden, also die 400-Meter-Bahn, die Flächen für Hoch- und Weitsprung sowie Kugelstoßen. Die geschätzten Kosten von 188 000 Euro werden wohl nicht eingehalten werden können, obwohl der Zeitpunkt für die Sanierung gerade richtig war, bevor große Schäden entstanden wären. Dort, wo der rote Kunststoff-Belag massive Schäden hat, wird großzügig ausgeschnitten, die Stelle neu ausgegossen und am Ende wird flächendeckend eine neue Deckschicht aufgebracht, so dass wieder eine homogene Oberfläche entsteht. Wenn das Wetter mitspielt, soll die Sanierung Ende September abgeschlossen sein.


Per dringlicher Anordnung

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) als Vorsitzender und Geschäftsführer Horst Hofmann hatten im Zuge einer dringlichen Anordnung das Nötige umsetzen müssen, um die beiden Turnhallen am Dürerweg für die Notfall-Unterbringung der Asylsuchenden umzubauen.

Der Landrat erläuterte, dass der Kreis derzeit neben der wöchentlichen Quote von 25 Flüchtlingen derzeit 365 weitere Flüchtlinge beherberge. Im Zuge der Notfallplanung habe der Kreis eine Erstunterbringung schaffen müssen.

Wie ausführlich berichtet, wurden Mitte August knapp 200 Menschen hier aufgenommen, erhielten einen Schlafplatz und Essen, wurden medizinisch versorgt und konnten innerhalb von drei bis vier Tagen in dezentrale Standorte gebracht werden. Da werden sie voraussichtlich auch für längere Zeit bleiben.


Flüchtlinge in 20 Kommunen des Kreises

Mittlerweile sind in 20 Kommunen im Landkreis Flüchtlinge untergebracht. Landrat Wilhelm Schneider hofft, dass sich die Lage so entwickelt, dass nur eine der beiden Turnhallen weiterhin als Erstunterbringung weiter vorgehalten werden muss und die zweite Halle demnächst wieder für den Schulsport zur Verfügung steht.
Die Schulleiter Gisela Schott und Hartmut Hopperdietzel erklärten, dass man mit einer Halle und weiteren kreativen Lösungen zurecht kommen könne. Würden beide Sporthallen auf längere Zeit nicht für den Schulsport zur Verfügung stehen, werde es schwierig für die Schulen. Die Eishalle und die Turnhalle in Augsfeld wurden schon in vorsorgliche Überlegungen einbezogen.

Einen positiven Bericht gab die Leiterin des Biz', Annelie Ebert, ab. Nach den Umbauten und Umzügen der vergangenen Jahre konsolidiert sich der Betrieb nun - und die Zahlen entwickeln sich deutlich nach oben.
Das Biz hat zwei Standorte und drei Funktionen, nämlich als Schul-, Stadt- und Kreisbücherei - und darüber hinaus auch als Veranstaltungsort. Am Schulzentrum bevölkern hauptsächlich Schüler das Biz, am Marktplatz ist das Publikum gemischter. Die Anzahl der Entleihungen stieg von 146 000 im Jahr 2010 auf 168 000 im vergangenen Jahr. Heuer rechnet Annelie Ebert mit etwa 173 000.


Bemühungen und Investitionen

Stark intensiviert hat sich der Besuch der 3300 registrierten Leser. 107 000 Besuche wurden in diesem Jahr bis Ende August bereits gezählt. 1648 aktive Leser gab es im vergangenen Jahr, sie waren also mindestens einmal in zwölf Monaten im Biz und haben ein Buch oder eine DVD entliehen. Die Hälfte der Nutzer kommt aus Haßfurt, zehn Prozent aus Knetzgau die übrigen verteilen sich gleichmäßig auf den übrigen Landkreis. 46 Prozent der Nutzer sind jünger als 20, fünf Prozent 65 und älter.


Großer Zulauf

Großen Zulauf hat die "Franken-Onleihe", mit der online digitale Bücher entliehen werden können. Die Nutzer müssen nur einmal im Jahr zur Registrierung ins Biz kommen und agieren ansonsten von zuhause aus. Dieses Angebot kommt vor allem bei den über 40-Jährigen sehr gut an, das Biz investiert deshalb auch mittlerweile einen größeren Anteil in die Erweiterung dieses Sektors. Wurden im ersten Jahr des Angebotes noch 4000 Titel auf diesem Weg entliehen, waren es im vergangenen Jahr schon 10 000.

Das Biz am Marktplatz in Haßfurt hat auch weiterhin sein Angebot für die "Laufkundschaft" erweitert. Neben dem Lesecafe und kostenlosem Wlan gibt es zahlreiche Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene, den Sommerferien-Leseclub sowie neu ein Computer-Sprachprogramm für arabisch sprechende Flüchtlinge zur Ergänzung des Deutsch-Unterrichts, das direkt am Computer im Biz genutzt werden kann. Als Kreisbibliothek hat das Biz gemeinsam mit anderen Bibliotheken im Kreis das Projekt "Haßberge-Moewe" initiiert und weiter ausgebaut. So haben die Nutzer aller Bibliotheken nun Zugriff auf alle Medien in Haßfurt, Ebern, Zeil oder Hofheim, außerdem werden Außenstellen in den Dorfläden in Riedbach und Aidhausen beliefert. Theres hat Interesse angemeldet. "Bisher haben wir über die beiden Dorfläden schon 2000 Medien ausgeliehen", erzählte Annelie Ebert. Das Moewe-Projekt soll in den kommenden Jahren ebenso ausgebaut werden wie die Bemühungen um die Leseförderung mit dem Programm "Bib-Fit", das sich an Vorschüler richtet.