Einen neuen Zweiten Bürgermeister hat die Gemeinde Knetzgau. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am Montag in der Aula der Dreiberg-Schule kam es zu einer Kampfabstimmung. Mark Zehe (CSU) schlug seinen Parteikollegen Stefan Seubert vor, während Florian Schilling von der FDP/Freie Bürger den bisherigen Amtshinhaber Bernhard Jilke von seiner Partei wieder ins Rennen schickte. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Von den 21 Stimmberechtigten erhielt Stefan Seubert zwölf Stimmen, Bernhard Jilke neun Stimmen.

Die bisherige Dritte Bürgermeisterin Susanne Haase-Leykam (CWG) nominierte Robert Beetz (CWG) erneut für das Amt. Peter Werner (Grüne) war der Meinung, dass man auch einer Newcomer-Frau eine Chance geben und damit ein Zeichen setzen sollte - und sprach sich für Barbara Ullrich (CSU) aus. Mit 15:6 Stimmen verteidigte jedoch Haase-Leykam ihren Stellvertreter-Posten.

Insgesamt neun neue Gemeinderäte sitzen ab sofort mit am Tisch. Bürgermeister Stefan Paulus vereidigte die Amtsträger einzeln: Dr. Alexander Ambros, Barbara Ullrich, Christina Stula (alle CSU), Dr. Benjamin Schraven, Nina Köberich (beide Grüne), Sebastian Schierling (SPD), Hannelore Glass (CWG) sowie Johannes Betz und Andre Sauerschell (beide Junge Liste).

Bürgermeister Paulus dankte allen Gemeinderäten für ihre Bereitschaft, in den kommenden sechs Jahren die Gemeinde mitzugestalten: "Sie werden sehr oft erleben, dass Wünsche und Ansprüche sich nicht immer mit den Realitäten in Einklang bringen lassen. Sie werden aber auch Teil bei der Umsetzung guter Projekte sein und einen wichtigen Beitrag dazu leisten, unsere Gemeinde zu entwickeln."

Die derzeit gültige Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts wurde im Entwurf angepasst. Das bisherige Sitzungsgeld wird von 20 Euro auf 35 Euro erhöht. Die monatliche Pauschalentschädigung in Höhe von zehn Euro entfällt.

Von der nichtöffentlichen in die öffentliche Sitzung verlegt wurde der Beschluss über die Dienstaufwandsentschädigung des Bürgermeisters und seiner Stellvertreter. Bürgermeister Paulus erhält weiter monatlich einen Betrag in Höhe von 449,79 Euro. Die Entschädigung des Zweiten Bürgermeisters wurde auf 400 Euro monatlich und die der Dritten Bürgermeisterin auf 250 Euro monatlich festgelegt. Die weiteren Bürgermeister erhalten eine tägliche Entschädigung in Höhe von 50 Euro, wenn sie den Ersten Bürgermeister bei Urlaub oder Krankheit vertreten. Alle Beschlüsse zu den Entschädigungen waren einstimmig.

Paulus gab öffentlich sein Gehalt bekannt. Darüber entscheidet nicht der Rat, sondern ist Kraft Gesetzes aufgrund der Einwohnerzahl festgelegt. Paulus ist in die Besoldungsgruppe A16 eingestuft, die einem monatlichen Betrag von etwa 7500 Euro brutto entspricht.