Ein kleineres Ensemble, ein striktes Hygienekonzept und ein reduziertes Programm: Die Musiktage Ebern haben sich den Gegebenheiten der Corona-Pandemie angepasst. Dennoch haben drei hör- und sehenswerte Konzertabende mit höchster Professionalität das Publikum in ihren Bann gezogen.

Freude und Erleichterung

Am Ende des dritten Konzertabends war die Freude und die Erleichterung bei allen Mitwirkenden des Rückert-Ensembles zu spüren. Peter Rosenberg, der musikalische Leiter der Musiktage Ebern, sein Sohn Johannes, Karolina Pawul (Viola) und Sebastian Mirow (Cello) - sie bilden das "Trio Benjamin" - hatten ihrem Publikum drei Konzertabende mit Kammermusik vom Feinsten geboten.

In seiner Begrüßung am Freitagabend, dem ersten Konzertabend der Musiktage Ebern, hatte Peter Rosenberg die Möglichkeit, die Musiktage in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius trotz der Coronapandemie durchzuführen, als einen "Schritt in Richtung Normalität" bezeichnet. Eine Aussage, die das Publikum mit Applaus quittierte.

An den Anfang der Musiktage hatte Rosenberg die Partita Nr. 3 in E-Dur von Johann Sebastian Bach gesetzt. Ein Musikstück mit insgesamt sechs Sätzen. Nach dem ersten Satz, dem Preludio, folgen fünf "Tanzsuiten". Hochkonzentriert zeigte der ehemalige erste Konzertmeister der Bamberger Symphoniker wie eindringlich ein Konzert sein kann, das allein einer Violine gewidmet ist.

Spielerischer und bis zu einem gewissen Grad heiterer ging es am zweiten Abend der Musiktage zu. Das junge "Trio Benjamin" hatte sich für die Serenade in D-Dur Opus 8 für Streichtrio von Ludwig van Beethoven und das Divertimento Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart entschieden. Um es vorweg zu nehmen: Es war eine Freude den drei jungen Studierenden zuzuhören und zuzusehen, wie sie die beiden Musikstücke aus der Zeit der "Wiener Klassik" musikalisch gestalteten. Wenngleich die Violine von Johannes Rosenberg in weiten Strecken die Klangfarbe des Trios dominierte, nahm er sich in den Momenten bewusst zurück, wenn die Viola von Karolina Pawul und das Cello von Sebastian Mirow musikalisch in den Mittelpunkt gerückt wurden. Mit Blicken stimmten sich die drei Instrumentalisten ab, und es herrschte eine wohlklingende Übereinstimmung, die ihre Wirkung auf das Publikum nicht verfehlte. Mag es daran liegen, dass es das einzige Trio für Streicher ist, das Mozart geschrieben hat, so war insbesondere bei diesem Musikstück die Spielfreude des Trios zu spüren und zu hören.

"Eine dramatische Zeit fordert ein dramatisches Programm", hatte Peter Rosenberg bereits im Vorfeld zu den Musiktagen Ebern gesagt. Und so setzte die musikalische Umsetzung der "Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" von Joseph Haydn am Sonntagabend den Schlussakkord der Musiktage in Ebern. An diesem Abend als Quartett inszenierte das Rückert-Ensemble unter der Leitung von Peter Rosenberg diese Musik, die an Eindringlichkeit kaum zu überbieten ist. Zuvor jedoch rezitierte Rudi Hein das Gedicht "Für die sieben Tage" des Dichters Friedrich Rückert. Hein übernahm es auch, zwischen den einzelnen Sätzen die Passagen aus den Evangelien vorzutragen, in denen die letzten Worte des Erlösers am Kreuz zum Ausdruck kommen. Berührt durch die Worte und die Musik dauerte es wenige Augenblicke, bevor das Publikum dem Ensemble applaudierte.

Bedingt durch die Coronapandemie gestaltete sich die vierte Auflage der Musiktage Ebern anders als geplant. "Wir hatten weniger Besucher", erklärt Barbara Gemeinhardt und sie ergänzt: "Das mag den Umständen geschuldet sein." Doch für sie als Organisatorin wie für Peter Rosenberg wäre es ein "schlechtes Zeichen gewesen", wenn die diesjährigen Musiktage ausgefallen wären. Dank großzügiger Sponsoren kann Barbara Gemeinhardt zuversichtlich in die Zukunft blicken und sie plant bereits die Musiktage für das kommende Jahr. "Wir haben schon die Zusage von Dominik Wörner, so dass die "Kindertotenlieder" von Gustav Mahler nach den Gedichten von Friedrich Rückert ein Programmpunkt sein werden", gibt sie einen Ausblick in die Zukunft. Ebenso zeigt sie sich zuversichtlich, dass das "Trio Benjamin" erneut an den Musiktagen Ebern mitwirken wird.