Die Abrechnung der Altstadtsanierungsgebiete 1 und 2 am Marktplatz in Ebern konnte 2020 endlich vorangebracht werden. Das teilte die Stadt am Montag mit.

In der Eberner Altstadt wurden in den Jahren 1984 bis 1992 verschiedene Maßnahmen zur Aufwertung der Innenstadt aus dem Bund-Länder-Grundprogramm sowie durch bayerische Fördermittel im Zeitraum von 1993 bis 2005 finanziell unterstützt. Nach Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken , die sich sehr lange hingezogen hat, sei eine heutige Abrechnung der damaligen Wertsteigerung unverhältnismäßig. Diese Einschätzung konnten Bürgermeister und Stadtverwaltung erreichen, und es wäre, nachdem das Pflaster dort wieder sanierungsbedürftig ist, auch für keinen Bürger verständlich gewesen, argumentiert der Bürgermeister Jürgen Hennemann ( SPD ). "Die Hauseigentümer und Anlieger müssen damit keine Ausgleichszahlungen für die Altstadtsanierung am Marktplatz leisten. Wir müssen keine Verbesserungsbeiträge dafür erheben." Dadurch kann das Verfahren abgeschlossen und ein neues Sanierungsgebiet Altstadt aufgesetzt werden.

"Für das neue Sanierungsgebiet ist die Erarbeitung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek) mit Zielen und Maßnahmen zur Umsetzung notwendig," erläutert Lisa Schmitt aus dem Bauamt . Das Isek bilde gleichzeitig eine notwendige Grundlage für die Aufnahme von Teilgebieten der Stadt und einzelner Projekte in alle Städtebauförderungsprogramme des Bundes und des Landes.

Die aus den Förderprogrammen bewilligten Mittel sollen den Sanierungsgebieten als wichtige Voraussetzung für die Stärkung der innerörtlichen Funktionen wie Wohnen oder Einzelhandel sowie zur Förderung der touristischen Entwicklung in Ebern dienen. Dem will man in Ebern weiter nachkommen und Maßnahmen einleiten.

Im Zuge dessen werden auch mögliche Änderungen der aktuell gültigen Gestaltungssatzung, die dem Schutz des Ensemblebereichs und zum Erhalt des historischen Stadtbildes dient, erarbeitet. "Insbesondere zur Nutzung von Fotovoltaikanlagen im Altstadtbereich liegen mehrere Anfragen vor", berichtet Lisa Schmitt . Derzeit sei nur Solarthermie für Warmwasserbereitung auf Dächern in beschränktem Maße zulässig.

"Wir müssen uns mit Blick auf die Energiewende dem Thema stellen." Die Erarbeitung des Isek erfolgt unter der Einbindung der Öffentlichkeit sowie über die Einrichtung einer Lenkungsgruppe. Begleiten soll dies auch ein Quartiersmanagement, wozu eine Ausschreibung und Vergabe durch den Stadtrat erfolgt ist. Das Quartiersmanagement soll weiterhin Unterstützung zur Vermarktung von Gebäuden und Geschäftsräumen in der Altstadt bieten und Belebungsmaßnahmen sowie Veranstaltungen realisieren. red