In den zurückliegenden Wochen haben sie mächtig Dampf abgelassen, die Bürger aus den Stadtteilen Reutersbrunn und Eichelberg (siehe Bild oben ohne Windräder). Bei der Bürgerversammlung in der Kerngemeinde am Montagabend ging es - dem Zeitgeist entsprechend - friedlich zu.

Keinerlei Aufregung, nur ein paar Sorgen: Um die Zukunft des Krankenhauses und ein zunehmendes Verkehrsaufkommen im Mannlehen, wenn Seniorenheim und Kindergarten verwirklicht würden.

Das hing auch mit der Besetzung des Publikums zusammen. Gerade mal 28 Zuhörer von insgesamt 7440 Einwohnern hatten sich in die Rathaushalle "verlaufen". Für 13 davon gab es kaum Neuigkeiten, da sie schon zum Stadtratsgremium gehören.


Seniorenheim: Zeitplan korrigiert

Korrigiert wurde zumindest der Termin für die Anlieger-Versammlung im Mannlehen, bei der die Planung für das neue Seniorenheim samt Kindergarten vorgestellt werden soll. "Die wurde in den April verschoben, weil das Diakonische Werk noch bis Februar braucht, um die Abstimmung mit allen beteiligten Behörden abzuschließen."

Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) gab zu, dass "die Stadt etwas unter Zeitdruck steht, da Kindergartenplätze benötigt werden und im früheren Pfarrzentrum eine Notgruppe nur übergangsweise genehmigt wurde".

Nachgefragt wurde wegen der Anbindung des Seniorenheims an die Coburger Straße. So befürchtete ein Zuhörer im Zusammenhang mit dem Kindergarten ähnliche Probleme, wie sie aus der Georg-Nadler-Straße vorgetragen wurden. Dort fahren die Eltern der Grundschüler zu schnell und parken zum Teil sogar auf dem Fußgängerüberweg. "Zur Anbindung des Mannlehens an die Coburger Straße hat der Stadtrat die Erstellung einer Vorplanung vergeben. Wenn sich daraus die Kosten abschätzen lassen, wird er über eine fertige Planung und deren Umsetzung entscheiden", übte sich Hennemann als "verbaler Brückenbauer".

Der Bestand des Krankenhauses war den meisten, der wenigen Versammlungsteilnehmer eine Herzensangelegenheit, weswegen die Idee zur Gründung eines Fördervereins nach Hofheimer Vorbild gleich zu Beginn aufgegriffen wurde. Ein Vorschlag, dem sich auch der Bürgermeister wieder annehmen will


Anpassungen im Krankenhaus

Frisch aus der Kreistagssitzung gekommen, griff Bürgermeister Hennemann die aktuelle Minuszahlen der Krankenhausgesellschaft und die Zuschüsse aus dem Kreishaushalt auf . "Es gibt schon eine hitzige Debatte, weil eine Umstrukturierung kommen muss und deswegen auch die drei Standorte auf dem Prüfstand stehen."

Auch die Kritik an den Vorgaben aus der großen Politik wiederholte der Bürgermeister: "Bei uns sind die Bereitschaftsdienste teurer als in großen Häuser." Trotzdem will er nicht verstehen, dass "am Klinikum in Bamberg ein vierter Turm angebaut wird und bei uns kleine Häuser geschlossen werden".

Entwarnung gab Hennemann insofern, dass nach dem aktuellen Stand für Ebern "nur kleine Anpassungsmaßnahmen" vorgesehen seien. "Dennoch müssen wir uns Gedanken über das Nutzungs- und Belegungskonzept machen, worüber eine offene Diskussion geführt wird."

Auch in Ebern schreibe das das Krankenhaus mittlerweile rote Zahlen, "steht aber noch ganz gut da". Eine Perspektive zeige in Richtung Hospizarbeit.

Ein ernstes Problem sprach Jürgen Hennemann im Zusammenhang mit dem Bürgerbus an, dessen Fahrten künftig nicht mehr über Apotheken abgewickelt werde. "Wir suchen dringend Fahrer."


Wohnungsnot?

So drohe Gefahr für die Mobilität für Menschen in den Dörfern. Wie überhaupt es "nicht ganz einfach werden wird, die Infrastruktur auf allen Stadtteilen vorzuhalten". So bleibe die Einwohnerzahl Eberns wohl konstant, aber der Trend in die Kernstadt und die zentrumsnahen Stadtteile sei unverkennbar.

Dort hat Hennemann auch schon einen Mangel an verfügbarem Wohnraum festgestellt. "Es laufen schon Gespräche mit Investoren und Projektanten, um Wohnraum zu schaffen - auch vor dem Hintergrund, dass sich Angehörige der Landesbaudirektion mit ihren Familien in Ebern niederlassen möchten." Auch für anerkannte Asylbewerber stehe kein ausreichender Wohnraum zur Verfügung.

Noch keine Hoffnung auf ein neues Pflaster machte er den Zuhörern für den Marktplatzbereich. "Die alte Maßnahme ist in Sachen Städtebauförderung noch nicht angerechnet. Deswegen müssen wir uns gedulden." Und dies, obwohl sich zwischenzeitlich gezeigt habe, dass die einst verwendeten Poryphyrsteine den Kräften, die von Servolenkungen ausgehen, nicht gewachsen sind. "Wir können derzeit nicht mehr machen, als reparieren."


Schon 4500 im Hallenbad

Das Hallenbad setzte der Bürgermeister auf die Positivliste seines Jahresberichtes. "Es wird gut angenommen und wir verzeichneten bereits 4500 zahlenden Badegäste." Hinzu kämen noch die Schulklassen und die Vereine.

"Das ist vorrangig ein Schulbad und viel mehr Möglichkeiten für weitere Öffnungszeiten gibt es gar nicht."
Aber während selbiger gibt es ein Problem: am Kassenautomat, besonders mit 10er-Karten. "Es muss noch einiges gerichtet werden", gab der Bürgermeister zu. "Wir haben einfach zu früh aufgemacht, eigentlich hätten wir noch drei Monate gebraucht, deswegen sind auch jetzt noch Firmen drin." So auch am Kassenautomat.

Auch verwies der Bürgermeister darauf, dass sich durch das Hallenbad der Defizitbetrag im jährlichen Stadthaushalt auf 120 000 Euro erhöhe, der neben Pflichtaufgaben zu Buche stehe

Zum Anschluss an schnelle Datenleitungen in der Innenstadt führte Dirk Suhl als Protokollführer aus, dass die Telekom einen Ausbau in Eigenregie anstrebe, dazu aber zwei Jahre Zeit habe. Alternativ bestehe jetzt schon die Möglichkeit, bei Vodafone höhere Übertragungsraten zu vereinbaren. "Die sind in der Kernstadt verfügbar."

Zum Gewerbegebiet "alte Kaserne" verwies Hennemann auf nunmehr rund 130 Arbeitsplätze, die dort entstanden seien. "Man mag sich gar nicht fragen, wo diese Firmen gelandet wären, wenn es diese Möglichkeit nicht gegeben hätte", sprach er seinem Vorgänger in den Zuhörerreihen sicher aus dem Herzen.