Erst war er durchs Dorf gebummelt, dann stellte er sich der Einwohnerschaft: Die Abschiedstour von Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) führte ihn am Mittwoch zur Bürgerversammlung ins Gasthaus Hümmer. Nach seinem Rundgang verteilte er Komplimente en masse über Ortsbild und Gemeinschaftsgeist. Vielleicht hätte er seinen Streifzug auf dem Fahrrad unternehmen sollen, denn nach dem DSL-Anschluss möchten die Jesserndorfer nun auch besser ans Radwegenetz angebunden werden und fühlen sich in dieser Angelegenheit stiefmütterlich behandelt.

So forderte Marko Hager vehement "einen Lückenschluss, weil ich gerne mit dem Fahrrad bis nach Ebern fahren möchte". Und auch Klaus Müller verwies auf frühere Vorstöße, aber nichts sei passiert.
"Im Steigerwald dagegen werden viele unsinnige Radwege gebaut." Müller berichtete von einer Radtour auf der Staatsstraße mit einem Kind von Jesserndorf bis nach Gemünd: "Das war lebensgefährlich und ich möchte das nicht wieder machen", schimpfte er.

Einen Lösungsvorschlag hatte Marko Hager schon parat: "Ein Anschluss Jesserndorfs an den Rennweg, der immer häufiger von Radler befahren wird, wäre doch mühelos möglich." Bürgermeister Herrmann verwies auf die Zuständigkeit anderer Stellen und die lange Prioritätenliste im Landratsamt. Er will die Wünsche aus Jesserndorf dennoch weitergeben.

Eine weitere Liste sorgte ebenfalls für Diskussionsstoff: die Einkaufsliste für die Feuerwehren, da auch in Jesserndorf der Wunsch nach einem neuen Löschfahrzeug laut wurde. "Es gibt einen Mehr-Jahres-Plan im Haushalt, aber der wird durch aktuelle Entwicklungen immer wieder über den Haufen geschmissen", gab der Bürgermeister zu. Dazu zähle auch der Unfall des nagelneuen Feuerwehrautos bei Jesserndorf.

Was passiert mit Autowrack?

Der Bürgermeister informierte, dass der Hersteller das Wrack zurückkaufe und Teile von der Versicherung übernommen werden. "Dennoch bleibt es für uns ein Großprojekt, da einige Zigtausend an der Stadt hängen bleiben", auch wenn die beschädigte Brücke vom Bauhof in Eigenregie wieder hergerichtet wurde. "Es gibt Summen, wo man ins Flattern kommt", stöhnte Herrmann.

Umso erfreuter war er, dass die Ortswehr mit "relativ wenig Aufwand ein neues Mehrzweck-Fahrzeug akquirieren konnte und mit viel Eigenleistung herrichtete, dass es wie ein Neuwagen ausschaut". 5400 Euro seien bei einem Kaufpreis von fast 11 000 Euro aus Eigenmitteln der Wehr beigesteuert worden.

Bei aller Freude über die Neuausstattung hoffte der Bürgermeister, "dass das Fahrzeug nie gebraucht wird", was einen Zwischenruf von Thomas Wagner (Freie Wähler) mit Blick auf das Unfallgeschehen an der Jesserndorfer Brücke nach sich zog: "Am besten, Ihr lasst es daheim stehn, dann passiert nix."