Wenn der Novemberregen fällt, wird Fußballspielen auf Rasen zur Wasserschlacht oder unmöglich. Der Kunstrasenplatz auf dem Gelände des FC Sand soll zwei Stunden nach dem heftigsten Schauer wieder bespielbar sein. Außerdem günstiger im Unterhalt und haltbarer als seine natürlichen Pendants. Zu verdanken hat er das seinen wasserdurchlässigen Schichten. Und einem Drainagerohr, das die Flüssigkeit zügig ableitet.

"Ab Oktober kann der Ball rollen", sagt Gerhard Zösch, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde, über den Bauverlauf des Großprojekts. Vor dem Winter also wird Sand den ersten Kunstrasenplatz im Kreis Haßberge in Betrieb nehmen. Die zwei Rasenplätze der Gemeinde wird der neue Platz nicht verdrängen, sondern ergänzen. "Auf frisch gemähtem Rasen zu spielen, das ist noch mal etwas anderes", sagt Zösch und - meint besser. Aber im Winter ist es oft nicht möglich. Der Kunstrasen soll dank seiner Entwässerungstechnik und einem leichten Gefälle von rund 0,8 Prozent gegen Pfützenbildung beinahe resistent sein. Bei Temperaturen unter null Grad soll sich nicht einmal Eis bilden. Ob in den kalten Monaten Fußball gespielt wird, hängt dann also nur noch von der Kälteresistenz der Spieler, nicht vom Platz ab. "Bis zehn Zentimeter Schnee kann gespielt werden", sagt Zösch.

Günstiger im Unterhalt

Rund 588 000 Euro wird das gesamte Projekt voraussichtlich kosten. Inklusive Nebenkosten, Blitzschutz und Umrandung des Platzes. Das ist teurer als ein Rasenplatz. Im Unterhalt allerdings soll der "Neue" nur rund 10 000 Euro im Jahr kosten, während die Pflege des natürlichen Pendants fast das Dreifache benötigt. "Mähen, düngen, stechen, lüften. Das kostet viel Geld", sagt Zösch. Wenn nach zehn bis 15 Jahren der Kunstrasenteppich des neuen Platzes ausgedient hat, wird einfach ein neuer Teppich mit elastischer Tragschicht auf dem Asphalt ausgerollt. "Wir haben darauf geachtet, dass der Belag umweltfreundlich und natürlich abbaubar ist", sagt Zösch. Das Granulat auf der Spielfläche muss einmal die Woche aufgelockert und neu verteilt, werden. Alle ein bis zwei Jahre wird es abgesaugt, gereinigt und neu eingebracht.

Hauptsächlich werden die Fußballer des FC Sand das Kunstgrün nutzen, allerdings soll der Platz - gegen eine Stundengebühr - auch an andere Vereine aus der Umgebung vermietet werden. Das eingenommene Geld wird in die Betriebskosten der Anlage fließen. "Im Sommer werden wohl alle Vereine ihren eigenen Platz nutzen. Im Winter aber dürften wir viele Interessenten finden", sagt Matthias Klauda, Geschäftsleiter der Sander Verwaltung. Anfragen gibt es schon jetzt. Die Pläne, wer wann den neuen Platz nutzen kann, werden von der Verwaltung gemacht. Die Gemeinde Sand ist der Träger und Eigentümer des Kunstrasenplatzes.

Der Sander Kunstrasenplatz soll nicht nur für Fußball, sondern auch American Football und Rugby gut geeignet sein. Das geht aus einem Informationspapier des zuständigen Architekturbüros aus Bamberg hervor. Hockeyfreunde hingegen sollten sich ein anderes Grün oder eine Halle für ihr Spiel suchen.

Es war keine leichte Geburt

Der Gemeinderat Sand hat sich anfangs schwer damit getan, den Entschluss für den Kunstrasenplatz zu fassen. Nach intensiven Diskussionen rang man sich zu Beginn dieses Jahres dazu durch, die Ausschreibung für den umstrittenen Platz in Auftrag zu geben. Im ersten Anlauf war das Vorhaben abgelehnt worden. Für das Projekt gab es EU-Gelder, und das nicht zu knapp. Letztlich bekam Sand aus dem Leader-Förderprogramm für Kunstrasenplatz und mobile Bühne 149 000 Euro als Zuschuss zugesagt. Seitens der Bürger gab es bei einer Bürgerversammlung im Oktober 2013 etliche positive Stimmen für einen Kunstrasenplatz. Der Bau begann im Juli.