Groß war das Interesse der Haßfurter an der Bürgerversammlung nicht, obwohl viele wichtige und neue Informationen angekündigt waren: Nur knapp 40 Bürger waren in die Stadion-Gaststätte des FC gekommen.

Die Stadt Haßfurt wird mit dem Stadtwerk und dem Institut für Energietechnik (IfE) an der oberbayerischen Technischen Hochschule Amberg einen digitalen Energienutzungsplan erstellen, von dem auch die Bürger profitieren können. "Wir planen zudem eine weitere Betriebsoptimierung am Wärmenetz im ,Osterfeld‘ und den ersten Bau eines Wasserstoff-Blockheizkraftwerkes in Deutschland als Demonstrationsobjekt am Standort der Power-to-Gas-Anlage im Hafen von Haßfurt", gab Markus Weber vom IfE bekannt. Somit könne künftig überschüssiger Strom von den Windrädern im Sailershäuser Wald, der in der Power-to-Gas-Anlage zu Wasserstoff umgewandelt wird, gespeichert und bei Bedarf in dem Wasserstoff-BHKW wieder zu Strom umgewandelt werden.

Nun soll auch der Energienutzungsplan (ENP) aus dem Jahr 2014 für die Stadt Haßfurt auf den aktuellen Stand gebracht werden. Erstmals werden alle Daten digital erfasst und ausgearbeitet, um ein Planungsinstrument für die Kommune und die Bürger für die kommenden Jahre zu haben.

Stadt und Stadtwerk als Reallabor

"Die Stadt Haßfurt gilt mit ihrem Stadtwerk als Vorreiter der Energiewende und hat schon viele Projekte realisiert oder plant neue Projekte", sagte Markus Weber. "Nun werden wir unsere Zusammenarbeit noch vertiefen und Stadt und Stadtwerk als ,Reallabor‘ der oberbayerischen Technischen Hochschule Amberg führen sowie eine vertiefte Forschungsarbeit im Bereich Energie beginnen."

Der Leiter der Polizei-Inspektion (PI) Haßfurt, Polizeioberrat Norbert Mohr, informierte über die Sicherheitslage. "Man kann sich hier sehr sicher fühlen", betonte er. Es gebe kaum Straßenkriminalität, schwere Körperverletzungen, Delikte im öffentlichen Raum oder Tötungsdelikte. So habe man 2017 nur drei Tötungs- oder versuchte Tötungsdelikte sowie drei Sexualdelikte behandelt und keinen Raub verzeichnet. Die PI bearbeite rund 2000 Straftaten pro Jahr, davon seien im letzten Jahr 666 in Haßfurt verzeichnet worden. Die Aufklärungsquote liege immer zwischen 67,5 und 70 Prozent.

Natürlich bemühe man sich auch, Raser zu erwischen. So werde man sporadisch auch im Osterfeld "blitzen", wie es Burkhard Finkernagel in einer schriftlichen Anfrage gefordert hatte. Das sei nicht genug, monierten einige Bürger.

Finkernagel und weitere Anlieger des Osterfeldweges hatten auch gefordert, dass die Stadt ihre eigenen Geschwindigkeitsmessanlagen in beide Fahrtrichtungen aufstellen solle. Sie wollten zudem wissen, warum es noch keine Messungen der Feinstaub- und der Stickoxidbelastungen gab, ob die Stadt aufgrund der hohen Anzahl der durchfahrenden Fahrzeuge Lärmschutzfenster subventionieren müsse und wann der Ausbau des Flurbereinigungsweges zwischen Wülflingen und der Sailershäuser Straße stattfinde.

Bürgermeister Günther Werner berichtete, dass man im Juni zweieinhalb Stunden am Vormittag die Geschwindigkeit gemessen habe und von 199 Fahrzeugen nur elf Fahrzeuge zu schnell gewesen seien. Die Höchstgeschwindigkeit habe 51 km/h betragen. Sukzessive würden aber beide Messanlagen auch wieder im Osterfeldweg aufgestellt. Der Ausbau des Flurbereinigungsweges sei nicht vorgesehen. Auch seien keine Feinstaub- oder Stickoxidmessungen notwendig und Lärmschutzfenster müssten nicht bezuschusst werden.

Günther Werner teilte mit, dass man vier Varianten für die Errichtung eines breiteren Geh- und Radweges auf der Brücke über die Bahn in der Schweinfurter Straße geprüft habe und nun einen drei Meter breiten Weg an der Nordseite für rund 500 000 Euro bauen werde.

Die Erneuerung der Flutbrücke ziehe sich noch hin, da das Staatliche Bauamt noch keine Firma gefunden habe, die Zeit für die Arbeiten hat.

Stadt wurde angezeigt

Die Deutsche Bahn habe mitgeteilt, dass der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs in Haßfurt auf 2020 verschoben worden sei. Da das gesamte Umfeld neu gestaltet werden solle, erfolge nächstes Jahr ein Wettbewerb.

"Geärgert hat uns, dass wir die Arbeiten für die weitere Beleuchtung der Ritterkapelle einstellen mussten", sagte Günther Werner. Die Stadt sei angezeigt worden, weil sie im Bereich des Flächendenkmals Baggerarbeiten habe vornehmen wollen.