Eberns Unterwelt birgt Geheimnisse, in Katakomben schlummert Geschichte aus Jahrhunderten. In Stein gehauen, tauchen Rätsel auf. Versteckt tief unten. Ganz weit unten.

Unter dem einstigen Prachtbau und früheren Gasthaus "Zum Hirschen" (jetzt: Vera-Cruz) am Marktplatz erstreckt sich ein weitläufiges Höhlen-Labyrinth, das so manches Mysterium birgt.

Die Geheimnisse werden nun sukzessive gelüftet. So am Tag des offenen Denkmals, 13. September, bei Führungen durch den Höhlenexperten des Landesamtes für Denkmalschutz, Bernhard Häck.

60 Treppenstufen verhindern den Absturz der Besucher. Ausgebaut noch im ersten Abschnitt vom Flur des Gasthauses bis zum ersten Untergeschoss, einem großen Kellergewölbe, das sich bis unter den Marktplatz erstreckt.

In einem versteckten Winkel des rund vier Metern hohen Gewölbes tut sich aber nochmals ein Abgrund auf: 50 Stufen einer in den Stein gehauenen Wendeltreppe führen in eine tiefer gelegene Stollenanlage, deren Ursprünge der Hohlraumforscher Häck ins 15. oder 16. Jahrhundert datiert, als dort Erze, Steine oder Mineralien abgebaut wurden. "Diese Stollenarbeiten haben keine Hausbesitzer erledigt, das waren Bergleute", ist sich Häck sicher.


Ausgang zur Hirtengasse

Die Katakomben gliedern sich in mehrere Zweige und einige Seitenkammern, die in späteren Jahrhunderten bei ideal kühler und gleich bleibender Temperatur für Lagerzwecke angelegt wurden. So liegen heute noch Dutzende alter Flaschen herum. "Messwein", scherzt Linda Wohlfarth-Orthiz, die Chefin des mexikanischen Restaurants als Pächterin, der auch schon weitergehende (touristische und gastronomische) Nutzungen vorschweben.

Denn der Reiz ist groß: Noch birgt das Stollen-Labyrinth mit einer Länge von rund 130 Metern, das auch in die Garage eines Nachbar-Anwesens in der Hirtengasse führt, vielerlei Geheimnisse. In Stein gemeißelte Jahreszahlen oder Buchstaben gilt es zu entschlüsseln.

Die Möglichkeit dazu besteht am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 13. September, da der Geologe Bernhard Häck Führungen anbietet, wobei der Andrang bereits immens ist, wie Bernd Ebert im Fremdenverkehrsbüro der Stadt, wo die Anmeldungen eingingen werden, erlebte. Eine erste Führung um 15.30 Uhr ist bereits ausgebucht, weshalb versucht wird, einen zweiten Einstieg in die Unterwelt zu organisieren.