Dass das Ehepaar seit 60 Jahren zusammen durch das Leben geht, ist ihrer gegenseitigen Liebe und ihrem Willen geschuldet, alle Probleme gemeinsam zu lösen. Bertha Keidel, geborene Marzin, kam 1936 in Dux im Sudetenland zur Welt und wuchs in Bilin auf. Nach der Vertreibung kam sie mit ihrer Mutter über Schweinfurt und Ebelsbach nach Mechenried. 1953 zog die Familie nach Steinsfeld und ein Jahr später nach Haßfurtn. Dort arbeitete die Jubilarin in einem privaten Haushalt.

Am Neujahrsfest 1954 lernte sie Peter Keidel kennen. 1934 in Haßfurt geboren, hatte er zunächst den Beruf des Schmieds erlernt und dann in einem Bergwerk in Bottrop gearbeitet. "Wir haben uns am 1. Januar 1954 zum ersten Mal bei Bekannten in Haßfurt getroffen und Neujahr gewünscht. Dann sind wir uns am Nachmittag erneut über den Weg gelaufen und sahen uns am Abend zufällig zum dritten Mal im Kino im Zentralsaal.
Danach besuchten wir die Gastwirtschaft Oster im Bahnhof", berichtete Bertha Keidel. "Dabei verabredeten wird uns zum Tanz am 2. Januar im Wildbad."


"Schwere und schöne Zeiten"


Weil aber tags darauf der Urlaub von Peter Keidel zu Ende ging, blieben sie zunächst in Briefkontakt. "Erst im nächsten Urlaub hat es dann gefunkt", erzählte Peter Keidel, der "seine" Bertha am 18. März 1955 in Haßfurt zum Altar führte. Im Juli desselben Jahres fand er eine Stelle in der Schmiedepresse bei FAG Kugelfischer in Schweinfurt, wo er bis zu seinem Ruhestand 1988 beschäftigt war.

Dem Ehepaar wurden vier Söhne und zwei Töchter geschenkt. "Wir hatten schwere und schöne Zeiten", sind sich die Eheleute einig, die mit viel Humor gesegnet sind. So schenkte Peter Keidel seiner Frau zum 70. Geburtstag einen "Gesellinnenbrief im Ausbildungsberuf Ehefrau" mit guten Noten in den "Fächern" Hauswirtschaft, Technik und Unterhaltung. Bertha Keidel kümmerte sich nicht nur um den Haushalt und die Erziehung der Kinder, sie strickte, häkelte und nähte auch vieles selber, pflegte den Garten und half ihrem Mann bei handwerklichen Arbeiten. "Er war der Chef und ich seine Auszubildende", scherzte Bertha Keidel, über deren Mann die Nachbarn sagen: "Nicht verzagen, Keidel fragen". Denn Peter Keidel ist jedem behilflich und wird auch der 14. Nothelfer genannt. Noch heute arbeitet er gerne mit Holz und drechselt Kerzenständer, Schalen, Engel und andere schöne Dekoartikel.


Aktive Kegler und Tierfreunde


40 Jahre lang waren die Eheleute im Verein "Harmonie" als Kegler aktiv, 17 Jahre lang engagierten sie sich im Tierheim Haßfurt. "Wir haben die Zwinger gesäubert, Wäsche gewaschen und die Hunde ausgeführt", sagten sie. Sie selbst haben drei Katzen, arbeiten gerne im Garten und gehen zusammen spazieren. Bertha Keidel liebt Kreuzworträtsel und spielt jeden Tag mit ihrem Mann das Kartenspiel "Phase 10".

Zum Ehejubiläum gratulierten neben den Kindern auch vier Enkel und fünf Urenkel sowie stellvertretender Landrat Michael Ziegler und Dritter Bürgermeister Stephan Schneider.