Ausgrabungsleiterin Britta Ziegler und ihre Studierenden der Otto-Friedrich-Universität Bamberg können sich auch bei der zweiten archäologischen Grabung bei Eltmann auf die Unterstützung des Vereins für Heimatgeschichte und der Stadt Eltmann verlassen. Für vier Wochen ist der Bergsporn oberhalb des Lochbachtales wieder Ausgrabungsort - "leider zum letzten Mal, wie das Denkmalamt mitgeteilt hat", sagt Britta Ziegler. Sie ist angetan von der hochmittelalterlichen Burganlage, die hier wohl im Grenzgebiet der beiden Hochstifte Bamberg und Würzburg eine - wenn auch kurze - Rolle gespielt hat.

Nur kurze Besiedlung

"Unsere Funde verdichten die Annahme, dass die Burg nur im 12./13. Jahrhundert bewohnt war", erklärt die Archäologin. Das belegt die Formensprache der gefunden Keramik. Außerdem gibt es nur eine Schicht, die auf Besiedlung hinweist. Diese kurze Besiedlung ist auch ein Grund dafür, dass es so wenige Informationen über den Burgstall gibt, denn alle Kartierungen der Bistümer und sonstigen Quellen für die Burgenforschung beginnen erst später.

"Aber die Funde sind sehr schön, nicht nur kleine Scherben, sondern große Stücke", freut sich Ziegler. Gerade haben Vivien Welker und Nadine Plaschke einen Keramiktopf zur Hälfte freigelegt.

Bei der ersten Ausgrabung im vergangenen Jahr beschäftigten sich Ziegler und ihr Team mit der Hauptburg und stieß entsprechend der vorangegangenen elektromagnetischen Messungen auch gleich auf Grundmauern. Heuer liegt das Augenmerk auf der Vorburg und ihrer Siedlungsfläche.

Das Auspinseln der Funde fällt in diesem Jahr leichter. Letztes Jahr kämpften die Ausgräber mit nassem, schwerem Boden, heuer herrscht auch im Wald extreme Trockenheit. Das erleichtert manche Arbeit, aber an manchen Stellen ist die Erde sehr hart.

Keine besondere Befestigung

Ganz locker ging es durch den Wall. Der wurde offensichtlich einfach aus dem "Aushub" für den Burggraben gleich dahinter aufgeworfen. "Es gab wohl keine besondere Befestigung wie Palisaden beispielsweise", erklärt Britta Ziegler, denn dann hätte man Bodenverfärbungen finden müssen.

Auch gab es in der Vorburg offenbar zwar Mauern, aber lediglich in Trockenbauweise. Mörtel wurde in keiner Form gefunden. Das passt auch zu den Erkenntnissen aus der Hauptburg, die eher kein trutziger Steinbau war wie die Wallburg, die Schmachtenburg oder die Stollburg in der Nachbarschaft, sondern wohl ein Fachwerkgebäude.

Dokumentation und Vortrag

Untersucht wird auch, wie der über das Gelände führende Waldweg in das Bodendenkmal eingegriffen hat. Hier ist die Verdichtung deutlich bemerkbar und erschwert die Grabungen.

Insgesamt vier Wochen lang wird gegraben, dann geht es an die noch umfangreichere Nacharbeitung, die Dokumentation. Und voraussichtlich wird es auch wieder einen Vortrag in Eltmann geben, denn die Eltmanner sind sehr interessiert an der Aufklärung der Geschichte.

Für ihre Studenten sei ein solch praktisches Ausgrabungsfeld, quasi vor der Haustür der Universität, ausgesprochen hilfreich, sagt Britta Ziegler: "Sie lernen hier die Systematik einer solchen Grabung verstehen, ordentliche Querschnitte anzulegen, einzumessen, zu dokumentieren" - und das ohne besonderen organisatorischen Aufwand, wie das bei einer entfernteren Grabung nötig würde. Dazu kommt die quasi "Rundumversorgung" durch Günther Reiß vom Verein für Heimatgeschichte Eltmann, der sich um alles rund um die Grabung kümmert.

Mit Begeisterung dabei

Auch Bürgermeister Michael Ziegler und der Eltmanner Stadtrat stehen hinter der Grabung und unterstützen diese ebenfalls. So gibt es auch in diesem Jahr wieder eine mobile Unterkunft, ein Toilettenhäuschen und - wenn nötig - Hilfe durch Bauhof und Waldbauhof. Und auch Ehrenamtliche aus dem Verein wie etwa Walter Bauer aus Limbach sind wieder "am Start". Auch Bauer ist mit den Geschichten um den Burgstall groß geworden und mit Begeisterung dabei. Er kommt mit dem passenden Fahrzeug an die Ausgrabungsstelle, denn er nennt einen Dkw Munga, den ersten Geländewagen der Bundeswehr, sein Eigen. Aus dem Baujahr 1965 stammend ist auch der historisch.