Die einen ächzen ob der Prüfungsaufgaben, alle anderen wegen der Hitze. Schüler haben es nicht leicht in dieser (Sommer-)Zeit. Eine generelle Regelung wie früher - hitzefrei ab 27 Grad Celsius - gibt es seit Jahren nicht mehr. Die jeweiligen Schulleiter sollen das vor Ort regeln. Deshalb auch eine Umfrage an den Schulen in Ebern.
Philipp Arnold, der Leiter der Mittelschule, erklärt dazu: "Es gibt offiziell kein Hitzefrei mehr an unserer Schule. Ich stehe als Schulleiter in der Pflicht, vor allem auch die Ganztageskinder über den Tag zu versorgen und kann das nicht kurzfristig absagen."

Die Mittelschullehrer seien angehalten, bei extremen Temperaturen im Klassenzimmer den Unterricht so zu gestalten oder zu erleichtern, vielleicht sogar das Klassenzimmer zu verlassen und in die kühlere Aula zu gehen, dass den Kindern ein normales Arbeiten möglich ist.

Weiterhin hätten seine Lehrer, so Arnold weiter, die Möglichkeit, Pausen individuell zu setzen, wenn sie merken, dass "wegen der Hitze nichts mehr geht".

Viele Lehrkräfte nutzen auch die Möglichkeit, Unterricht im Freien zu halten (Außen-Klassenzimmer) oder mit den Kindern und den Sportlehrern das Schwimmbad häufiger zu besuchen, wenn es im Klassenzimmer nicht mehr erträglich ist.

Der Rektors Fazit: "Spontanen Schulausfall wegen hoher Temperaturen gibt es also bei uns nicht. Das wäre bei den vielen Fahrschülern auch organisatorisch nicht machbar. Ausnahme wären: Hitzekatastrophen oder Notfallsituationen, die durch Hitze bedingt sind."

Auch an der Meisterschule für das Schreinerhandwerk ist hitzefrei nicht vorgesehen, wie deren Leiter Oliver Dünisch mitteilte. Die Meisterausbildung sei in der beruflichen Erwachsenenbildung angesiedelt und orientiere sich auch im Unterrichtsumfang, Inhalt und Anforderung an den Gegebenheiten der Arbeitswelt. "Dort ist hitzefrei nicht wirklich vorgesehen", so Dünisch. "Wir versuchen aber natürlich besonderen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, wie z.B. Unterricht nach außen zu verlagern oder bestimmte Unterrichtseinheiten (wie den Waldgang für Schreiner, einwöchige Fachexkursion - aktuell in Österreich) in die warme Zeit zu legen..

"Es gibt in den Schulordnungen keine Regelungen mehr bezüglich hitzefrei, vielmehr hat die Schulleitung dafür Rechnung zu tragen, dass die Schüler durch die Hitze in der Schule keine Schäden erleiden. Insofern spielt nicht die Außen-, sondern die Innentemperatur eine Rolle" schaute Rektorin Gudrun Schnitzer aus der Eberner Grundschule in die Bestimmungen und aufs Thermometer, kramte aber auch in Erinnerungen: "Gerne denke ich an frühere Jahre, wo man mit drei Wörtern ("Heute ist hitzfrei") eine ganze Schülerschar glücklich machen konnte und der Jubel in den Klassen weithin hörbar war."


Andere Unterrichtsformen

Jetzt könne man von den üblichen Unterrichtsformen im Klassenzimmer schon einmal in ein Ausweichquartier oder ein schattiges Plätzchen gewechselt werden. Im Sinne einer verlässlichen Halbtagsgrundschule mit Nachmittagsbetreuung und vor allem bestehenden Ganztagsklassen gestalte sich ein früherer Unterrichtsschluss an besonders heißen Tagen schwierig, vom Busplan (Fahrschüler) her ganz zu schweigen.

Schnitzer: "Wir wollen und müssen ein verlässlicher Partner für die Eltern sein, wo die Aufsichtspflicht bis zum regulärem Schulende gilt. Hitzefrei für die Schüler wird es also an unserer Schule nicht geben."

Martin Pöhner plant als stellvertretender Schulleiter am Friedrich-Rückert-Gymnasium derzeit nicht, in dieser Woche hitzefrei zu geben. "Selbstverständlich werden wir die Temperaturen weiter beobachten und nehmen im Rahmen des Möglichen auch im Unterricht Rücksicht."

So bestehe die Möglichkeit, aus Klassenzimmern, die besonders warm sind, den Unterricht in den Schulgarten zu verlegen. Pöhner: "Wir halten es für wichtig, bis zum Notenschluss möglichst wenig Unterricht ausfallen zu lassen."
In der Grundschule in Kirchlauter wird nach Aussage von Rektorin Antje Schorn nach der gesetzlichen Vorgabe verfahren, die besagt, dass es an den Volksschulen keinen Unterrichtsentfall auf Grund der Außentemperaturen gibt.