In dieses Thema tauchen sie seit mehreren Wochen tief ein: die Kosten für den Hallenbad-Neubau beschäftigen die Mitglieder des Stadtrates über und unter der (Wasser-)Oberfläche, in öffentlichen wie nichtöffentlichen Sitzungen. Obwohl ein Sprungturm bei dem Projekt nicht vorgesehen ist, ein Aspekt klettert konsequent nach oben: die Kosten.

Einen Überblick gewährte Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) bei der jüngsten Stadtratssitzung mit einem Zwischenbericht. Probleme liegen dabei am Beckengrund: Weil das Gelände zu schwammig ist, sind Pfahlgründungen notwendig, die erhebliche Mehrkosten gegenüber den bisherigen Schätzungen verursachen.
Einen "Knacks" hatte schon im Becken des mittlerweile abgerissenen Bades gegeben, wie Bürgermeister Herrmann verriet.

Happiger Rechenfehler

Und er offenbarte noch einen gravierenden Fehler: Bei der Kostenschätzung für eine Wärmelieferung über ein mögliches Nahwärmenetz, das zwischenzeitlichen schon zu den Akten gelegt schien, hatte sich ein gravierender Rechenfehler eingeschlichen, den der Bürgermeister dem Computer-Programm Excel zuschob.

Seit der gefunden ist, gibt es neuerliche Überlegungen, ein Nahwärmenetz aufzubauen, zum Teil mit den städtischen Gebäuden, zum Teil nur für die Liegenschaft des Landkreises. "Die Gasversorgung Unterfranken (Gasuf) meint, dass sich der Hallenbad-Neubau günstig auf die Gesamtsituation auswirkt. So hat die Wirtschaftlichkeitsberechnung nun einen Wert ergeben, der nicht 48, sondern nur neun Prozent über den Marktpreisen für Wärmelieferungen liegt", machte der Bürgermeister Hoffnung. "Und der Landrat hat zugesichert, dass der Landkreis bis zehn Prozent Mehrkosten mitmacht." Als Alternative sei auch ein Nahwärmenetz des Kreises für seine Gebäude in der Überlegung. "Das ist aber alles noch nicht ausgegoren."

Müsste es aber bald sein, denn die Bauträger befinden sich auf dem Weg zu den Startblocks: Im Winter sollen die Ausschreibungen raus, um günstige Baupreise zu erzielen. Dann sollte man sich über die Form der Heizung schlüssig sein.

Gewinn für die Region

Bürgermeister Herrmann bezeichnet den Neubau jedenfalls als "Gewinn für Ebern und die Region", obgleich er sich keine falsche Hoffnungen machte, dass "beispielsweise die 215 000 Euro, die Rentweinsdorf zahlen muss, dort zu keinen Begeisterungsstürmen führen werden".

Dass die genannten Summen "sicher kein Endstand sein werden", befürchtete SPD-Sprecher Jürgen Hennemann. "Ich glaube nicht, dass das billiger wird." Er erinnerte daran, dass der Stadtrat die öffentliche Nutzung befürwortet habe, zweifelte aber an, ob der großzügige Beckenumgang notwendig sei?

Harald Pascher (FDP) mochte nicht verstehen, dass erst jetzt die Probleme im Untergrund entdeckt worden seien. "Gab's da keine Voruntersuchungen, beim Altenheim in der Nähe war's doch auch nicht anders?"

Thomas Wagner (Freie Wähler) mochte beim vorliegenden Plan keine großen Unterschiede zu "Bädern von der Stange" erkennen - "und die sind viel billiger." Auch warnte er vor einem Flachdach, womit "wir keine guten Erfahrungen gemacht haben", was auch Franz Geuß (CSU) so sah. Wagner suchte jedenfalls danach, wofür "sich der Architekt große Gedanken gemacht hat, die eine Verteuerung von drei Millionen Euro rechtfertigen?" Widerspruch des Dipl.-Ingenieurs Herrmann:  "Das ist eine sehr kompakte Bauweise, da steckt schon viel Gehirnschmalz drin und die Vorgaben stammen schließlich von uns", so der Bürgermeister.

"Ich krieg' Fracksausen", bekannte Oliver Kröner (EAL) ob einer Kostenmehrung von 25 Prozent binnen weniger Wochen und der Planer erst jetzt merkt, dass "seine Technikflächen nicht ausreichen". Kröner fragte, ob "die Stadt sich das noch leisten kann oder lieber die Reißleine ziehen sollte?"
Irene Jungnickl (SPD) wunderte sich, ob angesichts der bekannt gewordenen Untergrundprobleme auch die Realschule in Gefahr sei? Darüber hatte der Bürgermeister keine Informationen, verwies aber darauf, das die sogar über den Angerbach gebaut worden sei. Das Becken des alten Bades sei jedenfalls schon gebrochen gewesen.



So verteilen sich die Kosten auf die beteiligten Gemeinden:


Gesamtkosten 6,5 Millionen Euro (geschätzt und gerundet);

Anteil Landkreis (für Gymnasium und Realschule): 3 Millionen Euro;

Anteil Stadt Ebern (für öffentliche und Vereinsnutzung, Grund- und Mittelschule): 1,9 Millionen Euro;

Staatszuschuss (ausschließlich für ein Schulschwimmbecken): 1,3 Millionen Euro;

Anteil Rentweinsdorf (für Grund- und Mittelschule): 215 000 Euro;

Anteil Untermerzbach (für Mittelschule): 67 000 Euro;

Anteil Burgpreppach (für Mittelschule): 33 000 Euro;

Anteil Königsberg (für Mittelschule): 13 000 Euro.