Der Marktgemeinderat Rentweinsdorf ist gegen die Herausnahme von Flächen aus dem Schutzgebiet des Naturparks Haßberge zugunsten der Errichtung von Windenergieanlagen im Bereich der Gemarkung Haßwald-Süd der Stadt Ebern. Bei seiner Sitzung am Montagabend versagte er dem Anliegen sein Einverständnis und das einstimmig.

Er begründete dies mit Befürchtungen, dass nicht nur die direkt betroffenen Eigentümer und Bewohner von Kirchlauter, sondern auch die Bürger im angrenzenden Marktgemeindegebiet Beeinträchtigungen hinnehmen sollen.

Der amtierende Zweite Bürgermeister Kurt Weißheimer (FW) sprach von einer markanten Anlage, zu der die Marktgemeinde Rentweinsdorf nicht ihre Zustimmung erteilen könne. "Optische Emissionen"" erfolgten durch die Einrichtung selbst, durch den Schattenwurf und das Drehen der Flügel und Blinken in der Nacht.
Auch dürfe man gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Infraschall nicht gering einschätzen.

Außerdem werde hier dem Landkreistourismus, unter anderem dem Burgenwinkel, zuwider gearbeitet. Wenn jedem Antrag auf Herausnahme oder Änderung der Schutzzone ohne triftigen Grund oder zukunftsfähiges Konzept entsprochen werde, stelle sich die Frage nach dem weiteren Sinn und Zweck des Landschaftsschutzgebietes, sagte Weißheimer.


Beitrag geleistet

Sowohl der Markt Rentweinsdorf als auch die Stadt Ebern hätten bereits durch die Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen einen großen Beitrag zur Energiewende geleistet und damit auch schon ein Stück Natur und landwirtschaftliche Fläche aufgegeben.

Ratsmitglied Steffen Kropp sah ebenfalls keinen Nutzen für die Marktgemeinde und meinte, dass man Siedlungsgelände erschlossen habe und Bauwerber brauche. Ludwig Bock kritisierte die Förderung der Windenergie. Dies sei ähnlich, wie wenn man Getreide und Brot subventioniere und dann an die Schweine verfüttere, fand er. Außerdem werde dem kleinen Mann das Geld für Strom noch abgenommen. Man lebe hier in einem windschwachen Gebiet und außerdem verschandelten die Windräder die Natur.


Immense Fläche

Die Marktgemeinderätin Petra Haubner hielt den Standort für nicht günstig und zudem habe man keine Industrie, die diesen Strom abnehme. Willi Andres forderte eine bessere Planung der Energiewende und Stromerzeugung. Strom gehöre dahin, wo der Strom gebraucht werde, meinte er, während Armin Schätzlein kritisierte, dass man die große Fläche vom 90 Hektar aus dem Landschaftsschutzgebiet herausnehmen wolle.
Kurt Weißheimer wies ferner darauf hin, dass in der Marktgemeinde Rentweinsdorf durch die Errichtung der Solaranlage in Hebendorf bereits eine Fläche von 10,8 Hektar aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen wurde und nun noch einmal 90 Hektar folgen sollten, obwohl man zuerst nur von vier bis fünf Hektar gesprochen habe. Nach weiteren Diskussionsbeiträgen stimmte der Marktgemeinderat einstimmig gegen die Herausnahme weiterer Flächen.

Gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes für den "Priegendorfer Weg" der Gemeinde Reckendorf gab es keine Einwände. Die Marktgemeinde beschloss dann für ihren Bereich die Erstellung eines qualifizierten Kanalkatasters, mit dem Höhenlage und Koordinaten der Kanalschachtdeckel, Kanalhaltungen, Sonderbauwerke und Messeinrichtungen ermittelt werden sollen und genaue Bestandspläne neu eingepflegt werden. Die Kosten für das Kataster wurden dabei mit einer Summe von 15 232 Euro und für die Bestandsvermessung mit 34  971 Euro angegeben. Der Rat beschloss die Vergabe an ein Ingenieurbüro.


Ersatzwege entstehen

Im weiteren Verlauf der Sitzung informierte der Zweite Bürgermeister über die Auftragsvergabe für die Ersatzwege hinsichtlich der Bahnlinie und kündigte den Baubeginn noch für diese Woche an. Einige Diskussionen gab es wegen des Ausbaus der Ortsdurchfahrt in Losbergsgereuth. Ortssprecher Stefan Batz fand schade, dass das Pflaster für die Gehwege und Randsteine vorher nicht ausgelegt wurde, so wie es den Bürgern zugesagt worden war. Die Bürger konnten nun nicht mit entscheiden, obwohl sie dafür ja auch zahlen müssten.
Kurt Weißheimer meinte, dass im Rathaus auch der "Lack etwas ab ist". Ihm schwebe vor, zum Jahresende zu, wenn die Bankautomaten abgebaut würden, auch den Vorraum neu zu gestalten. "Der Eingangsraum könnte etwas freundlicher ausschauen. Dabei muss dies keine Generalsanierung sein."
Steffen Kropp ergänzte dazu, dass man sich dann auch einmal den Keller anschauen sollte, in dem schon Schimmel sichtbar sei. "Die Feuerwehr hat schon einiges versucht, aber es ist dort feucht ohne Ende und verzieht uns alle Türen."
Petra Haubner vermisste die Außenlampe an der Schule, die Kurt Weißheimer allerdings als "Chefsache" ansah. Der Bürgermeister beginne ja wieder mit seiner Arbeit und er werde ihm dies vorbringen.
Dringenden Handlungsbedarf sah MGR Volker Zürl bei einer Brücke im Bereich Gräfenholz und Ludwig Bock mahnte die Hochwasserproblematik in Zusammenhang mit einem See in Salmsdorf an.
Zu Beginn der Sitzung stellte sich dem Marktgemeinderat die neue Schulleiterin und Rektorin der Grundschule Ebern, Gudrun Schnitzer, vor. Sie war Schulleiterin in Schierling bei Regensburg und zeigte sich mit Schul-Außenstellen vertraut, wie es ja auch in Rentweinsdorf der Fall sei. Zwei Schulen seien für sie gleichberechtigte Partner mit so viel Eigenständigkeit wie nötig und möglich, aber auch einer guten Zusammenarbeit.
Im übrigen gebe sie selbst Religionsunterricht an der Außenstelle Rentweinsdorf. Kurt Weißheimer hieß sie mit einem Blumenstrauß und einem Gemeindebuch willkommen.