Für den Betrieb des Schwimmbads in Kraisdorf erhält der örtliche Schwimmbadverein auch für dieses Jahr einen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro, wobei der Verein die für heuer angefallenen Kosten in Höhe von knapp 1600 Euro übernimmt. Damit reduziert sich der Zuschussbetrag auf 3400 Euro. Mit 6:4 Stimmen hat der Gemeinderat in der öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus nach längerer Diskussion den Beschluss gefasst.

Der Schwimmbadverein hat ab dem Jahr 2005 den Betrieb des Freibades übernommen, weil es für die Gemeinde jährlich 20 000 Euro gekostet hatte und geschlossen werden sollte. Gemessen an der jährlichen Beteiligung mit maximal 5000 Euro spart die Gemeinde durch den Einsatz des Schwimmbadvereins jedes Jahr 15 000 Euro.
Dennoch gab es vor dem Beschluss eine Diskussion.

Nur umgebucht, kein offizieller Zuschuss

Weil das Schwimmbad Gemeindeeigentum ist, wird der Betrag im Finanzhaushalt nur umgebucht, ist also kein offizieller Zuschuss. Darauf wies der ehemalige Bürgermeister und jetzige Gemeinderat Hermann Martin hin. "Der Begriff Zuschuss ist schlichtweg falsch; denn der Verein unterstützt die Gemeinde", lautete sein Fazit. Gegen die Kritik von Gemeinderat Klaus Dünisch, 3400 Euro "zu verschenken", wandte sich Bürgermeister Ralf Nowak (ULB): "Wir können den Schwimmbadverein, der im Auftrag der Gemeinde tätig ist, nicht hängen lassen - wir können es ruhigen Gewissens gewähren."

Heuer nur kurzzeitig geöffnet

Bedingt durch die Umbaumaßnahmen am Bürgerzentrum war das Schwimmbad heuer nur kurzzeitig geöffnet; deshalb war es für einige Gemeinderäte ein Dorn im Auge, den Zuschuss zu gewähren. Zweiter Bürgermeister Rüdiger Kuhn mahnte, es stünden andere umfangreiche Arbeiten an, wie das Ausbessern von Straßen an. Deshalb könne man "unmöglich den Gemeindeanteil von 3400 Euro bezahlen".

Gemeinderat Christoph Göttel fand es als "nicht fair", das Geld dem Verein zu untersagen - man solle die Leute nicht vor den Kopf stoßen. Gleicher Meinung war Gemeinderat Josef Kneuer. Er wie auch Martin sagten, der Schwimmbadverein habe beim Ausbau des Technikraums das Geld selbst in Hand genommen, genauso wie beim Bau eines Plantschbeckens für Kinder, das "mehrere tausend Euro gekostet hat" . Dafür habe die Gemeinde nichts dazuzahlen müssen.

Mit dem Beschluss wurden die Weichen für die Zukunft gestellt: An den Betriebskosten des Freibads beteiligt sich die Gemeinde - wie in den vergangenen Jahren - mit maximal 5000 Euro pro Jahr. Außerdem soll die Vereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Schwimmbadverein überarbeitet werden.

Ausstieg aus dem Verein "Burgenstraße" erst mal vertagt

Der Bericht über die örtliche Rechnungsprüfung 2012 und 2013 ist einstimmig genehmigt worden. 3. Bürgermeister Klaus Dünisch, der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, wies auf einige Missstände hin. So auf die Kosten im Tourismuswesen. Die 10 000 Euro fließen in erster Linie in den Deutschen Burgenwinkel und in den Verein Die Burgenstraße. Der Ausschuss schlug vor, aus dem Vertrag mit der Burgenstraße auszusteigen. 3000 Euro kostet die Mitgliedschaft die Gemeinde pro Jahr, rechnete Klaus Dünisch vor. Er sehe "das Thema als überbewertet". Die sechs Jahre Mitgliedschaft hätten der Gemeinde bis jetzt "nichts gebracht". Kämmerer Klaus Ebert mahnte, ein Ausstieg würde die Gemeinde Pfarrweisach einen dreifachen Jahresbeitrag, also 9000 Euro kosten - so sähen es die Statuten der Burgenstraße vor. So schlugen Dünisch wie auch Ebert vor, eine Mitgliedschaft als Verwaltungsgemeinschaft Ebern zusammen mit der Stadt Ebern und dem Markt Rentweinsdorf zu beantragen, was einstimmig genehmigt wurde.

Der neue Pfarrweisacher Bürgermeister Ralf Nowak dankte allen, die ihm seit seiner Amtsübernahme am 1. Mai hilfreich zur Seite gestanden haben. 17 Bauanträge und drei Bauanfragen habe der Gemeinderat zu behandeln gehabt. Aus dem gemeindlichen Standesamt meldete der Bürgermeister fünf Trauungen und neun Geburten, denen aber 21 Todesfälle gegenüber standen. 1515 Menschen leben zurzeit in der Gemeinde (Stand 17. Dezember 2014). 31 Einwohner seien zugezogen, 52 hätten der Gemeinde den Rücken gekehrt.

Die größten Projekte

Als größte Projekte bezeichnete er die Erweiterung des Müllhofs, den Einbau einer neuen Ölheizung in der Grundschule, den noch laufenden Umbau des Gemeindezentrum Kraisdorf zum Bürgerzentrum, und die Einweihung des Hilfeleistungslöchfahrzeugs (HLF 10) der Stützpunktfeuerwehr Pfarrweisach. Beim Ausbau des Bürgerzentrums Kraisdorf hätten die Bürger bis jetzt 6300 Stunden mit einem Wert von 57 000 Euro Eigenleistung gebracht - insgesamt seien 7400 Stunden geplant.

Zufrieden mit der Entwicklung der Finanzen in der Gemeinde Pfarrweisach zeigte sich Kämmerer Klaus Ebert (Verwaltungsgemeinschaft Ebern). Bei den Steuereinnahmen sei es besser gelaufen als geplant. Beispiel Gewerbesteuer: Beim Aufstellen des Etats sei man von Einnahmen in Höhe von 61 000 Euro ausgegangen - bis jetzt seien 13 600 Euro mehr eingegangen. Bei der Einkommenssteuerbeteiligung verlaufe es planmäßig, die vorgesehenen 575 000 Euro würden in die Kasse fließen. Ebenso werden nach Eberts Worten die Schlüsselzuweisungen in Höhe von 559 000 Euro kommen.

Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 612 Euro

"Die ordentliche Tilgung von 96 500 Euro wurde planmäßig geleistet, sodass sich der Schuldenstand zum 31. Dezember auf 934 000 Euro verringert", hob er hervor. Damit sinke die Pro-Kopf-Verschuldung auf 612 Euro. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden liege bei 690 Euro pro Einwohner.
Von der geplanten Investitionssumme in Höhe von 683 000 Euro sind wesentliche Ausgaben: 187 000 Euro für das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 10) der Feuerwehr Pfarrweisach, 180 000 Euro fürs Gemeindezentrum Kraisdorf und 148 000 Euro für die Wasserversorgung Lohr-Römmelsdorf.

Der Baureferent blickt zurück

Baureferent und Gemeinderat Markus Oppelt berichtete von der einzigen Sitzung des Bauauschusses. Ebenso wie Bürgermeister Nowak dankte er den ehrenamtlichen Helfern in Kraisdorf beim Umbau des Bürgerzentrums. Dass der Einbau einer Ölheizung in der Grundschule die richtige Entscheidung gewesen sei, sehe man an der Entwicklung des Ölpreises, meinte er augenzwinkernd.

Feuerwehrreferent

Gemeinderat Sebastian Bock, Referent für das Feuerwehrwesen, hob die Segnung des neuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs der Stützpunktfeuerwehr Pfarrweisach hervor. Leider habe die Feuerwehr Lichtenstein immer noch keinen Ersten und Zweiten Kommandanten, bemängelte er.
Die Feuerwehren in der Gemeinde seien zu 31 Einsätzen (Alarm und Verkehrsregelung) ausgerückt und hätten dabei 352 Stunden Dienst geleistet, 295 Stunden davon die Stützpunktfeuerwehr Pfarrweisach. 13 Jugendliche zählt momentan die Jugendfeuerwehr in der Gemeinde, die von Uwe Kern betreut wird. Zu 32 theoretischen und praktischen Übungen hätten sich heuer die jungen Leute getroffen und seien auch sportlich recht erfolgreich gewesen: Beim Fußballturnier des Landkreises hätten sie den zweiten Platz belegt, auf den gleichen Platz seien sie bei einer Orientierungsfahrt gekommen. Insgesamt standen die Jugendlichen 698 Stunden im Dienst.

Kindergartenreferent

Als "unverantwortlich" bezeichnete Zweiter Bürgermeister und Kindergartenreferent Rüdiger Kuhn die steigende Verwaltungsarbeit für die Leiterin der gemeindeeigenen Kindertagesstätte. Darunter leide die Qualität der pädagogischen Betreuung, monierte er. Der Leiterin werde von Gesetz wegen immer mehr Verwaltungsarbeit aufgebrummt, was so nicht hinnehmbar sei. Als Referent hat Kuhn an den Sitzungen des Elterbeirats und bei Personalentscheidungen teilgenommen. Die Eltern, so Kuhns Fazit, seien mit der Arbeit in der Tagesstätte zufrieden.
Ein großes Ziel hat sich Jugendreferent Christoph Göttel gesetzt: den Bau eines Jugendraumes in Pfarrweisach. Ein Standort müsse noch gesucht werden, wofür er auf die Ideen und Vorschläge der Gemeinderäte hoffe. Zwar gebe es die Alternative für einen Bauwagen, doch sei diese Option "auch kostenintensiv".

Schwimmbadreferent

15 Frauen und Männer seien in diesem Jahr von der Wasserwacht Hofheim als Rettungsschwimmer und damit als kompetente Badeaufsicht für das Schwimmbad in Kraisdorf ausgebildet worden, berichtete Schwimmbadreferent Josef Kneuer. Sie würden ab dem nächsten Jahr im Schichtdienst eingesetzt. Zum Aufheizen des Wassers im Schwimmbecken sei auf dem Dach des neuen Bürgerzentrums eine Solaranlage gebaut worden, wodurch Kosten eingespart würden. Rund 12 000 Euro habe der Bau eines Plantschbeckens gekostet, das aus der Kasse des Schwimmbadvereins bezahlt worden sei. Für nächstes Jahr, so Kneuer, hätten die Grundschulen in Pfarrweisach und Burgpreppach zugesagt, das Bad zu besuchen.

Referent für Senioren und Heimat wünscht sich ein Alten- oder Seniorenheim

"Leider haben wir in der Gemeinde kein Alten- oder Seniorenheim, auch kein betreutes Wohnen", bemängelte der Referent für Senioren und Heimat, Gemeinderat Hermann Martin. Er schlug vor, in dieser Richtung seitens der Gemeinde tätig zu werden. "Große Arbeit an den Senioren leisten beide Kirchen", lobte er, wovon die vielen Helfer allesamt ehrenamtlich tätig seien. Den Begriff Heimat verband er mit einer gut funktionierenden Infrastruktur in der Gemeinde.