81 Abiturienten wurden nach erfolgreicher Schulzeit vom Friedrich-Rückert-Gymnasium (FRG) in Ebern verabschiedet. Für sie beginnt nun das Studium oder eine berufliche Ausbildung. "Wir waren die Reben, sie die Winzer", sagten Charlotte Kühnel und Jan Batzner bei der Abitur-Rede an die Adresse ihrer Lehrer. Das beste Abitur schrieb Leonie Kröner aus Ebern mit einem Notendurchschnitt von 1,2.

Die Big Band des FRG Ebern stimmte auf die Entlassfeier ein. Studiendirektor Steffen Schlüter sagte den Eltern, sie hätten alles richtig gemacht und könnten mit ihren Kindern stolz sein. Für den stellvertretenden Landrat Oskar Ebert war es, wie er sagte, eine "Premiere". Zum ersten Mal könne er für den Landkreis bei einer Abiturientenverabschiedung dabei sein. "Möglicherweise kommt auch etwas Angst vor der Zukunft auf, aber mit dem Abitur haben sie das beste Rüstzeug für Studium oder Beruf", sagte Ebert. Kaum eine junge Generation habe einen so aufnahmebereiten Arbeitsmarkt vorgefunden, die Chancen für einen Ausbildungsplatz stünden gut, die Firmen würden dringend Fachkräfte und Ingenieure suchen.


Beste Karrierechancen

Eine gute Alternative für alle, die nach dem Abitur nicht studieren, sondern voll in der Praxis durchstarten wollen, sei das Karriereprogramm "Abi und Auto", was sich speziell an Abiturienten richte. Auch das bayernweite Pilotprojekt "IT qualifiziert hoch 3", welches im September starte, sei ein Weg für gute Berufs- und Karrierechancen. Oskar Ebert warb dafür, seine berufliche Zukunft im Landkreis Haßberge zu suchen.

Bürgermeister Jürgen Hennemann hob vor allem die Werte der Demokratie hervor und rückte Gewissensentscheidungen in den Mittelpunkt. "Auch 500 Jahre nach der Reformation ist Demokratie immer noch alles andere als selbstverständlich", sagte er. "Beschäftigen Sie sich damit, bringen Sie sich ein, erheben Sie ihre Stimme, um die Demokratie zu verteidigen", forderte der Bürgermeister. Demokratie brauche mündige Bürger mit Eigenverantwortung. Das FRG Ebern habe ihnen mit seinem breiten Angebot ein gutes Rüstzeug mitgegeben.


Arbeiten an den Stärken

"Fristlos entlassen", seien nun die Abiturienten, sagte der Vorsitzende des Elternbeirates Ullrich Nembach. Wie er den Abiturenten empfahl, sei es besser, an seinen Stärken zu arbeiten als zu versuchen, vermeintliche Schwächen auszuräumen.

Zur Einstimmung auf die Abiturrede lief ein Videospot über die Leinwand, mit dem die Abiturienten aufzeigten, was alles am FRG "geil" sei. Dazu zählten sie die Lehrer, die Mitschüler, verschiedene Unternehmungen und die Schule vom Keller bis unters Dach. Mit "Weingeist gewürzt" war die Abiturrede von Charlotte Kühnel und Jan Batzner. Mit einer bemerkenswerten schauspielerischen Leistung in Gestik und Mimik ließen sie im Dialog das Schulleben Revue passieren. Hintergründig gewürzt präsentierten sie den "legendären Abi-Jahrgang". Der "2017er Jahrgang hat eine gute Note und ist im Abgang bemerkenswert", sagte Charlotte Kühnel und schnupperte entzückt an einem Weinglas. Das Duo vergaß nicht die bildungspolitischen Veränderung einzubinden und den Dank an Lehrern und Eltern.


Das humanistische Ideal

Bildung und Verantwortung stellte stellvertretender Schulleiter Studiendirektor Martin Pöhner in den Mittelpunkt seiner Rede. Abitur sei etwas, was sich mit dem Begriff Bildung beschreiben lasse. Das humanistische Bildungsideal sei absolut modern, weil es hinter dem Gymnasium stehe und dies in ganz Bayern. Der Humanismus fordere dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, für sich, im sozialen Umfeld und auch in der Welt. Wer Führungsverantwortung tragen werde, so Pöhner, sollte stets den Menschen in den Mittelpunkt von Entscheidungen stellen. Dies bedeute, deren Begabungen zur Entfaltung zu bringen. Bildung dürfe nicht nur Zweckmäßigkeit sein, sie müsse umfassender sein. Der Blick über das Ganze eröffne viele Bereiche in der Welt. Zwei Ratschläge hatte Pöhner zum Schluss: "Handeln sie in ihrem künftigen Leben nach Wertmaßstäben und machen sie was aus ihrem Abitur, aus ihrer Bildung und lassen sie die der Gesellschaft zuteil werden."


Die besten Leistungen

Beste Abiturnoten Leonie Kröner (1,2), Ebern, Henrik Schleicher (1,3), Rentweinsdorf und Alina Beierlieb (1,5), Gerach.

Fachgebiete Moderne Fremdsprachen: Henrik Schleicher, Jonas Streng. Deutsch: Carmen Böhm. Latein: Jonas Wolfschmidt. Gesellschaftswissenschaften: Leonie Kröner. Physik: Lukas Klehr. Chemie/Biologie: Charlotte Kühnel, Luca Kreisel. Mathe: Oliver Schramm. Sport: Jana Werner, Thomas Schmitt. Technik: Thomas Schmitt. SMV: Jan Batzner, Alina Beierlieb, Vanessa Dietz.

Beste Seminararbeiten Charlotte Kühnel und Leonie Kröner.


Sie haben das Abitur in der Tasche

Ebern: Annika Bätz, Jan Batzner, Vanessa Christina Dietz, Ute Geuß, Tabea Grosser, Eva Hojer, Zeynep Karacam, Elisa Klein, Leonie Kröner, Charlotte Kühnel, Jennifer Lerche, Jule Christine Müller, Angela Münch, Daniel Reich, Selina Roth, Jana Werner, Joey Zenker; Eyrichshof: Svenja Kurz. Unterpreppach: Jadzia May.
Itzgrund: Annika Alt, David Antonius Bittmann, Celina Ebert, Daniel Jonathan Feiler, Nadine Andrea Frank, Michelle Alicia Hahn, Annalena Schnabel, Talina Schwanert
Rentweinsdorf: Lorena Susanne Bauer, Chiara Jeschek, Johannes Leyh, Christia Scheler, Henrik Dieter Schleicher, Nele Thomann, Julian Willy Vetter.
Gerach: Alina Beierlieb, Julian Bernhard Zöcklein.
Untermerzbach: Carmen Diana Böhm, Tanja Heubisch, Louis Robert Reitz.
Baunach: Katharina Carola Bottler, Marco Dietschmann, Ferdinand Distler, Johannes Herbert Fischer, Jan Leon Gunzenheimer, Martin Hiebert, Luca Marius Kreisel, Lena Ingrid Lulay, Jannik Maisch, Florian Josef Stubenrauch, Helene Monika Wild, Serhat Yildirim.
Burgpreppach: Moritz Busch, Maximilian Riemer, Anna Marina Rieß, Johanna-Viktoria Rößner.
Reckendorf: Johanna Demling, Jasmin Christine Melsa, Thomas Jürgen Schmitt, Christina Simon, Florian Stößel, Jonas Horst Streng, Lena Renate Wolf-schmidt, Johanna Rosemarie Zeitler.
Breitbrunn: Lukas Frembs, Stefan Otmar Hofmann, Tobias Manfred Kundmüller.
Maroldsweisach: Johannes Christian Gansert, Jan Heinrich Louis Paul Rennert, Marie Schmitt, Oliver Schramm. Kirchlauter: Janosch Jürgen Baptist Gehring, Anna-Lena Miriam Wolf.
Mauschendorf: Lena Grell.
Königsberg: Louis Jäger, Thomas Robert Michael Pottler, Jessika Martina Stark, Jonas Wolf-schmidt.
Breitengüßbach: Lukas Herbert Klehr
Pfarrweisach: Annalena Elvira Rügheimer, Theresa Weiglein.