Geht von Schulen oder Kinderbetreuungsstätten die Gefahr einer unkontrollierten Coronavirus-Ausbreitung aus? Und welchen Einfluss hat die Covid-19-Pandemie auf die Kindergesundheit? Antworten auf diese und weitere Fragen sucht die bayernweite Langzeitstudie "Covid-Kids-Bavaria", für die neben vielen anderen Einrichtungen in Bayern auch die Grundschule Ebelsbach ausgewählt wurde. Jetzt wurde in Ebelsbach zum zweiten Mal getestet.

Die Studie haben Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler in Auftrag gegeben. Die Bayerische Staatsregierung möchte damit klären, ob die Öffnung von Betreuungseinrichtungen tatsächlich unproblematisch ist oder es doch zu einer stärkeren Ausbreitung des Virus kommen könnte.

Das wissenschaftliche Vorhaben setzen sechs bayerische Universitätskliniken um, darunter die Universitätsklinik Würzburg. Um Erkenntnisse zu gewinnen, wird an per Zufallsprinzip ausgewählten Kinderkrippen, Kindergärten und Grundschulen getestet, wie viele Kinder und Betreuungskräfte infiziert sind und ob sie Symptome aufweisen. "Diese stichprobenartige Untersuchung sollte uns in die Lage versetzen, Infektionsketten aufzuzeigen und die Rolle der Kinder dabei beurteilen zu können", erklärt die Universitätsklinik Würzburg.

Insgesamt stehen an der Grundschule Ebelsbach drei Testungen auf dem Programm. Die erste fand am 19. Oktober mit 18 Schülern und vier Lehrern statt. Alle Resultate waren negativ. Am Montag wurden in einer zweiten Testrunde 36 Schüler und zehn Lehrer dem Test unterzogen. Der dritte Testtag ist im Januar 2021. Die Datenauswertung soll voraussichtlich bis Ende März abgeschlossen sein.

Am Montag war ein Team der Uni Würzburg vor Ort, um von den Kindern einen Rachenabstrich zu nehmen. Die Eltern und Kinder waren von der Schulleitung vorbereitet wurden. Die Eltern wurden dabei gebeten, auch einen Fragebogen auszufüllen, und die Schüler wurden vor dem Test gefragt, ob sie derzeit Symptome wie Kopfschmerzen, Husten oder Durchfall haben.

Die Initiatoren der Untersuchung gehen davon aus, dass es eine relevante Zahl von Schülern gibt, die das Virus tragen. Es soll die Frage geklärt werden, inwieweit sie andere anstecken können. Zudem geht es darum zu erfahren, ob Lehrer betroffen sind. Ein weiterer Punkt dreht sich um die Hygienevorschriften. Sind welche vorhanden, werden sie eingehalten, gibt es Hürden? Auch um die Hygiene zu Haues geht es.

Bei den Schülern und Lehrern, die getestet werden, handelt es sich um zufällig ausgewählte Personen. Mit ihren Ergebnissen soll die Studie dazu beitragen, um in Zukunft besser planen und entscheiden zu können, ob und wenn ja welche Schulen oder Kindertageseinrichtungen tatsächlich geschlossen werden sollen oder müssen.

Die Schüler nahmen die Testung gelassen hin, nachdem sie entsprechend darauf vorbereitet worden waren. Emelie meinte: "Ich hatte mir das viel schlimmer vorgestellt, obwohl ich keine Angst davor hatte." Anna war schon bei der ersten Testung im Oktober ausgewählt worden, "und da hatte ich davor wirklich etwas Angst gehabt. Aber die gehen mit dem Stäbchen ja nur kurz in den Rachen." Sie ging fast schon routiniert mit der Testung um, denn für sie war es der vierte Test, nachdem sie sich vor einiger Zeit in Quarantäne befunden hatte.