Erneut stand im Ebelsbacher Gemeinderat ein Bebauungsplan auf der Tagesordnung. Diesmal aber nicht für ein neues Baugebiet, sondern für das Baugebiet "am Ebelsbach", in dem die Bebauung nahezu schon abgeschlossen ist. Mit der zweiten Änderung des Bebauungsplanes sollen aber die tatsächlichen Verhältnisse städtebaulich abgebildet werden, denn nur so ist eine rechtssichere Abrechnung der Erschließungsbeiträge in der "Badergasse" in Ebelsbach möglich.

Bürgermeister Martin Horn informierte, dass man in der Badergasse den Umgriff neu gestaltet habe und in der Sackgasse auch einen Wendehammer anbaue. Wie Sachgebietsleiter Mathias Stretz weiter erläuterte, sei im Bereich der Badergasse in der Realität aber auch anders gebaut worden. Um die Baumaßnahmen rechtlich umlegen zu können, sei nun eine zweite Änderung des Bebauungsplanes mit einem Änderungsbeschluss erforderlich.

Der Geltungsbereich dieser Änderung umfasst im Wesentlichen die Badergasse und die Georg-Schäfer-Straße mit den Hausnummern 14, 18, 20, 20 a und 28 sowie das Rosengäßchen 6. Dass man erst jetzt zu dieser Änderung komme, liege daran, dass die Badergasse früher einmal bis zum Rosengäßchen durchgebaut werden sollte. Dies sei aber dann auf Eis gelegt worden.

Die Änderung des Bebauungsplanes könne nun aber im beschleunigten Verfahren durchgeführt werden, da es sich um eine Maßnahme der Innenentwicklung handle und eine Grundfläche von weniger als 20 000 Quadratmeter festgesetzt werde. Betroffen sei eine Gesamtfläche von 16 308 Quadratmetern. Eine frühzeitige Unterrichtung und Erörterung der Öffentlichkeit und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange könne unterbleiben. Allerdings sei der betroffenen Öffentlichkeit Gelegenheit zu geben, sich über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung zu unterrichten. Entsprechend sei die Verwaltung zur Bekanntmachung und zur Durchführung der entsprechenden Auslegung zu beauftragen. Dem stimmte der Gemeinderat einmütig zu.

Zusätzlich auf die Tagesordnung brachte der Bürgermeister einen Bauantrag in der "Lohwiese" ein, wo ein Grundstück mit der Baubindung für fünf Jahre zu bebauen war, der Bauwerber aber hier im Gewerbegebiet in seinem Plan auch eine Betriebsleiterwohnung errichten will. "Ich kann nur aus der Vergangenheit beurteilen, wie schwierig das ist, aber der Bauherr will das probieren", meinte Horn.

Pizzeria im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss soll ein Gastraum für eine Pizzeria mit Küche und Lagerraum entstehen und im Obergeschoss eine Betriebsleiterwohnung. Bausachgebietsleiter Stretz stellte auf Nachfragen fest, dass ein Gewerbegebiet eben vorwiegend für Gewerbe vorgesehen sei. Früher sei man großzügiger mit Betriebsleiterwohnungen umgegangen. Das Landratsamt habe aber seine Rechtsauffassung geändert, weil es immer wieder zu Schwierigkeiten gekommen sei mit Lärmemissionen.

Gerald Makowski meinte: "Eigentlich müssten wir froh sein, wenn jemand baut." Helmut Schöpplein vertrat die Auffassung: "Wenn ein Sinneswandel im Landratsamt eingetreten ist, muss es ja bei uns nicht so sein." Bürgermeister Martin Horn äußerte sich ähnlich: "Es wird nicht einfach sein, aber eigentlich kann man es ihm doch nicht versagen. Was derzeit im Landratsamt abgeht, ist hanebüchend". Schließlich erteilte das Ratsgremium im Vorgriff dem Bauvorhaben einmütig sein Einvernehmen.

Die Durchführung eines "Hochwasser-Audits" war ein weiterer Punkt. Bürgermeister Horn meinte hierzu, dass es um die Frage geht: "Wie gut ist unsere Gemeinde auf Flusshochwasser und Starkregenüberflutungen vorbereitet?" Durch den Klimawandel träten immer häufiger Überflutungen und Starkregenereignisse auf, und die Gemeinde könne in den nächsten Jahren immer wieder von solchen Ereignissen betroffen sein.

Gegen Überflutung wappnen

Das Audit ermittle Stand und Grenzen der vorhandenen Hochwasservorsorge und unterstütze Verwaltung und Bevölkerung dabei, sich gegen Überflutungen zu wappnen. Zwei Hochwasser-Experten würden an zwei intensiven Arbeitstagen einen Katalog von Merkmalen mit allen Verantwortlichen der Kommune bearbeiten bis hin zu Alarmplänen. Es wird festgestellt, was in einem solchen Fall bei einem Hochwasser vom Typ HQ 100 am Main gemacht werden soll. Schöpplein vertrat die Meinung, dass es eigentlich besser wäre, wenn dies für den Ort und die Ortsteile von Ebelsbach selbst gelte: "Ich habe gedacht, es bezieht sich mehr auf Ebelsbach und Alt-Ebelsbach, denn hier haben wir fast jährlich ein Hochwasser."

Dennoch beschloss man, sich an diesem "Hochwasser-Audit" zu beteiligen, zumal dies zusammen mit der Gemeinde Kirchlauter durchgeführt und auch mit einem Zuschuss von 75 Prozent durch den Freistaat bedacht wird. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 14 875 Euro, wobei der Kostenanteil der Gemeinde bei 2800 Euro liegen wird.

Bürgermeister Martin Horn berichtete noch über die "Ile-Lebensregion +", für die je eine Person aus den Fraktionen als Allianzbeauftragte benannt wurden. Es waren dies Roland Metzner (CSU), Patricia Mück (SPD) und Florian Mayer (BNL).

Eine ausführliche Diskussion entwickelte sich dann noch um die sogenannten "Hundeklos" oder Hundetoilettenbehälter, die Markus Reinwand im Zusammenhang mit dem Ortsteil Schönbach ins Gespräch brachte. Bürgermeister Horn informierte, dass man eine solche Einrichtung bis auf Grünanlagen in Ebelsbach und an der B 26 bei Steinbach beschränkt habe. Es gehe nämlich nicht nur um den Erwerb, sondern auch um den Unterhaltsaufwand und das Entleeren. "Das ist schon auch prickelnd für die Gemeindearbeiter", meinte er. Aus dem Gremium kam deswegen die Idee auf, in diesem Zusammenhang auch über eine Anhebung der Hundesteuer nachzudenken.

Gedenken an Dietmar Schmidt

Zu Beginn der Sitzung gedachte man des kürzlich verstorbenen Gemeinderates Dietmar Schmidt aus Schönbrunn. Er war bei der Kommunalwahl erstmals in das Gremium gewählt worden. Bürgermeister Horn bezeichnete ihn als beliebten und kollegialen Mitbürger. Für ihn wird nun Corinna Geisel in das Gremium nachrücken.