Der Inbegriff von Jugend offenbart sich nach ein paar Minuten am Dirtpark von Weisbrunn, einem Stadtteil von Eltmann. Wenn die Buben und Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren auf diesem Rundkurs fahren mit winzigen Fahrrädern: der Sattel knapp über dem Hinterreifen, 70 Zentimeter breite Lenker, die Muskeln in Hochspannung, kleine steile Hügel rauf, hoch in die Luft, hart aufkommen, nächster Hügel, in die Kurve, die Rampe hoch - und noch ein Start. Da geht einem schon beim Zusehen die Puste aus, Erwachsene, weiß man, schauen hier einfach alt aus, behäbig und schwer.

30 Kilometer Anfahrt
Nein, der Dirtpark am Waldrand oberhalb des Bolzplatzes, der ist das leibhaftige Paradies für diese Burschen. Etwa für den zwölfjährigen David Rubenbauer aus Rügheim (!) bei Hofheim. Das Höchste ist es für ihn, sich auf sein Rad zu setzen über die alte Hofheimerle-Trasse nach Haßfurt zu flitzen, seinen Freund Jan Heurich abzuholen und dann den Bahnhof anzusteuern.

 

Sommer 2012 from Andreas on Vimeo.


Bis Ebelsbach im Zug , ab da wieder mit dem Rad, die Steigerwaldanhöhe rauf, endlich am Ziel ihrer Wünsche. Besser ist es natürlich, wenn die Mama die Bitten ihres Sprösslings erhört und ihn die knapp 30 Kilometer (einfach) hierherfährt. David düst den Parcours immer wieder durch, und das höchste ist für ihn der Speed oder wie für Jonathan Jung aus Zeil "die Geschwindigkeit".

Der 14-jährige Nils Weilhöfer kommt gar aus dem noch weiter entfernten Riedbacher Gemeindeteil Humprechtshausen. Beginnen tut man mit den kleinen Rampen erzählen die Buben cool, "hingewäschert" hat es schon jeden von ihnen, zeigt das einheitliche Nicken der neun Jungs hier am Berg. "Unser Nachwuchs", der 18-jährige Felix Pfuhlmann nickt Richtung der Jüngeren und grinst breit, sein Bruder Benedikt (15) und sein Kumpel Andreas Kuhn (19) ebenso.

Sie sind die "Gründer" dieser Einrichtung. Weil sie vor rund drei, vier Jahren einfach nicht lockergelassen und ihren Traum umgesetzt haben. Felix und Andreas erzählen, wie sie "in die Stadt reinmarschiert" sind und Anträge geschrieben haben. Bis dann die Bagger kamen und aus einem nicht mehr taufrischen langweiligen Spielpatz dieser Kurs entstand.

Ab und zu, so wie jetzt in den Osterferien, treffen sie sich alle, inzwischen hat es die Älteren, wie etwa Andreas in die Ferne verschlagen, er studiert in Friedrichshafen Maschinenbau.

Aber die Liebe am Dirtbike-Fahren ist ihm geblieben. Und so rauscht er genau so seine Runden, wie die anderen, reißt das Mini-Rädchen hoch in die Luft, legt es quer zum "Whip", probiert den "Table Top" oder nimmt die Hand vom Lenker oder lässt es einfach fliegen, das Ding. Am Schluss noch ein Foto: Drei Hügel, drei Jungs. Nur Fliegen ist schöner.