Wer am Nachmittag anmarschiert, der muss Glück haben. Dann sind nämlich die selbst gezogenen bulgarischen Tomaten, die russischen Ochsenherzen und die Orange Russion schon weg. Die Zitronenverbene und der Pfirsichsalbei haben auch neue Abnehmer gefunden, ebenso der Affenkaktus.

Die Pflanzen- und Gartenbörse in Rügheim hat sich im fünften Jahr zu einem Publikumsmagneten vor den Toren Hofheims entwickelt. Tausende kamen am Wochenende, und die Helfer der Feuerwehr kümmerten sich darum, dass hunderte Autos auf den Wiesen rund um Rügheim sicher abgestellt waren.

Freilich kündeten Blechkarossen vor den Ortseingängen davon, dass hier etwas los ist.
Gartler lassen sich eben von Regen oder Kühle nicht abhalten, schließlich kann man die erworbenen Pflänzchen daheim ins Freiland-Treibhaus stellen.

Große Sache

Lothar Brochloß-Gerner, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, erinnert sich an den Anfang. So etwa vor sechs Jahren fand das erste Mal ein Tag der offenen Gartentür in einem einzigen Ort statt, nicht in Gärten im Landkreis Haßberge verteilt, wie das vorher üblich war.

Die Besucher waren vom Hofheimer Stadtteil Rügheim begeistert, die Gärten ließen sich bei einem Spaziergang schön erreichen und in Ruhe ansehen.

Eine Pflanzenbörse mit einem Kunsthandwerkermarkt? Für seine Idee erntete Brochloß-Ger ner erst einmal Kopfschütteln. Inzwischen hilft fast die ganze Rügheimer Dorfgemeinschaft zusammen - der Erfolg hat sie zusammengeschweißt. Freilich: Helfen tun, wie Brochloß-Gerner sagt, auch hier eigentlich "immer dieselben".