"Haßfurt Helau!", "Nernberch Aha!" und "Mönchengladbach Halt Pohl!" hieß es am Sonntagabend in der vollbesetzten Stadthalle in Haßfurt, als das Kulturamt Haßfurt den selbsternannten "Deppendarsteller" Volker Heißmann mit seinem Faschings-Spezial präsentierte. Zusammen mit der Pavel Sandorf Big Band und den Sängerinnen Anja Hackl, Sibylle Mantau und Karin Schubert wurde Heißmann am Ende seines komödiantischen und konzertanten Auftritts mit stehenden Ovationen bedacht.

Alle, die mitten im Fasching, aber jenseits des üblichen Trubels, einmal herzhaft lachen und die herrliche Sangesstimme von Volker Heißmann hören wollten, kamen an diesem Abend auf ihre Kosten.
Denn der fränkische Kabarettist, der vor allem durch seine Auftritte mit Martin Rassau als "Waltraud und Mariechen", unter anderem bei der "Fastnacht in Franken", bekannt wurde, ist zum einen ein hervorragender Entertainer.

Sonore und voluminöse Stimme

Zum anderen ist er regelmäßig als Schauspieler und Sänger am Staatstheater Nürnberg zu sehen und verfügt über eine sonore und voluminöse "Mittellagen-Stimme", die jedes Lied zu einem Erlebnis werden lässt. So stimmte er Lieder wie "You are my sunshine", "Komm und bedien Dich bei mir", "Barfuß in Lackschuh" oder "Bleib doch bis zum Frühstück" sowie Musicalmelodien wie "Am Rand der Welt fällt Gold von den Sternen" oder "Ich gehör nur mir" an und sang mit den drei Sängerinnen ein Medley aus "My fair Lady".

Als besonderes Schmankerl griff Heißmann bei "Sentimental Journey" gemeinsam mit Pavel Sandorf zur Klarinette und wetteiferte mit den Musikern der Band darum, wer das größere Instrument spielen kann.

Volker Heißmann wäre aber nicht der einzigartige Komödiant, wenn er nicht auch in Haßfurt seine spitze Zunge unter Beweis gestellt hätte. "Endlich hat Haßfurt die ihm gebührende Auszeichnung erhalten", sagte er, voll des Lobes über die Kreisstadt, um dann fortzufahren: "Es hat einen der schönsten Friedhöfe von Deutschland - die Toten haben gewählt!" Auch die "üppige Faschingsdekoration" in der Stadthalle war ihm eine Bemerkung wert. "Des is ä Kleinod - für Augenspastiker. Da musst scho gscheit bsuffn sei, wenn eim des gfällt", sagte er.

Die Zuhörer andererseits hatten es ihm angetan. "Wenn ich 5000 Fans wie Euch hätte, würde ich nur noch in der Olympia-Halle auftreten", scherzte er und begrüßte Fans aus Mönchengladbach und Fürth persönlich.


Die Politiker nach hinten

Was ihm weniger gefällt, sind die prominenten Zuschauer in der ersten Reihe bei "Fastnacht in Franken" in Veitshöchheim, die nur mit ihren Handys beschäftigt und zu faul zum Klatschen sind. "Wenn"s nach mir ging, tät ich die Politiker nächstes Jahr nach hinten setzen und vorne Leute wie Euch platzieren, die auch lachen wollen", sagte er. "Denn wer keinen Spaß versteht, sollte sich ein Blumenstöckle kaufen, zum Friedhof gehen und warten, bis er dran ist!"

Viel zu schnell verging das fast dreistündige Programm, das Volker Heißmann mit unterhaltsamen, satirisch-kritischen, aber immer humorvollen Einlagen würzte. Erst nach drei Zugaben endete der beeindruckende Abend.