Mit weiteren 600 000 Euro darf der Landkreis als alleiniger Träger der Haßberg-Kliniken deren Defizit bei den Betriebskosten im laufenden Jahr ausgleichen. Dies beschloss der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung, um die Liquidität der Haßberg-Kliniken bis mindestens zum Jahreswechsel 20/2021 sicherzustellen.

Die roten Zahlen kennzeichnen die finanzielle Lage der Kliniken schon seit geraumer Zeit, wie Kreiskämmerer Marcus Fröhlich deutlich machte. Er erinnerte daran, dass die Haßberg-Kliniken schon seit dem Jahre 2012 wachsende Verluste erzielen. Sofern der Verlustvortrag nicht innerhalb von fünf Jahren ausgeglichen werde, sei der Landkreis in der Pflicht, einen Ausgleich herbeizuführen. Seit dem Haushaltsjahr 2014 seien im Haushaltsplan entsprechende Mittel zu Bildung von Rückstellungen oder zum unmittelbaren Ausgleich der Betriebskostendefizite vorgesehen.

Fröhlich gab einen Überblick über die Rechnungsergebnisse der letzten Jahre, in denen das Minus der Kliniken zwischen 3,29 und 6,33 Millionen Euro lag. Der im Dezember 2019 beschlossene Wirtschaftsplan der Haßberg-Kliniken für das Jahr 2020 sah demnach ein Gesamtdefizit von 3,794 Millionen Euro vor. Im Kreishaushalt war ein Betrag von 3,25 Mio Euro zur Defizitabdeckung vorgesehen.

Um die kurzfristige Defizitabdeckung zu erleichtern, war der Landrat bereits im Februar 2020 ermächtigt worden, Zahlungen bis zu einem Wert von 2,85 Millionen Euro anzuweisen. Dies sei auch geschehen. "Aktuell wird für das laufende Wirtschaftsjahr mit einem Verlust von 3,55 Millionen Euro gerechnet. Damit würde der geplante Jahresverlust um gut 200 000 Euro unterschritten, und wir wären deutlich besser als im Vorjahr mit damals über sechs Millionen Euro", meinte der Kämmerer.

Schneider: Glück im Unglück

Man habe durchaus mit einem schlechteren Ergebnis von über 4,0 Millionen Euro gerechnet, zumal die Erlöse aus Krankenhausleistungen wegen der Corona-Pandemie schlechter als geplant ausfielen. Auf der anderen Seite trugen die zusätzlichen Einnahmen aus Freihaltepauschalen für Krankenhausbetten und ein positives Verhandlungsergebnis beim Pflegebudget zu einer Verbesserung des Jahresergebnisses bei.

Landrat Wilhelm Schneider ging auch auf die Corona-Pandemie ein, "die uns ständig verfolgt und dies derzeit mit sehr hohen Zahlen. Dies ist für uns alle eine große Herausforderung." Die derzeit 270 Infizierten erstreckten sich über viele Einrichtungen und gingen quer durch den Landkreis. "Wir sind bemüht, die Ketten festzustellen, aber das Geschehen ist sehr diffus. Deswegen ist es für uns eine herausfordernde Aufgabe. Wir müssen sehen, dass die Zahlen merklich nach unten gehen und wir dabei die Kontakte beschränken. Das schlägt durch."

Von einem "Glück im Unglück" sprach Schneider in Zusammenhang mit dem Schulbusunfall zwischen Hofheim und Rügheim, der sich kurz vorher ereignet hatte und bei dem acht Kinder verletzt wurden. Er wünschte allen Kindern gute Besserung und dass von diesem Unfall nichts zurückbleibe.

Dietzel ersetzt Schmidt

Ihr Amt als Kreisrätin legte Sabine Schmidt (Linkes Bündnis) nieder, als Listennachfolger fungiert Thomas Dietzel, der mit 2600 Stimmen auf Platz 2 des Wahlvorschlages gewählt worden war. Er wird dann Anfang kommenden Jahres auch die Vertretung im Ausschuss für Arbeit und Soziales übernehmen.

Anschließend ging es um die Bestellung eines Mitglieds des Aufsichtsrates für die BürgerEnergieGenossenschaft Haßberge. Benannt wurde Bürgermeister Dieter Möhring (Aidhausen).