Schatten-Diskussionen bestimmten die Debatten bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Marktsaal. Es ging um den Schattenwurf von riesigen Rotoren und die längst noch nicht entschiedene Debatte, ob im Rentweinsdorfer Hauptwald in Richtung Salmsdorf und Kirchlauter überhaupt sechs solcher Windräder gebaut werden (dürfen). Und noch ein Schatten lag über der Veranstaltung: "Wir haben für 200 Besucher Stühle aufgestellt und mit 300 gerechnet", klagte Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) ob der wenigen Zuhörer, nicht ohne daraus seine persönliche Schlussfolgerung abzuleiten: "Unsera Leut' sind halt zufrieden."

Ein Urteil, das ihm beim Hauptpunkt nicht so einfach über die Lippen kam. Als "heißes Thema" bezeichnete Willi Sendelbeck den möglichen Bau von bis zu sechs Windrädern in Richtung Tonberg, obgleich es dazu noch keine positive Festlegung des Marktgemeinderates gebe und bei den derzeit geltenden Vorgaben für Schutzgebiete noch gar nicht möglich sei.

Überraschende Animation

Den aktuellen Sachstand erläuterte Dipl.-Ing. Gunter Häckner von der Gesellschaft für die Umsetzung alternativer Energien (GUT), der mit Bildanimationen zeigte, wie sich der Bau der fast 200 Meter hohen Anlagen aufs Landschaftsbild auswirkt. Was dann auch den Bürgermeister schockte: "Ich dachte, die lassen sich versteckeln, aber die sieht man ja massiv."

Das war die eine Einsicht, eine andere Ansicht schob Sendelbeck aber gleich nach: "Wenn andere bauen, sehen wir's auch, haben aber nichts davon." Einerseits baue man in Richtung Wald eine große, neue Siedlung und wolle nicht, dass das Landschaftsbild verspargelt wird, andererseits winken gute Renditen und man habe mit dem Baron einen Investort. Sendelbeck: "Wenn die Rentweinsdorfer aber sagen, wir wollen keine Windräder, dann bauen wir auch keine."

Gunter Häckner rechnete mit einem Zeitraum von frühestens zwei Jahren, da gebaut werden könne. Im Rentweinsdorfer Hauptwald herrschen mit 6 m/s mit die besten Windverhältnisse, die so eine Fünf-Millionen-Investitionen darstellbar machen. Wegen des Schattenwurfes und der Lärmwerte sei man von der Bebauung weit genug entfernt. Für die paar Tage, da die Sonne so tief stehe, dass der Schatten auch auf Nachbardörfer treffe, stellte sich Häckner ein Abschalten der Anlagen vor. "Das lässt sich per Computer regeln."

Kritik an Seehofer

Vollkommen unmöglich hält Häckner die Realisierung, wenn sich Ministerpräsident Seehofer mit seiner Meinung durchsetzt, dass die Entfernung eines Windrades das Zehnfache seiner Höhe betragen soll, weil "dann lässt sich ihn Bayern kaum noch ein Windrad aufstellen". Häckner weiter: "Auch Losbergsgereuth wäre von der Windstärke her geeignet, aber wir können nicht mitten auf dem Dorfplatz ein Windrad hinstellen."

Bürgermeister Sendelbeck verwies auf die Pläne, im angrenzenden Bürgerwald zwei Windräder zu errichten, was parallel zu den vier in der Rentweinsdorfer Gemarkung geschehen solle, wozu ein eigenes Umspannwerk in Nähe zur bestehenden 110-kV-Stromleitung gebaut werden solle.

Zu den Bedenken wegen der Optik sagte Häckner: "Solche Räder wirst Du natürlich immer irgendwo sehen, aber an die Strommasten hat man sich auch gewöhnt. Und an die Nord- und Ostsee fahren die Leute immer noch."

Straßen herrichten

An anstehenden Projekten sprach Sendelbeck Fahrbahnsanierungen an: So die Bahnhofstraße und die Siedlungsstraße in Treinfeld. Bei der Siedlung handele es sich offensichtlich um Manöverschäden, es lägen dazu aber keine Unterlagen vor und "jetzt sollen's die Anlieger bezahlen".

In Salmsdorf werde ebenfalls eine Straße in der Siedlung hergerichtet, wozu es 60 Prozent Zuschuss gebe. Noch mehr sei für die Straße von Sendelbach nach Gräfenholz samt Baunachbrücke notwendig. "Ohne 85 bis 90
Greta Fergusson sprach die Personalnot bei den Schulweghelfern an. "Wenn jemand krank wird, steht eine Woche lang niemand an der Bundesstraße." Und wenn man Leute zum Mitmachen animieren wolle, werde man noch angepöbelt: "Bist Du blöd?"

Bürgermeister Sendelbeck kennt das Problem und weiß um die Bedeutung der Schulweghelfer: "Dass in den letzten 20 Jahren kein Schulwegunfall passiert ist, ist Euer Verdienst." Er wünschte sich, dass sich die Eltern der Erstklässler an diesem Dienst beteiligen.