Die letzten Handwerker waren noch vor Ort, um im Außenbereich eine Beleuchtung anzubringen, als am Dienstag Landrat Wilhelm Schneider (CSU) und Rot-Kreuz-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger das Impfzentrum im Beisein der Ärzteschaft vorstellten. Ansonsten ist alles im Rotkreuzhaus in Hofheim in der Eichelsdorfer Straße 11 bereit, um als zentraler Anlaufpunkt im Landkreis Haßberge die Bürger gegen das Coronavirus impfen zu können. Der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) betreibt in Auftrag des Landkreises die Einrichtung.

Es gibt eine "Impfstraße" im Sinne einer Einbahnstraßenregelung - beginnend mit einer Zugangskontrolle über die Anmeldung, einen Wartebereich, einen Bereich für die ärztliche Aufklärung der Impflinge, den eigentlichen Impfvorgang selbst und einen anschließenden Wartebereich bis hin zu einem letzten Checkout. Wie bei jeder anderen Impfung auch ist danach auch hier eine medizinische Aufsicht vorhanden, um eventuellen Komplikationen entgegentreten zu können.

Beginnend voraussichtlich ab Sonntag, 27. Dezember, wird das Impfzentrum sieben Tage in der Woche geöffnet sein, und zwar am Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 9 bis 16.30 Uhr sowie am Mittwoch von 11 bis 18.30 Uhr. Pro Tag sind in der Anfangszeit bis zu 100 Impfungen möglich. Bei Bedarf kann die Kapazität erhöht werden.

Dabei kommen zusätzlich auch mobile Teams zum Einsatz, die täglich bis zu 200 Bewohner von Pflege- und Seniorenheimen sowie in Behinderteneinrichtungen auf deren Wunsch impfen werden. "Mit dem Impfzentrum und durch die mobilen Teams wird allen Bürgern nach und nach das Angebot gemacht, sich impfen zu lassen und sich so vor einer Erkrankung mit Covid-19 zu schützen", sagte Landrat Schneider. "Dieser und noch folgende Impfstoffe können uns dabei helfen, Stück für Stück wieder zu einer Normalität im Alltag zurückzukehren." Auch wenn dies noch ein längerer Weg sein wird, bis ausreichend Impfdosen zur Verfügung stehen und alle Impfwilligen geimpft werden können, so ruhen auf der Impfkampagne große Hoffnungen.

Landrat Wilhelm Schneider ruft die Bürger des Landkreises dazu auf, von dem Impfangebot Gebrauch zu machen. Denn nur wenn sich auch ausreichend viele Mitmenschen impfen lassen, werde es gelingen, einen Gemeinschaftsschutz mit einer hohen Immunität zu erreichen.

Grundsätzlich ist das Landratsamt für das komplette Terminmanagement rund um das Impfzentrum verantwortlich, informiert und vereinbart Termine. Zu berücksichtigen ist dabei, dass zwingend zwei Impfungen notwendig sind; nach der ersten Impfung muss im Zeitraum von 21 Tagen eine zweite erfolgen; dies muss bei der Koordination ebenso berücksichtigt werden. Die Vorbereitungen für diesen enormen logistischen Aufwand laufen beim Landratsamt dazu auf Hochtouren. Die Mitarbeiter des Landratsamtes rund um André Kuhn, Leiter der Verwaltungsgruppe Impfzentrum, haben in den vergangenen Wochen engagierte Arbeit geleistet.

Impfwillige können nicht "einfach so" im Impfzentrum vorbeikommen. Lediglich nach vorheriger Terminvereinbarung und mit Vorlage entsprechender Unterlagen und Berechtigungsnachweise durch das Landratsamt ist eine Impfung möglich. Alle anderen Personen können nicht zur Impfung zugelassen werden und erhalten keinen Zutritt. Die Eingangskontrolle findet mithilfe eines Sicherheitsdienstes statt. Der Zutritt ins Impfzentrum ist zudem nur mit einem Mund-Nasen-Schutz zulässig. Personen mit Krankheitssymptomen können nicht eingelassen und geimpft werden. Ältere Bürger, die Unterstützung benötigen, können eine Begleitperson mitbringen.

Terminvereinbarungen für die betroffenen priorisierten Bevölkerungsgruppen sind ab Montag, 28. Dezember, unter der Telefonnummer 09521/27600 beim Bürgertelefon des Landkreises Haßberge möglich. Das Telefon ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr besetzt, am Freitag von 8 bis 12.30 Uhr.

Zunächst ist nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission und des Gesundheitsministeriums vorgesehen, über 80-Jährige zu impfen, ebenso Bewohner von Pflege- und Seniorenheimen, Behinderteneinrichtungen sowie besonders gefährdete Berufsgruppen. Der Bund hat dazu eine Priorisierung nach bestimmten Kriterien vorgenommen.

Das BRK hat für den Betrieb des Impfzentrums Stellen ausgesucht und bis vor wenigen Tagen ein Bewerbermanagement durchgeführt. Gesucht wurden beispielsweise medizinische Fachangestellte, Arzthelfer, Krankenpfleger sowie Rettungs- und Notfallsanitäter. Zu den Aufgaben der neuen Mitarbeiter, die in Vollzeit und Teilzeit angestellt sind, gehören unter anderem die Aufnahme der Personalien, Dokumentation, Eintragung ins Impfregister, Aufklärung und Information der Impfwilligen, die Einweisung in den Ablauf im Impfzentrum, Vorbereitung und Impfdurchführung auf Delegation sowie Desinfektionsmaßnahmen.

Es sind pro Schicht im Impfzentrum neun Mitarbeiter vor Ort, zusätzlich ein Arzt. Für den Betrieb des Impfzentrums werden insgesamt rund 35 Mitarbeiter tätig sein.

Die ärztliche Leitung des Impfzentrums hat der Ärzteverein Haßberge, der koordiniert und unterstützt. Hier arbeitet das Rote Kreuz eng mit Vorsitzender Dr. Christina Bendig aus Hofheim zusammen. Die Gestellung der Ärzte erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) unter Federführung des Landkreises. Für Vier-Augen-Gespräche zwischen Impfling und Arzt wurde ein separater Container ans Rotkreuzhaus angeschlossen.

Ein Sicherheitsunternehmen bewacht Tag und Nacht das Rotkreuzhaus, in dem auch die Impfdosen für den Landkreis gelagert werden. Diese kommen aus einem Großlager in Würzburg, wo sie bei minus 70 Grad tiefgekühlt sind. Zwei Mal wöchentlich wird in Kühlboxen der Anteil für Hofheim geliefert und dort weiterhin gekühlt bis zum Verbrauch. Innerhalb von fünf Tagen müssen die aufgetauten Impfdosen dann verbraucht werden, um die Wirkung zu gewährleisten. Damit auch nichts verfällt, gibt es mit dem Landkreis Rhön-Grabfeld eine Partnerschaft, wie der Landrat erklärte.

Als Verantwortliche vor Ort sind die BRK-Mitarbeiter Daniel Schirmer und Daniel Imhof mit der Leitung des Impfzentrums betraut worden. Der Betrieb des Impfzentrums ist zunächst bis zum 30. Juni 2021 vorgesehen. Ob eine Verlängerung erfolgen muss, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.