Die Homepage ist modern und attraktiv gestaltet, inzwischen gibt es Kindermuseumsführer, um auch den Jüngsten einen altersgerechten Zugang zu den Exponaten zu verschaffen, Sonderausstellungen finden überregional Anklang und mit Hilfe eines zeitgemäßen Programms namens "Vino" werden die Bestände zurzeit wissenschaftlich inventarisiert. Kurz: Das Heimatmuseum ist längst im 21. Jahrhundert angekommen. Und doch hat es nichts von dem Charme verloren, den das Haus bei seiner Eröffnung Anfang des Jahres 1974 auszeichnete. "Es ist ein Museum mit Herz, in dem sich der Besucher wohlfühlt, in dem er die Dinge anfassen darf, wo sich Erwachsene und Kinder in die Schulbank setzen und laut freuen dürfen, wo man ständig Neues entdeckt", schwärmt der heutige Museumsdirektor Ingo Hafenecker.

Festakt am Sonntag

40 Jahre Heimatmuseum feiert der Bürgerverein als Träger mit
einem Kommers am Sonntag, 12. Januar, - auf den Tag genau 40 Jahre nach der Eröffnungsfeier - in der Frauengrundhalle in der "Alten Kaserne". Der Festakt beginnt um 14 Uhr.

Dass noch immer der Bürgerverein Träger dieses Kleinods unter den Museen in der Region betreibt, ist ein Glücksfall. Gerade der ehrenamtliche Einsatz der Mitglieder, die Verbundenheit mit Ebern und seinen historischen Schätzen und Liebe zum Objekt hat der Einrichtung über die Jahrzehnte geprägt. Sie wohl auch vor all zu gleichmacherischen Zeitströmungen bewahrt.

Die Gründer damals waren stets davon ausgegangen, dass der Verein das Haus zwar einrichten könne, mit der Trägerschaft und dem Unterhalt aber eindeutig überfordert wäre. Bei der Stadt biss man allerdings auf Granit, der Rat um Bürgermeister Rolf Feulner weigerte sich, das Museum zu übernehmen.

So blieben der Bürgerverein und sein Kind, das Heimatmuseum, über die Jahrzehnte in der öffentlichen Wahrnehmung eins. Auf die 40 Jahre seither kann der Verein stolz sein. Dem ruhelosen Pensionär Hafenecker ist es gelungen, junge Leute um sich zu scharen und dem Verein wie auch dem Museum beste Perspektiven zu verschaffen.

Ein Hafenecker, Ingos Vater Simon (1910 bis 2004), hatte, bei der Eröffnung 1974 bescheiden von einem "nicht gerade bedeutsamen, aber immerhin bemerkenswerten Ereignis" gesprochen. Heute weiß man, dass er zu sehr tiefstapelte. Das Haus hat in all den Jahren nicht nur ungezählte Einheimische und Gäste der Stadt auf eine genüssliche Entdeckungsreise in die Vergangenheit entführt, es hat den Menschen auch die Lebensumstände der Vorfahren nahe gebracht und sie vor allem für den Wert des Alten und Überkommenen sensibilisiert.

Die Anfänge

Simon Hafenecker, langjähriger Vorsitzender des Vereins und Museumsdirektor, wird heute gerne als "Vater des Heimatmuseums" bezeichnet. Geistige Väter und Geburtshelfer hatte es indes mehrere, allen voran den früheren Vorsitzenden Reinhold Limpert (1937 bis 2000). Schon 1960 war die Idee zu solch einem Museum entstanden, in einer Zeit, in der die Nachkriegsdepression einer Modernisierungswelle wich. Die hatte zur Folge, dass alte Gebäude und deren Inventar ausgemustert wurden. Altes wurde als "Krempel" oder "Gerümpel" entsorgt.

Dem entgegenzuwirken und Werte zu bewahren, war Anliegen der Bürgervereins-Aktiven. Sie wollten historisches Gerät aus Handwerk und Landwirtschaft, Mobiliar und Urkunden für die Nachwelt sichern und in einem Museum ausstellen. Als Räume waren beispielsweise das Ossarium, die alte Schule (heute Pfarrzentrum) und das alte Brauhaus im Gespräch.

Unmittelbar neben dem Grauturm im früheren Sparkassengebäude fand man schließlich einen idealen Platz für das "Stadtmuseum", das erst später "Heimatmuseum" genannt wurde. Von drei Räumen im Erdgeschoss sind die Bestände bis unters Dach auf 18 Räume angewachsen und neuerdings gibt es sogar eine Galerie am Fuße des Stadtbergs.

Das Jubiläum will der Bürgerverein mit einem "Jahr des Heimatmuseums" und vielen Aktionen feiern. Ebern darf gespannt sein!

3500
Ausstellungsstücke, die aus Ebern und der näheren Umgebung zusammengetragen wurden, beherbergt das Museum. Die Stücke stammen zum größten Teil aus der Zeit zwischen 1850 und 1920.
344
Mitglieder zählte der Bürgerverein kurz vor dem Jahreswechsel. Allein im vergangenen Jahr trugen sich 30 Personen neu ins Mitgliederregister ein.