Nun hat Corona auch das Haßfurter Seniorenheim Sankt Bruno erreicht: Am Montag, 21.12., wurde eine Bewohnerin des Heims positiv auf das Virus getestet, wie Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Caritasverbands Haßberge, mitteilt. Seitdem kamen weitere Infektionen hinzu.

Sowohl der durchgeführte Antigen-Test als auch ein nachfolgender PCR-Test fielen bei der Heimbewohnerin positiv aus. "Die folgenden weiteren Testungen ergaben leider immer wieder neue positive Testergebnisse", berichtet Schäflein. Am Samstagabend (26.12.) verzeichnete das Heim sieben mit dem Coronavirus infizierte Bewohner. Insgesamt sind 70 Senioren in dem Gebäude an der Haßfurter Promenade untergebracht. Auch sieben Mitarbeiter der Einrichtung wurden positiv getestet. Alle 14 Personen zeigen aktuell jedoch keine Symptome.

Keine Besuche mehr möglich

Seit dem ersten Weihnachtsfeiertag gilt ein Besuchs- und Abholverbot für das Haßfurter Seniorenheim, wie Schäflein weiter erklärt. Diese Regelung wurde in Absprache mit dem Gesundheitsamt getroffen. Die Kontaktaufnahme zu den Bewohnern soll vorerst telefonisch oder über Videotelefonie stattfinden. Ausnahmen gelten für Senioren, die im Sterben liegen.

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Mit einem negativen Testergebnis und einer FFP2-Maske können diese nach Voranmeldung von ihren Angehörigen besucht werden. Das Team des Seniorenheims bittet aufgrund der aktuellen Lage aber auch hier um eine weitgehende Reduzierung des Besucherkreises. "Momentan ist es eindeutig nicht sinnvoll, dass mehrere Personen gleichzeitig oder gar viele Externe zu Besuch ins Haus kommen", betont Schäflein. "Zudem brauchen wir möglichst viele unserer Personalressourcen zur Betreuung und Versorgung der Bewohner und zur Umsetzung der nun noch engmaschigeren Testungen vor Ort."

Die Infektionen treffen das Heim in einer besonders kritischen Phase. "Wir sind sehr betroffen und traurig, dass wir diese Lage so kurz vor den anstehenden Impfungen konstatieren müssen", bedauert Schäflein. Doch die Caritas-Geschäftsführerin versichert: "Wir tun alles Menschenmögliche, um eine weitere Verbreitung im Haus aufzuhalten - wissen allerdings auch, dass dies alles andere als auszuschließen ist."

Erste Impfung in Hofheim

Um die Bewohner der Caritas-Seniorenheime im Landkreis vor weiteren Ansteckungen zu schützen, fand am Sonntagmorgen (27.12.) die erste Corona-Impfung in den Hausgemeinschaften Sankt Anna in Hofheim statt. Die 87-jährige Olga Koch habe den kleinen Piks ohne mit der Wimper zu zucken und lachend hingenommen, erzählt Schäflein. Die Impfung übernahm Ärztin Simone Wagenhäuser.

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"Wir freuen uns sehr über das Anlaufen der Impfung. Es ist einfach großartig, dass wir zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte zu einem frühen Zeitpunkt in einer Pandemie einen wirksamen Impfstoff zur Verfügung haben", so Schäflein. Für den ersten Impftag standen insgesamt 20 Impfdosen für das Haus Sankt Anna zur Verfügung. Damit wurden 17 Bewohner sowie drei Mitarbeiter geimpft. Die Einrichtung hoffe nun auf rasche weitere Impfstofflieferungen.

Auch im Knetzgauer Awo-Seniorenzentrum wurden am Sonntag erste Impfungen durchgeführt: Dr. Anton Aumüller impfte mit seinem Zeiler Praxisteam 50 Bewohner sowie 30 Mitarbeiter des Heims.

Mobile Impfteams im Einsatz

Der Schwerpunkt der Schutzimpfungen gegen Covid-19 liege zunächst auf der Impfung der Bevölkerungsgruppen mit der höchsten Vulnerabilität, teilt das Landratsamt mit: also den Bewohnern der Senioren-, Pflege- sowie Behinderteneinrichtungen und dem Personal der ambulanten und stationären Pflege im Kreis Haßberge. Hierfür werden mobile Impfteams für die Impfung vor Ort eingesetzt.

"Gerade in der Anfangsphase wird der Impfstoff nur in kleinen Mengen zur Verfügung stehen. Deswegen bitten wir um Verständnis, dass gerade in den ersten Tagen und Wochen ausschließlich Berechtigte der höchsten Priorität geimpft werden können", erläutert Landrat Wilhelm Schneider. "Bitte versuchen Sie in den kommenden Wochen nur eigeninitiativ einen Impftermin zu bekommen, wenn Sie zu den Personengruppen gehören, die in den Priorisierungsgruppen genannt sind." Sobald der Zugang zum Impfangebot für eine nachfolgende Prioritätengruppe erweitert wird, werde das Landratsamt rechtzeitig darüber informieren.

Besonders in den ersten Wochen werde der überwiegende Teil der Impfungen durch die mobilen Impfteams in den Pflegeeinrichtungen geleistet. Eine Terminvereinbarung für das Impfzentrum für die Zielgruppen der Impfpriorisierung werde dann erst im Laufe des Januars zunehmend Bedeutung erhalten, erklärt das Landratamt. Dennoch können sich Bürger, die in der ersten Phase impfberechtigt sind, schon ab dem heutigen Montag beim Bürgertelefon unter der Rufnummer 09521/27600 melden.

Informationen rund um das Impfzentrum gibt es auf der Internetseite des Landkreises unter www.hassberge.de/buergerservice/gesundheit/corona-virus/impfzentrum.html. Unter anderem werden dort die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Impfen beantwortet. Weitergehende Informationen dazu gibt es auch online auf der Homepage des Bayerischen Gesundheitsministeriums unter www.stmgp.bayern.de/coronavirus/impfung.