Zeil am Main
Corona-Ausbruch

Bereits 23 Todesfälle nach Corona-Ausbruch in Seniorenheim - doch es gibt eine gute Nachricht

Die Zahl der positiv getesteten Bewohner und Mitarbeiter im Zeiler Seniorenheim geht weiter zurück. Mittlerweile sind 23 Todesfälle zu beklagen.
 
100 Plätze in vier Wohnbereichen bietet das Seniorenheim in Zeil. Jedes der vier Stockwerke ist ein Wohnbereich - zwei Stockwerke davon sind bereits wieder Corona-frei. Brigitte Krause/Archiv
100 Plätze in vier Wohnbereichen bietet das Seniorenheim in Zeil. Jedes der vier Stockwerke ist ein Wohnbereich - zwei Stockwerke davon sind bereits wieder Corona-frei. Brigitte Krause/Archiv

Der Wunsch, das Seniorenheim in Zeil bis Weihnachten coronafrei zu bekommen, erfüllt sich nicht. Aber die Zahlen gehen nach unten, und zwei Wohnbereiche (Stockwerke) sind bereits virusfrei, wie Ulrike Hahn von der Arbeiterwohlfahrt auf Anfrage am Dienstag (22.12.2020) bestätigte.

Die Arbeiterwohlfahrt ist der Träger der Senioreneinrichtung im Hans-Weinberger-Haus. Es hat 100 Plätze, die auf vier Wohnbereiche (Etagen) mit jeweils 25 Plätzen verteilt sind. Bei Ausbruch der Corona-Ansteckungen vor einigen Wochen waren 99 Plätze belegt. Insgesamt kümmern sich rund 100 Mitarbeiter um die Senioren.

Nach Corona-Ausbruch in Zeiler Seniorenheim: Zwei Wohnbereiche wieder infektionsfrei

Anfänglich schnellte die Zahl der positiv getesteten Bewohner und Mitarbeiter auf rund 70 Personen. Mittlerweile, so die neuesten Daten laut Ulrike Hahn, sind noch zehn Bewohner sowie zehn Mitarbeiter Corona-positiv. Die betroffenen zehn Beschäftigten sind nicht im Dienst, und die zehn positiv getesteten Bewohner sind auf zwei Stockwerken untergebracht. Das bedeutet, zwei Wohnbereiche sind mittlerweile coronafrei.

Schlimm ist die Situation in Zeil, wenn man auf die Todesfälle schaut. Laut Ulrike Hahn sind (Stand am Dienstag) bisher 23 Bewohner an oder mit dem Virus gestorben. "Das macht sehr betroffen", sagt Ulrike Hahn. Neben den Angehörigen leiden vor allem die Mitarbeiter, für die es deshalb eine psychologische Betreuung gibt. "Dafür sind wir sehr dankbar", so Ulrike Hahn, die sich beim Bezirksverband Unterfranken der Arbeiterwohlfahrt um 17 Seniorenheime und eine Reha-Einrichtung in Unterfranken kümmert.

Mit Blick auf die kommenden Weihnachtsfeiertage teilte Ulrike Hahn mit, dass das Besuchsverbot teilweise aufgehoben ist. Teilweise bedeutet, dass die Bewohner in den zwei coronafreien Wohnbereichen entsprechend den geltenden Regeln und gesetzlichen Vorgaben besucht werden können. Für die beiden anderen Stockwerke bleibt das Besuchsverbot bestehen. Endgültig aufgehoben wird es wohl erst, wenn das komplette Hans-Weinberger-Haus coronafrei ist. Ob und wie die Besuche dann möglich sind, muss auch das Gesundheitsamt mitentscheiden.

Vorbereitung für Corona-Impfung laufen

Mittlerweile laufen in Zeil wie auch in anderen Häusern die Vorbereitungen für die Impfungen. Das Personal fragt die generelle Bereitschaft zum Impfen ab.

Gar nicht glücklich ist Ulrike Hahn, dass neben den zusätzlichen Arbeiten wie den Impfvorbereitungen - und das alles mit reduzierter Mannschaft - nun eine weitere Maßnahme hinzukommen soll. Der Freistaat hat eine Taskforce für die Betreuung der Senioreneinrichtungen ins Leben gerufen. Nach den Informationen von Ulrike Hahn geht es dabei offensichtlich vor allem um Kontrolle, und das ist etwas, das die Heime aktuell überhaupt nicht brauchen angesichts der angespannten Personalsituation. Sie würde sich eine Taskforce wünschen, die Unterstützung leistet und dem Personal bei seiner Arbeit tatkräftig hilft.

Ein Lob hat Ulrike Hahn für die Angehörigen der Bewohner parat. Die allermeisten von ihnen gehen sehr verantwortungsvoll mit der schwierigen Situation um und zeigen sich kooperativ und verständig, hat die Vertreterin des Trägers in den vergangenen Wochen erfahren. Es gibt natürlich auch Ausnahmen.

Auch in Oberfranken gab es einen Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim: 66 von 75 Bewohnern wurden positiv getestet.