Eine Bronzemedaille und den Sonderpreis des Bayerischen Bauernverbandes für die "Förderung der traditionellen Hutzelkultur" hat Fatschenbrunn im Landesentscheid des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" gewonnen. Das teile das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gestern Nachmittag mit. Die vier Goldmedaillen hat die Jury an Geldersheim im Kreis Schweinfurt, an Hirnsberg im Landkreis Rosenheim, nach Meinheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und nach Perlesreut im Landkreis Freyung-Grafenau vergeben.

Starke Konkurrenz

Natürlich hatten sich die Fatschenbrunner um Ortssprecher Reiner Renner nach den Erfolgen auf Kreis- und Bezirksebene Hoffnungen auf eine weitere Goldmedaille gemacht, denn bei der Abschlussbesprechung der Jury am vergangenen Donnerstag fielen Aussagen wie "paradiesisch" und "traumhaft". Die Fatschenbrunner hatten ihr Bestes gegeben, doch auf Landesebene ist die Konkurrenz stark.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) hatte letzte Woche schon betont, welche Dynamik die Teilnahme am Wettbewerb in Fatschenbrunn auslöste. Die ohnehin schon starke Dorfgemeinschaft wuchs um neue Mitstreiter und neue Visionen für das Dorf wurden entwickelt. Somit hat Fatschenbrunn auf jeden Fall gewonnen, nämlich an Zusammenhalt und Perspektiven.

Nachhaltige Wirkung

So sieht das auch Ortssprecher Reiner Renner, den unsere Zeitung gestern kurz nach der Bekanntgabe der Entscheidung erreichte. Vor zwei Jahren hätte niemand in dem kleinen Ort geglaubt, auf Landesebene antreten zu können. "Allerdings hatten wir schon einen kleinen Funken Hoffnung auf mehr als Bronze und Sonderpreis", gestand er. "Aber wir nehmen aus dem Wettbewerb ganz viel mit, das sich hoffentlich nachhaltig im Dorfleben verfestigt und umsetzen lässt", zieht er Bilanz.

Fatschenbrunn will seine Linie fortführen, aus jedem Zuschuss-Euro möglichst viel Gewinn für das Dorf zu machen und vor allem Lösungen zu suchen, die das Dorf auf Dauer aus eigener Kraft tragen kann. Er bedankte sich im Gespräch mit unserer Zeitung bei dem Team, das so begeistert im Wettbewerb mitmachte, das zweieinhalb Jahre lang viel Freizeit in die Zukunft des Dorfes investierte, bei allen, die zur Umsetzung der Ideen betrugen, beim Gemeinderat von Oberaurach für die Unterstützung "und bei allen, die mitgefiebert und die Daumen gedrückt haben".

Gestern Abend traf sich die Fatschenbrunner Dorfgemeinschaft am Sportgelände, um den Sonderpreis zu feiern.

Zukunftsfähig aufgestellt

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) betont in der Mitteilung des Ministeriums, dass sich die 18 Siegerdörfer aus den Regierungsbezirken allesamt gut vorbereitet und eindrucksvoll bewiesen hätten, dass sie zukunftsfähig aufgestellt sind. An dem Wettbewerb, der alle drei Jahre stattfindet, hatten sich landesweit 327 Dörfer beteiligt. Dem Minister zufolge ist der Dorfwettbewerb damit "die bedeutendste Bürgerinitiative Bayerns". Gemeinsames Ziel sei es, die Lebensverhältnisse in den Gemeinden zu verbessern. In über 50 Jahren haben sich fast 27 000 bayerische Dörfer am Wettbewerb beteiligt. Während in der Nachkriegszeit mehr das äußere Erscheinungsbild im Mittelpunkt stand, liegen die Schwerpunkte heute auf Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit, Ökologie und Wirtschaft.