Die Meldungen über die Biber an der Baunach überschlagen sich in diesen Tagen förmlich und sprichwörtlich. Hat unsere Zeitung erst vor wenigen Tagen über neue Exemplare, Dämme und Bauten im Bereich Ebern und über die "natürlichen" Feinde des Bibers berichtet, "schlug" am Freitag ein Vertreter dieser Spezies zurück.

Wie Biber-Experte Wolfgang Lappe gegenüber unserer Zeitung erklärt hatte, gehört der Mensch zu den größten Feinden des Bibers. Zumeist als Autofahrer. Aber auch Jäger, die in begründeten Ausnahmefällen und mit Genehmigung des Landratsamtes tätig werden dürfen.

Dennoch scheint sich ein Biber im Naturschutzgebiet entlang der Baunach in Richtung Lohr schon zu wappnen oder zu wehren. Denn wie uns Ulrich Kuhn per Foto-Dokument vom Freitag glaubhaft belegt, hat so ein Biber einen Hochsitz in der Baunachaue angeknabbert und der Sturm von Donnerstag auf Freitag dürfte den Rest erledigt haben. "Der Revierinhaber fragte mich zunächst, wo ich dieses witzige Fake-Bild her habe", berichtet Kuhn. Zwei Stützstangen des Ansitzes seien durchgeknabbert gewesen. "Ob der Sturm mithalf, entzieht sich meiner Kenntnis", so Kuhn, der bei der Bereitschaftspolizei in Bamberg arbeitet.

Auf jeden Fall handelt es sich dabei nicht um einen Faschingsscherz, sondern bittere Realität. Wie auch Rudi Ruß aus Sand meint, dass sich die Biber derart vermehren, dass in naher Zukunft kein Platz mehr sein dürfte.

Aufgrund der Entwicklungen in den Jahren seit 2001 im Landkreis kommt Ruß nach den Berechnugsgrundlagen des Landratsamtes bis 2020 auf 145 Reviere bzw. 500 bis 870 Tiere. "In Sand hatten wir 2002 den ersten Biber, jetzt ist er bei uns im Biergarten angekommen, am Weinfestplatz müssen die Bäume geschützt werden", klagt Ruß.

Ob der Revierbesitzer, ein Geschäftsmann aus Ebern, für seinen Hochsitz eine Entschädigung bekommt? Es gibt in Bayern für einen Fonds für Schäden, die Biber anrichten.