Er ist mehr Dammbrecher als Brückenbauer, aber auch Tunnelbauer. Die Rede ist vom Biber. Ein Vertreter dieser Spezies hat nun an Teichen zwischen Ruppach und Unterpreppach fast "den Stöpsel" gezogen. Denn dort knabbert er nicht nur Bäume entlang der Preppach an, sondern buddelt seine Höhlen auch in den Damm zu den benachbarten Teichen, in denen Forellen und Karpfen gehalten werden.

"Den Schaden haben wir beim Abfischen zu Gesicht bekommen, zehn Röhren hat er bis dahin gegraben gehabt. Einige mussten wir verschließen, da auf dem Damm auch Autos fahren. Der Biber ist aber im Moment voll in den drei Seen aktiv", berichtet der Enkel der Eigentümerin, der sich um die Seen, die vor Jahrzehnten im Zuge der Unterpreppacher Flurbereinigung angelegt wurden, kümmert.


Mit Beton befestigen?

Anders als im Bamberger Haingebiet, wo das städtische Gartenbauamt schon Betonmischer anrücken ließ, reichten bislang aber Steinbefestigungen, um den Damm zu sichern.

Mit Zuschüssen aus dem Biberfonds des Freistaates dürfen die Teichbesitzer nicht rechnen. "Der ist sowieso gedeckelt und Hobby-Teichanlagen fallen nicht darunter", so Winfried Seufert vom Landratsamt in Haßfurt, dem der Fall noch gar nicht bekannt gewesen war.

Mit Entschädigungen dürften nur Landwirte und professionelle Teichwirte rechnen. So weiß Seufert von einem See bei Zeil, der "komplett leer gelaufen ist und die Fische raus geschwemmt wurden".

Vor Ort bei Ruppach hat sich Naturschutzwächter Wolfgang Lappe schon umgeschaut. Als Biberbeauftragter weiß er, dass sich ein Biber schon vor fünf, sechs Jahren in der Preppach tummelte und in Richtung Pöppelsmühle sowie Jesserndorfer und Weißenbrunner Bach weiterzog.

Lappe: "Bei Ruppach ist keiner heimisch, der zieht von der Baunach her rauf. Im Winter war komplett Ruhe." Jetzt habe er ein paar Bäume angeknabbert und er, Lappe, den Eigentümern empfohlen, die Bäume mit Zaun zu umwickeln. Für Lappe eher eine "harmlose Geschichte, es gibt Schlimmeres".

Beim nächsten Ablassen des Sees müssten die Ufer halt entsprechend befestigt werden, damit sich der Biber daran die Zähne ausbeißt.


Blitzaktionen

Lappe hat schon ganz andere Erfahrungen gemacht: So wurde durch einen Dammbau in der Weisach in Höhe der Laster-Waschanlage bei Voccawind die Keller der tiefer liegenden Häuser geflutet. "Da mussten wir mit einer Blitzaktion schnell eingreifen", so der Biberbeauftragte. Auch inmitten von Maroldsweisach hatte ein Dammbau schon für Überschwemmungen gesorgt.

"Es wird nicht langweilig", gibt Lappe zu. Dennoch glaubt er nicht an eine weitere Ausbreitung des Bibers. "In den letzten Wochen hatten wir viele Todesfälle."

Daran liest er ab, dass "die Population an der Baunach an den Nebenflüssen schon sehr hoch ist" und kaum mehr Nischen, wie zuletzt im Albersdorfer Dorfbach mehr frei sind.