1918 endete der Erste Weltkrieg, stürzte das Deutsche Kaiserreich, wurde die erste deutsche Republik ausgerufen - und in Limbach wurde just an dem Tag, als der Vater aus dem Krieg zurückkehrte, Martha Firmbach geboren. Gestern feierte sie im Kreise einer großen Familie und vieler Gratulanten ihren 100. Geburtstag.

Über Jahrzehnte engagiert

Bürgermeister Michael Ziegler überbrachte die Glückwünsche der Stadt, als stellvertretender Landrat auch die des Landkreises - und im Auftrag von Ministerpräsident Markus Söder überreichte er die silberne Patrona Bavariae. Auch Pfarrer Ottmar Pottler und viele Aktive aus der Kirchengemeinde Maria Limbach kamen, denn hier hat sich Matha Firmbach über Jahrzehnte engagiert.

Als Martha Schmitt wurde sie geboren und wuchs in Limbach auf. Mit Ehemann Ludwig, der 1982 starb, schenkte sie zwei Söhnen und einer Tochter das Leben, die die Familie bis heute um sieben Enkel und zwölf Urenkel vergrößerten.

Martha Firmbach genießt es, dass in der Kellergasse vier Generationen unter einem Dach leben. Früher hat sie sich gerne die Welt angeschaut. "Ich war eine richtige Reisetante", erzählte sie beim Geburtstags-Kaffee, für den die Doppelgarage zum Festsaal umfunktioniert wurde.

Martha kümmerte sich nach der Eheschließung um Kinder und Haus und half in der elterlichen Landwirtschaft. Ehemann Ludwig war von Beruf Bootsführer und viel unterwegs. Im Zweiten Weltkrieg verlor er den rechten Arm. Er war zwar sehr erfindungsreich, brauchte aber doch immer wieder die Hilfe seiner Frau, etwa beim Anziehen.

Martha Firmbach lag die Limbacher Dorfkirche am Herzen. Hier war sie Kirchenpflegerin und mit ihrer Schwester Mesnerin. Jahrzehntelang sorgte sie mit dafür, dass zum Fest Mariä Himmelfahrt Kräuterbüschel zugunsten des Kindergartens verkauft werden konnten. Heuer hat sie zum ersten Mal nicht an der großen Kartoffelsalat-Schäl- und Schnippelaktion zum Pfarrfest am 15. August teilgenommen, erzählt Sohn Emil. "Sie ist aber überall noch als Zuschauerin dabei", beispielsweise beim Strickkreis, der sich monatlich im Gasthaus "Salim" trifft. "Und regelmäßig kommen junge Frauen vorbei, wenn sie beim Fersen-Stricken Probleme bekommen."

In Limbach fest etabliert

Auch mit 100 Jahren ist Martha Firmbach fest in Limbach etabliert. Den Seniorenkreis hat sie mitgegründet und bei der "Sängerlust" Limbach gesungen. Jeden Sonntag ist sie im Gottesdienst, außer bei Schnee und Sturm. Natürlich war sie letzten Sonntag in der Wallfahrtskirche, als das sanierte Turmkreuz gesegnet wurde, und lauschte den Ausführungen von Pfarrer Pottler. Der wird am Wochenende einen Dankgottesdienst für die Familie Firmbach zelebrieren.