"Wir brauchen eine Biber freie Zone im Seebach und hoffen auf die Unterstützung des Wasserwirtschaftsamtes und der Unteren Naturschutzbehörde", sagte Bürgermeister Holger Baunacher zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Montag.


Radikale Maßnahme?

Baunacher hat als Vorsitzender des Zweckverbands zum Hochwasserschutz im nordwestlichen Steigerwaldvorland mehrere Biberdämme im Seebach - sowohl auf Wonfurter als auch auf Horhäuser Gemarkung - entfernen lassen. Dies führte zu Beschwerden von Mario Dorsch und weiteren Bürgern aus Horhausen. Baunacher betonte, der Zweckverband sei dafür zuständig, dass der Ablauf des Seebachs reibungslos funktioniere.

Manfred Husslein, Fachreferent für Naturschutz und Landschaftspflege am Landratsamt Haßberge, und er selbst hätten offenbar aneinander vorbeigeredet, was die Biberdämme betreffe. Allerdings habe er eine Mail erhalten, die das Einverständnis der Behörde zur Entfernung der Biberbaue im Seebach bestätigt habe.

Baunacher sieht in den Bauten eine Gefahr für den Hochwasserschutz. Dieser ist wichtig für Bürger in Dampfach und Wonfurt, deren Keller voll Wasser liefen, und auf die Landwirte, deren Äcker in Gefahr seien. "Es wird einen Termin mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Unteren Naturschutzbehörde geben, bei dem ein genauer Fahrplan erstellt wird. Ziel muss es sein, eine Biber freie Zone am Seebach festzulegen", so Baunacher.


Haushalt 2017

Acht Monate hat die Gemeinde Wonfurt ohne rechtskräftigen Haushalt gewirtschaftet, nun wurde der Plan für 2017 in der Sitzung des Gemeinderats einstimmig beschlossen. Der Verwaltungshaushalt sieht Einnahmen und Ausgaben von 3,327 Millionen Euro vor und der Vermögenshaushalt schließt mit 1,526 Millionen Euro. Allerdings wird ein nicht unwesentlicher Teil der Investitionen heuer nicht mehr realisiert.

Bürgermeister Holger Baunacher erklärte, dass sich der Haushalt aus mehreren Gründen verzögert habe, nächstes Jahr aber wieder im Frühjahr beschlossen werde. Um einen größeren Überblick zu erhalten, habe man den Finanzplan auf zehn Jahre erweitert. Er rechnet in den Folgejahren mit größeren Krediten: 2018 und 2019 stehen an die Erschließung des Baugebiets in Dampfach, der weitere Breitbandausbau, die Sanierung der Turnhalle, die Kanalsanierungen in Wonfurt, den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Wonfurt nach Hainert, Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen sowie Grunderwerb.


Haushaltszahlen im Detail

Wie der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Theres, Markus Hahn, erläuterte, stiegen gegenüber dem Vorjahr sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben im Verwaltungshaushalt an. Beitragsfähige Maßnahmen müssen jetzt umgelegt werden, meinte der Kämmerer. Bislang konnten die Aufgaben ohne Kredite finanziert werden. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt stieg mit 341 000 Euro gegenüber 2016 um 77 000 Euro.
Die Schulden (Ende 2016 waren es 906 450 Euro) sinken auf 834 450 Euro, und damit verringert sich die Pro-Kopf-Verschuldung von 459 Euro auf 423 Euro.

Die größten Einnahmequellen im Verwaltungshaushalt sind die Einkommenssteuerbeteiligung (1,041 Millionen Euro), die Schlüsselzuweisungen (647 150 Euro), Benutzungsgebühren und ähnliche Entgelte (560 150) und die Gewerbesteuer (300 000 Euro). Die größten Ausgaben sind die Verwaltungskosten (976 680 Euro), die Kreisumlage (738 100 Euro), die Personalausgaben (302 050 Euro) und die Kindergartenförderung (416 300).
Die fünf größten Investitionen sind die Erweiterung des Gewerbegebiets Wonfurt (307 000 Euro), den Breitbandausbau (150 000 Euro), die Kanalsanierung in Dampfach (150 000 Euro), die Container für den Kindergarten (120 000 Euro) und der Grunderwerb (100 000 Euro).

Finanziert wird der Vermögenshaushalt im Wesentlichen durch die Rücklagenentnahme (587 000 Euro), die Zuführung vom Verwaltungshaushalt (341 000 Euro), Verbesserungsbeiträge für den Kanal Dampfach (200 000 Euro), die Investitionszuweisungen (138 000 Euro) und den Zuschuss für den Breitbandausbau (110 000 Euro). Auch der Finanzplan 2016 bis 2020 wurde einstimmig genehmigt.


Weitere Themen

Er gab weiter bekannt, dass die Allianz Main & Haßberge in Kürze Vorstellungsgespräche mit Bewerbern um das Amt des Allianzmanagers führen und die Satzung für den Verein erarbeiten würden. Die Gründungsversammlung werde danach erfolgen.

Demnächst kommt es zu den Gründungsarbeiten für die Container zur Erweiterung des Kindergartens in Wonfurt. Da für die Einrichtung noch einiges angeschafft werden muss, wird der Trägerverein einen Zuschussantrag stellen.

Der Platz am ehemaligen Anwesen Bilous in Wonfurt wird noch im September gestaltet. Er soll befestigt werden und Sitzmöglichkeiten erhalten und damit Wonfurt weiter aufwerten. Die Errichtung öffentlicher Toiletten ist aus Kostengründen aber nicht vorgesehen.

Die Gemeinde hatte ein Büro damit beauftragt, ein Konzept zur ökologischen Aufwertung für Flächen ohne erkennbare wirtschaftliche Nutzung im Siedlungsraum oder in der freien Landschaft zu erstellen. Diese wird dem Gemeinderat im Oktober vorgestellt.

Josef Kram gab Beschwerden von Bürgern über die schlecht gepflegten Friedhöfe in Wonfurt und Dampfach weiter. Baunacher erklärte, dass man auf geschotterten Flächen des Unkrauts nicht Herr werde, aber auch kein Gift sprühen dürfe. Leider habe sich keine ehrenamtlichen Helfer gefunden. Mittlerweile gibt es erfolgreich Versuche mit dem Gasbrenner. Eine Lösung sieht Baunacher nur in befestigten Flächen. Der Bauausschuss solle sich dieses Themas einmal annehmen.

Das Feuerwehrgerätehaus, das als Unterkunft für Asylsuchende gedient hat, wird derzeit innen saniert. Nachdem man die Küche habe ausbauen und entsorgen müssen, werde man nun Angebote für einen Ersatz einholen, so der Bürgermeister.