Reges Interesse zeigten die Bürger an der konstituierenden Sitzung des Adelsdorfer Gemeinderates am Mittwochabend in der Aischgrundhalle. Zunächst machte Bürgermeister Karsten Fischkal klar, worum es geht: "Hier im Gemeinderat werden die Weichen für die Zukunft für die gesamte Gemeinde Adelsdorf gestellt. Nicht für ein Parteibuch, nicht für einen Ortsteil. Wir müssen immer das große Ganze im Blick haben."

Den geistlichen Segen erhielt das Gremium von Pfarrer Thomas Ringer und Pfarrer Jens Arnold. Ringer hatte als Geschenk für alle 21 Mitglieder des Gremiums ein kleines Kreuz dabei. Ein wenig feierlich wurde es dann, als Fischkal die sieben neuen Gemeinderäte Kerstin Auer (Grüne), Norbert Lamm (SPD), Matthias Goß (CSU), Nico Kauper (CSU), Ralf Olmesdahl (ABWI), Thomas Lay (CSU) und Tim Scheppe (FW) vereidigte.

Als es um die Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters geht, wird schnell klar, dass nicht alle einer Meinung sind. Uwe Pöschl (CSU) stellt den Antrag auf nur einen Ehrenbeamten als Vertreter des Bürgermeisters und nicht auf zwei, da aufgrund der Mindereinnahmen infolge der Corona-Krise nicht noch mehr Kosten entstehen sollen. Dem schließt sich Lamm an. Scheppe hält den beiden entgegen, dass schon bald die 10 000-Einwohner-Marke geknackt werde. "So ist es nach zwölf Jahren wieder an der Zeit, zwei stellvertretende Bürgermeister zu wählen. Die Entscheidung fällt mit zwölf zu neun Stimmen zugunsten des Dritten Bürgermeisters.

Zwölf zu neun - eine Konstellation, welche sich wie ein roter Faden durch den Abend ziehen wird.

Münch und König als Vertreter

Für den Posten des Zweiten Bürgermeisters werden Günter Münch (FW) und Lay nominiert. Als Sieger geht Münch hervor, mit zwölf zu neun Stimmen. Michael Auer (Grüne) nominiert Sabina König (Grüne) für den Posten des Dritten Bürgermeisters vor. Daraufhin nimmt das zuvor noch respektvolle Säbelrasseln schon markantere Züge an, als Lamm interveniert, indem er König vorschlägt, sich nicht zur Verfügung zu stellen. "Denken Sie an die Kosten", sagt er, "die Gemeinde kann das Geld anderweitig gebrauchen." Etwas, wofür er Applaus aus dem rund 60-köpfigen Publikum erntet. Fischkal widerspricht mit einem "Es wurde demokratisch entschieden, dass es einen Dritten Bürgermeister gibt." König wird mit zwölf zu neun Stimmen gewählt.

Der Erlass der Geschäftsordnung entwickelt sich schließlich zu einem kleinen Marathon. Als Scheppe erklärt, dass der Antrag nach Auffassung der FW gut durchdacht sei und die Ausschüsse nach D'Hondt besetzt werden sollen, erntet er schallendes Gelächter vonseiten der CSU und SPD. Beide Fraktionen präferieren eine Besetzung nach Schepers, welche laut Lamm auch schon bei der Kommunalwahl zum Tragen kam. Er erklärt, dass er gegen ein Verfahren sei, "wo kleine Parteien benachteiligt werden und große noch mächtiger werden."

Kauper stellt den Antrag, den Erlass zu verschieben, da der CSU so einige Punkte schwer im Magen liegen, mit zwölf zu neun Stimmen wird diesem Ansinnen jedoch widersprochen.

"Das ist keine Demokratie"

Insgesamt zehn Änderungsanträge hat die CSU vorbereitet, die nun durch Pöschl zur Verlesung kommen. Michael Auer wirft ein, dass sich die Fraktionssprecher am Montag getroffen hätten, um über die Geschäftsordnung zu beraten, welche den Gemeinderat entlasten soll. "Man hätte Montag bereits die Karten auf den Tisch legen können", sagt er. "Hier findet eine Entmachtung des Gemeinderates statt, keine Entlastung", widerspricht Jörg Bubel (SPD) vehement, "das ist keine Demokratie, das ist kein demokratisches Handeln." Ein Ausspruch, der vom Applaus der Zuschauer begleitet wird.

Dem widerspricht Fischkal mit den Worten: "Eine Entmachtung des Gemeinderates sehe ich in keinster Weise. Der Gemeinderat ist das Gremium, das die Richtung vorgibt."

Noch ein wenig rauer wird der Ton schließlich, als es um die Besetzung der Ausschüsse geht, stellt Lamm doch fest, dass die SPD aufgrund der D'Hondt-Besetzung in keinem der großen Ausschüsse vertreten sein wird. Inzwischen ist es weit nach 21 Uhr und die Zahl der Zuschauer auf 14 geschrumpft. Das Logo der Gemeinde Adelsdorf lautet ja eigentlich: ZusammenWachsen. Dazu hat der neue Gemeinderat nun sechs Jahre Zeit.