Andreas Dorsch "Höchstadt ist ein guter Eishockey-Standort." Zu diesem Urteil kommt Ernst Höfner, 147-facher Nationalspieler und heute Leiter der Abteilung Talent- und Vereinsförderung beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB), nach seinem dritten Besuch in Höchstadt.

Der Rosenheimer Ex-Profi, der auch jahrelange Erfahrung als Bundestrainer der U20-Nationalmannschaft hat, fällt sein Urteil aus nationaler Sicht. Mit seinem Oberliga-Team zählt der Höchstadter EC zu den Vereinen in den drei höchsten deutschen Spielklassen und von denen wird auch professionelle Nachwuchsarbeit gefordert.

Höchstadt wird wie die anderen ebenfalls zertifiziert. Vom Ergebnis hängt dann die Höhe der finanziellen Förderung durch den DEB ab, erklärt der DEB-Abteilungsleiter an der Bande im Eisstadion am Kieferndorfer Weg. Die 40 Jahre alte Sportstätte nimmt er dabei ebenso unter die Lupe wie die Strukturen im Verein, die Arbeit des Vorstands und vor allem die der Nachwuchstrainer. Ziel ist es, auf Bundesebene zu sehen, wo die Vereine stehen.

Höfner geht es in erster Linie darum, möglichst viele Kinder aufs Eis zu bringen und daraus nachhaltig Spieler zu entwickeln. Beginnend von der Lauflernschule über Stocktechnik bis zum Spielverständnis. Ziel ist es für den DEB, deutsche Spieler gut auszubilden, um einen breiten Unterbau auf national hohem Niveau zu bekommen.

Die Erste liefert Vorbilder

Der Höchstadter EC stellt sich dieser Herausforderung mit dem hauptamtlichen Nachwuchstrainer Petr Kasik und seinem Trainerstab, zu dem auch Spieler der Ersten Mannschaft gehören. "Man muss die Erste Mannschaft nutzen, um Vorbilder zu haben", sagt der inzwischen 62-jährige Ex-Nationalspieler Höfner.

Dem HEC stellt er in der Betreuung der über hundert Nachwuchscracks in allen Altersklassen ein gutes Zeugnis aus, hat spontan aber auch einige Kritikpunkte, die allerdings an äußeren Gegebenheiten liegen.

So bräuchte der Nachwuchs mehr Eiszeiten. Ideal wäre es, wenn schon von Mitte August bis in den April hinein Eis zur Verfügung stünde. Und dann bräuchten die Kleinen Möglichkeiten, um ihre Ausrüstung im Stadion zu lagern. Das würde den Fahrdienst Eltern enorm entlasten, finden die Jugendleiterinnen Petra Achtzehn und Heike Striegel. Punkte, die für stellvertretenden HEC-Präsident Dominik Rogner durch einen Stadion-Neubau gelöst werden könnten.

Auch Hobby für die Eltern

Beim HEC hat man sich vorgenommen, den Unterbau Jahr um Jahr auszubauen und dann auch für die älteren Spieler eine Spielmöglichkeit zu schaffen, denen der Sprung in die Erste nicht gelingt.

Den Jugendleiterinnen ist es besonders wichtig, dass auch die Eltern hinter dem Eishockeysport ihrer Kinder stehen. "Es bedeutet auch ein Hobby für die Eltern", sagt Heike Striegel.