Marco Meissner

Die Polizei hat die Ermittlungen nach dem Diebstahl einer Krippenfigur bei der "Kronacher Weihnacht" aufgenommen. Ein junger Mann, etwa 20 Jahre alt, schlank und dunkel gekleidet soll nach Angaben des Kronacher Polizei-Pressesprechers Gerhard Anders das Jesuskind aus der Krippe entwendet haben (wir berichteten).
Die etwa 100 Euro teure Figur befand sich seit Freitag in der Krippe auf der Ebene zwischen Stadtgraben und Melchior-Otto-Platz. Dort wurde sie in der Nacht zum Sonntag um 2.36 Uhr gestohlen. Der Täter flüchtete in die untere Stadt und ließ seine Beute selbst dann nicht fallen, als er merkte, dass er von Passanten beobachtet wurde.
"Wir ermitteln jetzt intensiv", stellt Anders fest. Deshalb wird nach weiteren Zeugen gesucht. Vor allem eine Gruppe junger Leute, die in diesem Bereich unterwegs war, könnte wichtige Hinweise geben.
Paul Schnell, Vorsitzender des Vereins Kronacherleben kann die Motivation des Täters auch am Mittwoch nicht nachvollziehen. Seiner Einschätzung nach war es keine Tat unter Alkoholeinfluss, sondern ein gezielter Diebstahl.
So wie der Täter geflüchtet sein soll, in absolut geradem und sogar federndem Gang, könne sich kein Betrunkener bewegen, spekuliert er. Schnell, dessen Verein die Krippe angeschafft hat und den Weihnachtsmarkt ausrichtet, weiß sich nicht zu erklären, was der Dieb mit der Glasfaser/Polyacryl-Figur überhaupt anfangen will. "Vielleicht hat er sie in den Fluss geworfen. Oder er hat sie sich als Trophäe daheim an die Wand genagelt", schimpft er über die Sinnlosigkeit des Diebstahls.


Ersatz wird angeschafft

Der Verein hat jedenfalls alle Hebel in Bewegung gesetzt, um für den Rest der Adventszeit schnell noch einen Ersatz zu bekommen. Der muss jedoch wieder aus der eigenen Tasche finanziert werden.
Außerdem wurden bereits die Absperrungen in Absprache mit der Stadtverwaltung verbessert. Weiterhin soll nun eine Videoüberwachung erfolgen. "Nicht, dass sich der Dieb ein Hobby daraus macht", sagt Schnell.