Noch bevor der Wunschbaum in der Veit-Stoß-Straße 5 in Münnerstadt übergeben wurde, hatten Passanten schon die ersten Wunschzettel abgenommen. Es habe schon Nachfragen gegeben, wann denn der Baum aufgestellt wird, sagt Alexander Schmidt, Leiter der Offenen Behindertenarbeit (OBA), die für die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld zuständig ist.

Idee aus dem Mutterhaus

Im Mutterhaus des Dominikus-Ringeisen-Werkes, im schwäbischen Ursberg, wird die Aktion schon seit ein paar Jahren von der Öffentlichkeitsarbeit organisiert. Nun hat die OBA das für die beiden unterfränkischen Landkreise übernommen. Betreute der OBA haben schon vor einiger Zeit Vorlagen erhalten, auf denen sie ihre Wünsche schreiben konnten. Diese gingen zurück an die OBA und wurden an den Baum gehängt.

"Es sind etwa 50 Wunschzettel und Rainer Waldvogel hat auch noch einmal einen ganzen Schwung aus Maria Bildhausen mitgebracht", sagt Alexander Schmidt. "Alles Mögliche", antwortet er auf die Frage, was sich die Betreuten denn so wünschen. Das reiche von der schön geschriebenen Postkarte über einen Wäschekorb, CD's sind dabei und auch Einkaufsgutscheine. Einer wünscht sich ein Hausmacherwurstglas. 20 Euro sind von den Verantwortlichen als Höchstgrenze für die Wünsche veranschlagt worden, viele liegen aber weit darunter.

Die Aktion ist anonym, auf den Zetteln ist lediglich eine Nummer vermerkt. Wer den Betreuten der Offenen Behindertenarbeit einen Wunsch erfüllen möchte, nimmt sich einen Zettel, der ihm gefällt vom Baum, besorgt den Wunsch und gibt das verpackte Geschenk im Büro der OBA in der Veit-Stoß-Straße 5 oder bei Uhren und Schmuck Dieterich in der Veit-Stoß-Straße 3 ab. Wichtig dabei ist, auch den Wunschzettel mitzubringen, denn die OBA kann anhand der eingetragenen Nummer zuordnen, wer sich das gewünscht hat. Bis Freitag, 18. Dezember, sollten die Geschenke abgegeben werden.

"In dieser Zeit ist es besonders schön, wenn man eine Freude machen kann", sagt Alexander Schmidt. Denn wegen der Corona-Pandemie kann der Großteil der üblichen OBA-Angebote wie Tagesfahrten oder Bildungsangebote derzeit nicht stattfinden. Das treffe Menschen mit Behinderungen sehr. Er hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder normal läuft, so Alexander Schmidt, der noch betont, dass die Aktion auch über den Förderverein Behinderteneinrichtung Maria Bildhausen durch Geldspenden unterstützt werden kann. Sehr froh sind die Verantwortlichen, dass die Familie Wedemann aus Reichenbach den Baum für die Wunschbaumaktion gespendet hat.

Jetzt auch in Unterfranken

"Es sind Dinge, wo ich weiß, dass sie gebraucht werden", sagt Rainer Waldvogel, Gesamtleiter der Behinderteneinrichtung Maria Bildhausen, der einen "ganzen Stapel" an Wunschzetteln aus dem Kloster mitgebracht hat. Mit der Aktion könne man den Betreuten eine Freude machen. Er habe schon davon gehört, dass es so etwas in Ursberg gibt. "Ich freue mich, dass es jetzt nach Unterfranken gekommen ist."

"Ich finde, das ist eine tolle Idee", sagt Bürgermeister Michael Kastl (CSU) dazu. Er freue sich, dass der Wunschbaum an so prominenter Stelle in der Münnerstädter Altstadt steht, und er hoffe sehr, dass das bald als Wunschzettel abgenommen wird. Er selbst nahm den ersten Wunschzettel nach der offiziellen Aufstellung des Baumes ab. Ein Klient wünscht sich einen Gutschein von einer Textilienkette. Der wird nun erfüllt.