Der Stadtrat beschloss bei seiner jüngsten Sitzung die Aufstellung eines Gewässerentwicklungskonzeptes für seine 60 Kilometer langen Gewässer der III. Ordnung. Das sind kleine Bäche, für die die Stadt die Verantwortung hat. "Es ist eine Pflicht der Stadt, ein solches Konzept zu erstellen, und bis 2027 muss ein natürlicher Zustand der Gewässer erreicht sein", erklärte eingangs Bürgermeister Martin Mittag (CSU).
Maria Hahner vom Planungsbüro Infanos stellte das Konzept der Gewässerstrukturkartierung vor. Die wichtigsten Grundsätze sind unter anderem, naturnahe Gewässerabschnitte zu erhalten, ausreichend Flächen für die Gewässerentwicklung bereitzustellen, Unterhalts- und Pflegearbeiten zu reduzieren, Rückhalteräume auszuweisen, Schadstoffeinträge zu minimieren und Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu erhalten oder wiederherzustellen. Eine Umsetzung der Maßnahmen, das wurde ausdrücklich betont, ist nur im Einverständnis mit den Grundstückseigentümern möglich. Eine Prioritätenliste will das Planungsbüro erstellen.
In frei gewählten Abständen kann die Stadt notwendige Maßnahmen beim Wasserwirtschaftsamt Hof anmelden, wobei eine Einzelmaßnahme mindestens 20 000 Euro betragen sollte, um einen staatlichen Zuschuss von 30 Prozent zu erhalten. Lange Gesichter gab es schon im Gremium, als die Gesamtkosten von rund 1,1 Millionen Euro genannt wurden. "Das lässt sich nur in Einzelmaßnahmen im Laufe der Jahre verwirklichen", sagte Mittag.
Der Nachtragshaushalt 2016, erläutert vom Kämmerer Hans Vogt, ging flott über die Bühne. "Er hat sich erfreulich entwickelt", so Vogt, "so dass die Zuführung zum Vermögenshaushalt um 247 000 Euro auf 1,347 Millionen Euro gesteigert werden konnte und die Kreditaufnahmen um 125 000 Euro auf 33 000 Euro verringert werden können. Die Schulden werden zum Jahresende die Grenze von vier Millionen Euro unterschreiten." Positiv wirke sich die Mehreinnahme an Gewerbesteuer in Höhe von 350 000 aus. Die Satzung wurde einstimmig beschlossen.
Tourismusbeauftrage Carolin Franz stellte in ihrem Vortrag fest: "2016 war ein Jahr voller Energie und stand unter ganz besonderem Spirit." Seßlach habe ein großes unausgeschöpftes Potenzial. Dies müsse bewusst gemacht werden, damit eine aktive, zielgerichtete und kontinuierliche Weiterentwicklung im Tourismus erfolgen könne, sagte die neue agile Tourismusmanagerin. Für Seßlach sei der Tourismus ein Wirtschaftsfaktor, sichere nicht nur Arbeitsplätze, sondern trage auch im hohen Maße zur Standortqualität bei, zahle sich finanziell aus, stabilisiere den ländlichen Raum und schaffe im Hintergrund des demografischen Wandels Zukunftsperspektiven. Franz listete im Einzelnen die vielen neuen Aktivitäten auf, bezeichnete Seßlach als einen der Leuchttürme der Region und eine Perle im Coburger Land.
Auch Jugendpfleger Silas Adner konnte nur Positives berichten. Das Ferienprogramm 2016 mit 280 Teilnehmern in 31 Aktionen war seinen Worten zufolge erfolgreich, ebenso das Kinderferienparadies, das 529 Anmeldungen verzeichnete. Die Nachmittagsbetreuung laufe zufriedenstellend und der Jugendtreff verzeichne durchschnittlich zehn Besucher, das Kino auf dem Lande deren 139. Neu ist die Betreuung von jungen Asylanten, derzeit sechs. dav