Coburg/Lichtenfels — Thomas Stein, bekannt als Juror bei "Deutschland sucht den Superstar", versuchte in Bad Staffelstein zu erläutern, warum das ganze Leben ein Casting ist. Und was es kostet, wenn Falco ein Sofa aus dem Fenster schmeißt.
Bei der zehnten Auflage ihrer Wirtschaftstage hatte sich die Sparkasse Coburg-Lichtenfels zwei Spitzenreferenten eingeladen. Nach dem ehemaligen CSU-Chef und langjährigen Bundesfinanzminister Theo Waigel am Mittwochabend stand einen Tag später mit Thomas Stein ein Top-Manager aus der Musikindustrie am Rednerpult in der voll besetzten Adam-Riese-Halle. Thomas Stein gibt sich locker und entspannt. Lieber steht er vor dem Rednerpult als dahinter. Was folgt, ist ein Parforceritt durch die Musikindustrie, ihre Künstler und die sich ständig weiterentwickelnde Tonträgertechnik und neue Trends. Deutschlands bekanntester Musikmanager weiß, worauf es ankommt. Zur Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) sei er gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Man hatte ihm eine DVD in die Hand gedrückt, die er sich einmal ansehen sollte. "Die Sendung wurde ein Blockbuster", erklärt der 66-Jährige rückblickend. In Spitzenzeiten erreichte DSDS eine Einschaltquote von 15 Millionen Zuschauern. Seinen Vortrag "Der erste Ton entscheidet: Warum das ganze Leben ein Casting ist" hat Thomas Stein mit zahlreichen Beispielen belegt. Angefangen von den schwarzen Scheiben (gemeint waren Schallplatten) über die Stereoanlage bis hin zu heutigen Techniken.
Stein versteht es auch, seinen Zuhörern den Menschen hinter dem Künstler nahezubringen. Falco sei ein angenehmer Mensch gewesen (wenn man mit ihn alleine war), der allerdings auch imstande war, eine Couch aus dem geschlossenen Hotelfenster zu befördern, nur weil sich dieses nicht öffnen ließ. "Das hat uns damals 30 000 Franken gekostet." Um auf Dauer erfolgreich zu sei sein, dazu gehört nach Ansicht des Referenten harte Arbeit, Ausdauer und auch so etwas wie Spaß. "Wenn ein Künstler keinen Spaß hat, dann merkt es auch das Publikum", sagt der 66-Jährige.
Der zweite Abend der Wirtschaftstage fand in Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren Lichtenfels statt. Den Erlös aus den Eintrittsgeldern beider Veranstaltungen stockte die Sparkasse auf 6000 Euro auf. Geld, das in diesem Jahr dem Jugendhilfeprojekt "Fit4LIFe" zugutekommt. gvö