- Manchmal ist es gut, sich taub zu stellen. Dann, wenn andere versuchen, Ehrgeiz, Motivation und Erfolg zu mindern. Das haben vielleicht einige Schüler der Realschule in Gräfenberg getan, aber es ist auch ein Ratschlag, den Dekanin Berthild Sachs den Schülern mit auf den weiteren Lebensweg gab.
Ihr katholischer Kollege Andreas Hornung unterstrich die Bedeutung, indem er aufzeigte, dass es immer zwei Möglichkeiten gebe. Viele Möglichkeiten stehen den Realschülern nach der mittleren Reife zur Verfügung.
Zwei besondere Abschiede wurden an dem Festabend unter dem Motto "Captain's dinner" gefeiert: der Abschied von der Pfarrerin Elisabeth Franke-Schenk und der Abschied der Zehntklässler.
Franke-Schenk, die 13 Jahre an der Realschule evangelische Religion unterrichtete, lagen besonders die höheren Jahrgangsstufen am Herzen. Es war daher ihr Wunsch, an der Abschlussfeier, die von der Big-Band, der Schulband und dem Shanty-Chor musikalisch umrahmt wurde, ebenfalls verabschiedet zu werden.
Das "besondere Abendessen", an dem auch Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD), MdL Michael Hofmann (CSU), stellvertretender Landrat Edgar Büttner (SPD) und Vertreter der Banken teilnahmen, ist der krönende Abschluss einer Kreuzfahrt und wurde aufgrund des Symbolcharakters für das Motto der Abschlussfeier gewählt.
Zudem verbrachten die zehnten Klasse eine Abschlussfahrt der besonderen Art, eine Segeltörn auf dem Ijsselmeer. Die Schulzeit, eine Kreuzfahrt, sei nun zu Ende, wie Rektorin Gertraud Eismann in ihrer Ansprache erzählte. Motivation, Disziplin, die Steuermänner (Lehrer) und das Bodenpersonal (Eltern) hätten mitgewirkt, das Schiff auf Kurs zu halten, ans Ziel zu kommen.
Das haben alle 91 Realschüler erreicht, die nun das Zeugnis der Mittleren Reife in den Händen halten dürfen. 17 davon haben sogar eine 1 vor dem Komma. "Ihr verlasst nun den sicheren Hafen Schule. Lasst euch nicht den Wind aus den Segeln nehmen, schwimmt auch mal gegen den Strom und holt euch die richtigen Leute ins Boot", gab Eismann ihren Schützlingen auf den Weg.
Den weiteren Weg schlagen die Schüler unterschiedlich ein. Lena Bogner, die Schulbeste, erarbeitete sich einen Notendurchschnitt von 1,17 und wird die Fachoberschule besuchen. Luisa Neuner beginnt mit ihrem Notendurchschnitt von 1,36 eine Ausbildung als Industriekauffrau. Zur Bankkauffrau wird Sabine Rascher (1,45) ausgebildet.
Der gute Zusammenhalt, weil sich einfach jeder mit jedem gut verstanden hat, war das, was ihrer Meinung nach die Schule ausmachte.