Ernste Folgen: So viel Schokolade ist auch für schlanke Menschen zu viel

1 Min
So viel Schokolade ist auch für schlanke Menschen zu viel
Schokolade schmeckt den Deutschen. Doch die meisten Sorten sind extrem ungesund, auch in kleinen Mengen.
So viel Schokolade ist auch für schlanke Menschen zu viel
Oliver Berg/dpa

Die meisten Menschen lieben Schokolade. Doch auch, wer nicht unter Übergewicht leidet, sollte stark aufpassen, warnt eine Ernährungsmedizinerin.

Viele Menschen konsumieren täglich größere Mengen Schokolade, ohne sich der gesundheitlichen Folgen bewusst zu sein. Ernährungsmediziner warnen nun: Auch schlanke Menschen sollten ihren Schokoladenkonsum überdenken.

"Der viele Zucker, der etwa in einer Tafel Vollmilchschokolade steckt, lässt den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen, sättigt nur kurzzeitig und verursacht oft Heißhungerattacken", erklärt die Ernährungsmedizinerin Dr. Ann-Christin Bürgin der Apotheken-Umschau. Vielleicht halten auch die steigenden Preise vom Schokoladen-Essen ab - jetzt trifft es sogar diese beliebten Riegel. 

Diabetes, Darmflora, Immunsystem: So schädlich ist tägliche Schokolade 

Der tägliche Kalorienbedarf eines Erwachsenen liege je nach Alter, Geschlecht und Aktivitätsniveau bei etwa 1800 bis 2300 Kilokalorien. "Generell sollte man für eine gesunde Ernährung auf ausreichend Eiweiß, Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate und ungesättigte Fettsäuren achten", so Bürgin weiter. "Schokolade bietet von all dem wenig. Stattdessen liefert sie viel gesättigte Fette und einfachen Zucker." Laut der Ernährungsmedizinerin ist es auch für schlanke Menschen ungesund, täglich einen signifikanten Anteil des Kalorienbedarfs durch Schokolade zu decken. Wer auf den Glückseffekt von Schokolade schwört, findet hier viele gesündere Alternativen.

Die durch hohen Zuckerkonsum ausgelösten starken Blutzuckerschwankungen führen zu Tagesmüdigkeit. Langfristig erhöht sich das Risiko für Typ-2-Diabetes. "Darmflora und Immunsystem werden negativ beeinflusst", betont Bürgin. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nicht mehr als etwa 25 bis 30 Gramm Schokolade pro Tag zu essen, was etwa einem kleinen Stück entspricht, um die Kalorien- und Zuckeraufnahme zu begrenzen. Als Alternative schlägt Bürgin vor: Wenn die Lust auf Süßes kommt, ein bis zwei Stücke Bitterschokolade mit mindestens 75 Prozent Kakaoanteil naschen.

Im Gegensatz zu Milchschokolade wirkt diese als Wachmacher, da der Kakao eine koffeinähnliche Substanz – Theobromin – enthält. Zudem hemmen die enthaltenen Bitterstoffe Heißhunger. Theobromin ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid, das stimulierend auf das Nervensystem wirkt und hauptsächlich in Kakaobohnen, Kolanüssen und Teeblättern vorkommt. "Um eine gefährliche Dosis zu erwischen, müsste ein Erwachsener etwa fünf Kilo Milchschokolade vertilgen", zitiert die Kreiszeitung den Naturwissenschaftler Brian Clegg. Bei normalem Konsum besteht somit keine Gefahr einer Theobromin-Vergiftung.

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen