Die ältere Frau in der ersten Reihe der Kronacher Stadtpfarrkirche schaute etwas irritiert. Für sie war es vielleicht gewöhnungsbedürftig, als Pfarrer Thomas Teuchgräber singend und klatschend unter den Klängen von "Come let us sing to the Lord" mit seinen Ministranten die Kirche verließ. Dahinter eine Stimme: "Das wird auch Zeit, dass es hier mal etwas lockerer wird." Der Rhythmo-Gottesdienst bescherte am Sonntagabend ein fast volles Haus, und das Team um Pfarrer Teuchgräber hatte sich auch dieses Mal wieder viele Gedanken gemacht.

Alles war nicht anders bei dieser Art von Gottesdienst. Immerhin gab es einen Chor, einen Pfarrer mit seinen Ministranten, eine Predigt, Lesung.... Eben alles, was dazugehört. Aber halt etwas lockerer. "Alle Infos könnt ihr auf Facebook nachlesen und wenn Ihr geht, nehmt Euch ein Give-away am Ausgang mit."

Die etwa 80-jährige Dame in der ersten Bankreihe konnte mit diesen Worten vielleicht nicht so viel anfangen, aber die Mehrheit der Anwesenden wohl schon. Und wer die Liedertexte nicht kannte, der konnte sie übergroß auf der Leinwand ablesen. Gesungen wurden die Texte vom Chor "GemeinSangkeit" aus Nordhalben.

Blickfang an diesem Gottesdienst war vor allem auch der übergroße Blütenkranz aus Krepppapier direkt vor dem Altar. Pfarrer Teuchgräber löste auf: "Die unterschiedlichen Blumen symbolisieren die Vielfalt, denn in ihr zeigt sich die Schönheit. Wir sind alle eins, aber wir sind nicht gleich." Und das demonstrierten gespielte Szenen ganz am Anfang. Sie zeigten, dass wir alle aus unterschiedlichen Motiven den Kontakt zu Gott suchen.

"Wir beten für den göttlichen Beistand bei Trauer, Krankheit, Verlust, aber auch bei Freude." Am Ende sei zwar jeder individuell, aber zusammen bilde man eine Einheit. Teuchgräber: "Wenn Menschen sich zu einer Einheit zusammenfügen, muss der Wille vorhanden sein, andere zu akzeptieren. Man braucht eine positive Grundeinstellung. Offenheit, Harmonie, Akzeptanz und Kritikfähigkeit gehören dazu. Gemeinschaft geschieht im Tragen und Getragenwerden." Und ob der eine ein Löwenzahn sei, oder der andere eine Rose, spiele ebenfalls keine Rolle, versicherte er. Hauptsache, man halte zusammen, blühe auf und keiner könne aus dem Kranz der Gemeinschaft herausfallen.