Eltmann — 500 Euro Spende, das ist für viele keine wirklich große Summe, doch mit 500 Euro kann man in Indien viel erreichen. Und da diese 500 Euro im Weltladen in Eltmann erwirtschaftet wurden, sind sie die Frucht von vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit für den fairen Handel.
"Wir sind sehr stolz, dass wir jetzt auch einmal ein bisschen Gewinn erwirtschaftet haben und damit etwas Gutes tun können", freute sich Elisabeth Müller-Förtsch, als sie die Spende an die Franziskaner-Pater Georg und Michael überreichte. Das Geld fließt in das ökologisch-spirituelle Zentrum St. Francis in Orlong Hada in Nordost-Indien. Im vergangenen Winter ist es eröffnet worden, fünf Jahre Vorarbeit waren bis dahin in das Zentrum geflossen.
Ein lokaler "Häuptling", wie es Pater Georg nennt, hat den Franziskanern eine große Fläche Einöde in dem Gebiet geschenkt mit dem Auftrag, "etwas daraus zu machen". Ganz im Sinne des heiligen Franz von Assisi sollte die Liebe zur Natur und zum Tier im Vordergrund stehen. Das Ziel des Zentrums ist neben der spirituellen Einkehr die Unterstützung der Landbevölkerung in ökologischem Landbau.
"Dort ist es immer noch üblich, nach der Regenzeit zu brennen, um das Land bebaubar zu machen. Wir zeigen, dass es zwar mehr Arbeit macht, aber doch wesentlich besser ist, das Land von Hand zu roden und zu bestellen", so Pater Georg. Mit Gummibäumen haben sie zunächst experimentiert, was dort überhaupt wachsen würde, inzwischen wurde eine große Zahl an Obstbäumen gepflanzt. "Wir zeigen, dass der Verzicht auf Spritzmittel die Wasserqualität verbessert, dass Baumbestand dazu führt, dass die Bäche mehr Wasser führen, wie Landbau und Trinkwasser zusammenhängen", so auch Pater Michael, der selbst aus Indien stammt.


Mehr Unabhängigkeit

Verzicht auf Spritzmittel bedeute aber auch Unabhängigkeit von den Großkonzernen, betont er. Auch die regionale Vermarktung und der faire Handel machen die Bauern unabhängig. "Wir müssen viel Überzeugungsarbeit leisten", so Pater Georg, der das Zentrum bereits mehrfach besucht hat, aber die ersten Erfolge seien bereits spürbar, vor allem was das Verständnis für die Wasserkreisläufe betrifft. Die Wassersituation habe sich bereits so verbessert, dass auch wieder Fischhaltung möglich ist.
Als Weltladen-Mitarbeiterin Helga Seybold von Maria Münzel von diesem Projekt gehört hatte, schlug sie es ihren Kolleginnen vom Weltladen als Empfänger der Spende vor. Das entspricht auch der Philosophie der Weltläden: "Wenn wir Erlöse erzielen, dann sollen sie auch in Projekte fließen, die dem Grundgedanken des fairen Handels entsprechen", so Elisabeth Müller-Förtsch.
Ihr Team ist mehr als stolz, dass der Weltladen nach 20 Jahren so gut angenommen wird, dass auch Erlöse erzielt werden. In den ersten Jahren wäre der Laden ohne die Trägerschaft der Kolpingsfamilie nicht möglich gewesen. "Es war ja keine Substanz da, wir haben die Wareneinkäufe natürlich vorfinanziert", so Kolping-Vorsitzender Klaus Förtsch. Er dankte allen, die sich für die Idee einsetzen. sw