Der Adelsdorfer Wasserpreis steigt pro Kubikmeter auf 1,93 Euro. Das beschloss der Gemeinderat mit 17 zu vier Stimmen. Gleichzeitig wurde die Gebühr für den Kubikmeter Bauwasser auf 2,35 Euro festgesetzt. Dazu kommen noch Zählergebühren von 26,35 Euro und für das Standrohr auf Baustellen 61,75 Euro.
Die neuerliche Erhöhung nach vier Jahren resultiert aus einer Vielzahl von Investitionen ins Wassernetz, dessen Leitungen zum Teil weit über 50 Jahre alt sind.
In den vergangenen vier Jahren, so Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), waren über 70 Wasserrohrbrüche zu beseitigen. 63 Hausanschlüsse vor allem in Lauf und Uttstadt und in der Neuhauser Hauptstraße wurden saniert und 16 Schieberkreuze ausgetauscht. 2,43 Kilometer Hausanschlussleitungen und 1,6 Kilometer Hauptleitungen wurden verlegt sowie 118 neue Hausanschlüsse.
Ins Geld ging auch die Erneuerung des Prozessleitsystems für die Wassergewinnung und die Brunnenpumpen. Die nächste Investition steht schon an: Für die Sanierung des Hochbehälters in Aisch ist eine Million Euro in den Haushalt eingestellt. Zudem laufen die Baumaßnahmen für den Ringschluss zum Hochbehälter in Neuhaus.
Mit einem großen Wasserverlust - man schätzt um die 250 000 Kubikmeter - ging ein Bruch der Rohr-Unterführung unter der Aisch einher. Erst eine Prüfung unter hohem Druck brachte den Schaden ans Tageslicht, sprich: Plötzlich sprudelte die Aisch oberhalb der Unterführung wie ein Whirlpool.


Es fehlt eine halbe Million Euro

Diese meist unumgänglichen Maßnahmen führten, so Dieter Mühlfeld, der Gebührenspezialist vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (BKPV), zu einer Unterdeckung von über einer halben Million Euro in der zu Ende gehenden Kalkulationsperiode 2012 bis 2016. Davon wiederum gehen 145 000 Euro auf geringeren Verbrauch als kalkuliert zurück.
In die Vorauskalkulation für die nächsten vier Jahre müssen weitere Investitionssummen aufgenommen werden. Für alle vier Jahre addieren sie sich auf 3,4 Millionen Euro. Davon entfallen 1,2 Millionen Euro auf den Ringschluss und an die 500 000 Euro auf das Austauschen von Wasserleitungen sowie den Hochbehälter in Aisch. Im Kubikmeterpreis schlagen sich diese Posten nieder: der erhöhte Unterhalt mit 24 Cent, die alte Unterdeckung mit fünf Cent und steigende Personalkosten mit 20 Cent. In der Neukalkulation ist auch ein steigender Verbrauch durch die neu zuziehenden Familien eingerechnet.
Jörg Bubel (SPD) fragte an, ob auch der Preis für den Wassergast Hemhofen-Röttenbach steige. Hier laufen derzeit neue Vertragsverhandlungen. Mühlfeld betonte, dass den Abnehmern aus den Nachbargemeinden Investitionen in das Ortsnetz nicht aufgebürdet werden können.
Der Gemeinderat diskutierte noch kalkulatorische Detailfragen. "Adelsdorf hat nun Nachholbedarf. Es hat lange Zeit davon profitiert, dass wenig ins Wassernetz investiert werden musste", erläuterte Mühlfeld den Preissprung. Waren es, so der Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses, in den Jahren 2011 und 2012 weniger als 10 000 Euro pro Jahr, verzehnfachte sich die Summe im Folgejahr, als in einer Kälteperiode mehrere Wasserrohrbrüche und Schieberausfälle zur gleichen Zeit eintraten.